Beachsoccer

Ein spektakulärer Sport sucht nach Breite

Die Winti Panthers betreiben eine Sportart,die den ganz grossen Boom bereits hinter sich, die Zeichen der Zeit aber erkannt hat. Wieder mehr Breite zu erreichen ist das Ziel der Beachsoccer Szene. Der Klub, der im Sommer hinter der Zielbau-Arena spielt und trainiert, ist ein Vorreiter.

Fallrückzieher gehören zu den attraktiven Elementen im Beachsoccer und werden durch die Spielregeln gefördert. Wie es geht, führt Juan Felipe Galindo Restrepo vor, einer von vier Ausländern im Team der Winti Panthers.

Fallrückzieher gehören zu den attraktiven Elementen im Beachsoccer und werden durch die Spielregeln gefördert. Wie es geht, führt Juan Felipe Galindo Restrepo vor, einer von vier Ausländern im Team der Winti Panthers. Bild: Madeleine Schoder

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Es war ein wenig ein «Geknorze», dieses erste Spiel der Winti Panthers am Heimevent am letzten Wochenende. Am Ende resultierte ein 4:3-Sieg gegen Lokomotive Roggeli, den Zweitletzten der Gruppe B in der Swiss Beach Soccer League. «Es ist gar nicht schlecht, wenn man nicht ganz zufrieden ist, die Punkte aber hat», sagte Florian Schellenberg, der mit Pascal Schütz als Spielertrainer der Panthers amtet. «Spielerisch war es eigentlich gut, nur war es irgendwann halt zu verspielt», ergänzt Schütz. Der Abschluss müsse noch besser werden. Die zweite Partie gegen die Lyons Riviera aus Blonay ob Vevey ging 4:5 verloren, ehe im letzten Match des Weekends gegen die Havana Shots aus dem Aargau ein 7:3-Sieg resultierte.

Nur noch eine Stärkeklasse

Der Match zwischen den Panthers und Roggeli, eine Truppe von Rasenfussballern aus dem freiburgischen Plasselb, war recht typisch für die Situation, wie sie im Schweizer Beachsoccer derzeit herrscht: Hier die Winterthurer, die sich seit Jahren in der Szene bewegen und ihren Sport als Leistungsport betreiben. Drei bis sechsmal wöchentlich trainieren sie, Rasenfussball betreibt keiner von ihnen mehr ernsthaft. Auf der anderen Seite die Freiburger, die zwar auch schon lange dabei sind, Beachsoccer aber eher als sommerliche Alternative zum Rasenfussball sehen und lange zur Spitze der zweithöchsten Liga gehörten.

Im Moment aber gibts diese zweithöchste Liga nicht mehr. Breiten- und Leistungssportler treffen, in zwei Gruppen organisiert, auf gleicher Ebene aufeinander. «Das müssen wir wieder ändern», meint Beni Schellenberg, der Präsident der Panthers und einer von insgesamt vier Schellenberg-Brüdern, die sich im Klub engagieren.

Entwicklung verkehrt herum

Wenn man so will, ist Beachsoccer eine Sportart, die sich in der Schweiz verkehrt herum entwickelt hat. (Zu) schnell waren grosse Sponsoren da, die Schweizer Szene wurde stark gepusht und bald zählte die Liga zu den besten und attraktivsten weltweit. Der kleine Geldsegen zog auch viele Akteure aus dem Ausland an. Bis zu 800 Spielerinnen und Spieler seien es zur besten Zeit zwischen 2011 und 2015 gewesen, die in den Sommermonaten in der Schweiz Beachsoccer gespielt hätten, schätzt Beni Schellenberg. Im Moment sind es noch etwa 300. «Jetzt ist es wichtig, wieder in die Breite zu gehen und nachhaltig zu wachsen», fordert Schellenberg. Erst Ansätze sind da. Die Vereine seien sich der Situation bewusst und es finde auch ein guter Austauch von Ideen und Erfahrungen statt.

Auf ausländische Spieler wird in der Swiss Beachsoccer League weniger gesetzt als auch schon, obwohl es keinerlei Beschränkungen gibt. Ausnahmen gibt es noch: Bei Riviera, dem Gegner vom letzten Samstag, spielt derzeit ein grosser Teil der Nationalmannschaft Tahitis, das auf Weltranglistenposition 7 liegt, zwei Plätze hinter der Schweiz. Auch die Winti Panthers spielen in dieser Saison mit mehreren Ausländern. Drei Kolumbianer und ein Spieler von den Bahamas ergänzen das Team. «Sie erhalten aber kein Geld, wir besorgen ihnen nur die Unterkunft», betont Präsident Schellenberg. So sind sie auch nicht des Geldes wegen hier, sondern aufgrund von Kontakten, die Panthers-Goalie Nico Stucki während eines Aufenthaltes in Südamerika knüpfte.

Die Leichtigkeit der Exoten

Aber es war schon gegen Lokomotive Roggeli zu sehen: Die Exoten im Team der Panthers sorgten mit ihren Aktionen für eine gewisse Leichtigkeit im Spiel, für die Finessen, die Beachsoccer sehenswert und speziell machen und die an diesem Tag auch den Unterschied zum Gegner ausmachten. Den einen oder anderen spektakulären Fallrückzieher hatten aber auch die Schweizer im Winterthurer Team zu bieten.

Die Panthers haben bei der Gruppenauslosung Glück gehabt. Die besten Teams der letzten Saison spielen in der anderen Gruppe, zusammen mit der zweiten Mannschaft der Winterthurer. «Unser Ziel ist es deshalb, unsere Gruppe als Erster oder Zweiter abzuschliessen, um in den Playoffs nicht gleich auf die besten Teams zu treffen», erklärt Spielertrainer Schütz. Die Panthers führen die Tabelle an, haben haber ein Spiel mehr ausgetragen als das noch ungeschlagene Riviera.

Die Winterthurer bewegen sich also in die richtige Richtung, nicht nur sportlich, sondern auch als Klub. Rund 50 Aktive seien es mittlerweile im Verein, «begonnen haben wir zu zehnt», sagt Präsident Beni Schellenberg. Die Panthers gehen in der Schweizer Szene mit gutem Beispiel voran: Sie haben zwei Aktivteams, eine Frauenmannschaft und auch eine kleine Junioren-Bewegung auf Stufe U16 und sind damit einer der grössten Klubs der Schweiz, wenn nicht der grösste.

(Der Landbote)

Erstellt: 16.07.2018, 19:23 Uhr

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