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Einfach besser

Es gibt einige Gründe, warum die Winterthurer Wasserballerinnen erneut Schweizer Meister geworden sind – und es ­vielleicht noch lange bleiben.

Linn Buob erzielte für den SC Winterthur in dieser Saison 32 Tore.
Linn Buob erzielte für den SC Winterthur in dieser Saison 32 Tore.
Stefan Keiser

Welche andere Mannschaft hätte Schweizer Meister werden können? Keine. «Ich habe den Spielerinnen gesagt, dass Basel nicht mehr als sechs oder sieben Tore schiessen kann», erklärt Winterthurs Trainer Radoslav Moldovanov. «Wenn wir acht oder mehr Tore machen, dann gewinnen wir.»

So war es auch. Die Wasserballerinnen des Schwimmclubs Winterthur trafen am Freitag elfmal ins Gehäuse des Gegners und gewannen die entscheidende Partie der Playoff-Final-Serie 11:8.Der dritte Meistertitel ist logisch. «Das Team hat einen super Zusammenhalt, und da ist ganz viel Energie auf der Bank», erzählt Teammanagerin Evelyn Thomas. «Basel hat zwei, drei Leistungsträgerinnen, aber wir haben 13 Spielerinnen», erklärt Benigna von Ballmoos den Vorteil in der Kaderbreite.

So waren die Baslerinnen am Freitag nur zu neunt angereist. Wie bereits im vierten Spiel gelang es dem SCW, mit Melanie Adler und Natalie Mäder zwei Schlüsselspielerinnen des Gegners fast komplett am Wurf zu hindern – und Basel damit entscheidend zu schwächen.

Kühlen Kopf bewahrt

«Wir waren mehr ein Team als Basel, und wir wollten mehr gewinnen», urteilt Benigna von Ballmoos. Für sie, zum dritten Mal Meisterin, war es ein besonderer Erfolg. «Weil wir wieder ohne fixen Trainer in die Saison gingen, musste ich als Teamcaptain viel Energie investieren», sagt die 23-Jährige. Männertrainer Radoslav Moldovanov, der die Damen ins Training der Herren integrierte und als Coach aushalf, hatte aber nie Zweifel am Sieg.

«Die Frauen haben wirklich sehr viel Potenzial. Es gibt einen Kern von Spielerinnen, die sehr stark sind», erklärt Moldovanov. Und das Team spiele eine Verteidigung wie eine Männerequipe. Die Abwehr um Nationaltorhüterin Noelle Nelson liess nur 5,8 Gegentreffer pro Partie zu – also noch weniger als in den Meisterjahren 2014 und 2015. Vergessen sind auch die Bedenken wegen der Verjüngung des Teams: Seit 2014 sind acht Wasserballerinnen kürzergetreten oder haben in einen anderen Verein gewechselt.

So sind jüngere Wasserballerinnen zu Schlüsselspielerinnen geworden. Linn Buob, Athena Grandis und Yvette van Westendorp warfen in den fünf Partien gegen Basel 32 Tore. Die Winterthurerinnen hätten sich bloss selber schlagen können. Am Ende behielten sie aber kühlen Kopf. Das erste Halbfinalspiel gegen Zürich ging noch verloren, und auch im ersten und dritten Finalspiel konnte die Equipe nicht ihre gewohnte Leistung abrufen: Die Spielerinnen hatten sich zu stark unter Druck gesetzt.

Freude und Erleichterung

Am Freitag aber habe das Team «ruhig und konzentriert» gespielt, freut sich Fiona Krüsi, die frühere Teamkollegin und aktuelle Nachwuchstrainerin, die 2016 ebenfalls am Beckenrand beim Coaching half. Als die Verteidigung des Titels feststand, waren die Spielerinnen sichtlich erleichtert. Dass sie bestätigen konnten, was sie immer gewusst hatten: dass sie auch 2016 die besten Wasserballerinnen der Schweiz sind. Und vielleicht noch für viele weitere Jahre.

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