Unihockey

HCR verliert, macht aber Lust auf mehr

Der HC Rychenberg unterliegt GC zum Saisonstart 6:7. Unnötige Strafen und eine vergebene Topchance Sekunden vor dem Schlusspfiff verhindern die Verlängerung in einem hart umkämpften Derby.

In Rychenbergs Startfurioso gegen GC traf MIchel Schwerzmann (r.) schon nach 32 Sekunden.

In Rychenbergs Startfurioso gegen GC traf MIchel Schwerzmann (r.) schon nach 32 Sekunden. Bild: Natalie Guinand

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit grosser Spannung und Vorfreude war beim HC Rychenberg dem Saisonstart entgegengefiebert worden. Ein vielversprechender junger Trainer und über ein halbes Dutzend zusätzliche Kreativkräfte sollten dem Team ein strukturierteres und durchschlagskräftigeres Antlitz verpassen. Nach den ersten gespielten sechzig Minuten kehrten die 1300 Zuschauer mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Hause zurück.

Ein lachendes, weil die Mannschaft Team von Philipp Krebs im Derby gegen die Grasshoppers tatsächlich immer wieder ihr Potenzial aufblitzen liess, im Vorwärtsgang agiler, stringenter und damit torgefährlicher sein zu können. Ein weinendes, weil die Winterthurer am Ende dann eben doch mit leeren Händen dastanden. Die letzte hochkarätige Chance, sein Team in die Verlängerung zu retten, besass Pascal Kern fünf Sekunden vor Schluss. Doch statt den Querpass wenige Meter vor dem Tor im halb verlassenen Gehäuse unterzubringen, traf er nur ins Seitennetz.

Beeindruckend frischer Start

Begonnen hatte der HCR forsch und für die favorisierten Grasshoppers wohl auch erstaunlich angriffig. Wiederholt konnte das Heimteam die weit aufgerückte Defensive der Gäste durchbrechen. Und ehe GC seine erste valable Torchance kreieren konnte, führte der HCR 2:0. Nach 32 Sekunden hatte Michel Schwerzmann einen Konter mit Kern zum 1:0 verwertet und noch vor Ablauf der ersten Minute Moritz Krebs nachgedoppelt. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Hoppers beantwortete Patrik Dóža in der 10. Minute mit dem Tor des Tages: Volley drosch der Tscheche einen langen Lobpass Sämi Gutknechts in die Maschen.

«Wir begannen mit viel Energie, geradlinig und am Ball mutig», freute sich Krebs über den Start seiner Mannschaft. Erst recht weil «alle drei Linien gut mithielten.» Allerdings war ihm auch nicht entgangen, dass GC nicht recht aus den Löchern gekommen war. Dessen Trainer Luan Misini sah sich darum genötigt, seine Verteidigungspaare umzustellen und auf die altbewährte Ballbesitz-Taktik zu setzen. Weil auf der anderen Seite der HCR nicht allzu früh störte, veränderte sich das Geschehen grundlegend. GC befand sich über weite Strecken in Ballbesitz und griff langfädig an.

Es brauchte dann aber schon zwei Unkonzentriertheiten der Winterthurer zu Beginn des Mitteldrittels, dass die Gäste den Rückstand wettmachen konnten. In der Folge blieben die Stadtzürcher mehrheitlich am Drücker, ohne dass der HCR über Mass ins Wanken geraten wäre. Vielmehr war er es, der in der 28. Minute durch Noah Püntener und in der 41. Minute durch Moritz Schaub zweimal wieder in Führung gehen konnte. Beide Male wussten die Gäste jedoch mit dem Ausgleich zu reagieren. Und als sie in der 49. Minute durch ihren Schweden Daniel Johnsson erstmals in Führung gingen, sollte dies die Entscheidung sein. Denn weitere Tore sollten nicht mehr fallen. «Wir hatten reelle Siegchancen», befand Krebs nach dem Schlusspfiff. «Also muss doch einiges gestimmt haben. Mit vielen spielerischen Ansätzen kann ich zufrieden sein.» Weniger gut gefallen hatte ihm vor allem, «dass wir es nicht schafften, nach unserem forschen Start auf Seriosität umzustellen.» Darin war gut abzulesen, dass die Mannschaft noch sehr jung ist und in einem Lernprozess steckt. Viel Freude bereitete sie den Zuschauern mit ihrem frischen Auftritt gleichwohl, gerade auch die jungen Wilden.

Im Cup-Achtelfinal

Tags darauf im Cup-Sechzehntelfinal gaben sich die Winterthurer keine Blösse und setzten sich beim Zweitligisten Einhorn Hünenberg ohne die geringsten Probleme 13:3 durch. Krebs hatte zahlreiche Umstellungen vorgenommen. Trotzdem bekundete seine Mannschaft keine Anlaufschwierigkeiten: «Wir starteten recht gut ins Spiel, gerade auch von der Motivation und Energie her.» Prompt sorgte der HCR mit vier Toren bis zur zehnten Minute für die frühe Entscheidung. Im weiteren Verlauf schaltete er einen oder zwei Gänge zurück, um in den ersten zehn Minuten des Schlussdrittels mit fünf Toren vom 8:2 zum 13:2 nochmals richtig aufs Gaspedal zu drücken. Das sichere Vorrücken ins Achtelfinale war schon zuvor festgestanden.

Erstellt: 15.09.2019, 20:30 Uhr

Telegramme

HC Rychenberg – Grasshoppers 6:7
(4:2, 1:3, 1:2). – Axa-Arena. – 1300 Zuschauer. – SR Preisig/Schädler. – Tore: 1. Schwerzmann (Kern) 1:0. 1. Krebs (Iiskola) 2:0. 7. Riedi 2:1. 10. Dóža (Gutknecht) 3:1. 17. Christoph Meier (Riedi) 3:2. 20. Grunder (Schwerzmann) 4:2. 22. Johnsson (Christoph Meier) 4:3. 23. Wenk (Zolliker) 4:4. 28. Püntener (Levin Conrad) 5:4. 29. Göldi 5:5. 41. Schaub (Dóža; Ausschluss Riedi) 6:5. 46. Rüegger (Meier; Ausschluss Grunder) 6:6. 49. Johnsson (Rüegger; Ausschluss Braillard) 6:7. – Strafen: 4x2 gegen Rychenberg, 2x2 gegen GC. – Rychenberg: Gruber; Aeschimann, Schaub; Gutknecht, Dall’Oglio; Nussbächer, Levin Conrad; Kern, Grunder, Schwerzmann; Dóža, Krebs, Iiskola; Püntener, Braillard, Studer; Keller. – GC: Pascal Meier; Bier, Heller; Reusser, Graf; Zürcher, Kindler; Rüegger, Göldy, Laely; Riedi, Christoph Meier, Johnsson; Wenk, Steiger, Zolliker. – Bemerkungen: Rychenberg ohne Nils Conrad, Lutz, Wöcke (verletzt). GC ohne Laubscher und Mock. 6. Lattenschuss Braillard. 27. Lattenschuss Johnsson. 59. Time-Out Rychenberg.

Einhorn Hünenberg (2.) – HC Rychenberg 3:13
(0:5, 2:3, 1:5). – Turnhalle Ehret. – HCR-Torschützen: Lutz (2), Lutz, Dóža (5), Studer, Krebs, Schwerzmann, Keller, Kern. – Strafen: 1x2 gegen Hünenberg, 2x2 gegen Rychenberg (19. Dóža, 23. Nussbächer). – Rychenberg: Schüpbach; Levin Conrad, Sager; Gutknecht, Dall’Oglio; Noah Aeschimann, Nussbächer (31. Schaub); Püntener (31. Kern), Lutz, Keller; Dóža, Krebs, Iiskola; Neubauer, Grunder (31. Schwerzmann), Huser; Braillard, Studer. – Bemerkung: Rychenberg ohne Nils Conrad, Wöcke (verletzt).

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles