Angelica Moser

«Ich musste gleich all-in gehen»

Die Andelfinger Stabhochspringerin Angelica Moser erklärt nach ihrem 13. Rang, wie sie den Final an der WM in Doha erlebt hat.

Angelica Moser zeigte eine gute Weltmeisterschaft.

Angelica Moser zeigte eine gute Weltmeisterschaft. Bild: Reuters

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Angelica Moser, Rang 13 an der WM mit 4,50 m, erstmals qualifiziert für den Final: Wie tönt das in Ihren Ohren?

Grundsätzlich bin ich zufrieden. Besonders freut mich, dass ich erstmals auf Weltebene die Qualifikation für einen Final überstand. Das ist eine tolle Erfahrung.

Wie erlebten Sie den Wettkampf?

Die Ausgangslage war völlig neu. Die Anfangshöhe betrug 4,50 m, ähnlich hoch habe ich noch keinen Wettkampf begonnen. Darauf stellte ich mich mental ein. Und beim Einspringen gabs einige zusätzliche Sprünge über grössere Höhen, mit härteren Stäben. Das alles sorgte für zusätzliche Nervosität.

Diese 4,50 zum Auftakt übersprangen Sie auf Anhieb. Was ging Ihnen anschliessend durch den Kopf?

Nun auf 4,60 m steigern wäre angenehmer. Aber es gab keine Wahl. Ich stand in einem WM-Final und nicht an einer Nachwuchs-Meisterschaft. Oder anders gesagt: Ich musste sogleich all-in gehen. Heisst: Den Stab sogleich wechseln und einen noch härteren springen. Dass ich drei Mal scheiterte, wobei bei Versuch 2 nur knapp, ist schade.

Sind Ihnen als Wettkampf-Athletin, die ihre Leistung im entscheidenden Augenblick abrufen kann, in Doha die besten Sprünge gelungen?

Bezogen auf die Sommersaison sicher. Ob jene in der Halle im März mit 4,65 m besser waren, kann ich nicht sagen. Aber ich bin stolz, wie wir es nach den Rückenproblemen im Juni und Juli wieder hingekriegt haben. Es ist toll, dass es wieder schmerzfrei und ohne Schmerzmittel geht.

Wie erlebten Sie die ungewohnte Atmosphäre, das klimatisierte Stadion?

Das war nicht wahnsinnig aufregend. Das Springen entsprach in etwa jenen in der Halle: kein Wind, immer gleich warm. Auf die anderen Besonderheiten stellte ich mich ein: die Hitze im Freien und dass es nötig ist, immer eine Jacke dabeizuhaben, um sich in den klimatisierten und heruntergekühlten Innenräumen nicht zu erkälten.

Wie geht es nun weiter?

Am Montag ging ich mit meinen Eltern auf eine Wüstensafari. Und am Abend ist klar: Ich bin im Stadion dabei und verfolge die Schweizer – bis ans WM-Ende. Besonders freue ich mich auf den Stabhochsprung der Männer.

Und sportlich?

Nach dieser langen Saison mit der Verletzung Anfang Sommer ist die obligate Pause besonders wichtig. Rund zwei Wochen gönne ich mir. Danach starten wir mit dem Basistraining. Nächstes Jahr sind die Olympischen Spiele das Hauptziel. In Tokio geht es sicher nicht darum, einfach dabei zu sein. Die Erfahrung dieser WM kann und will ich nutzen.

Erstellt: 30.09.2019, 19:12 Uhr

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