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«Ich wollte ihm wehtun»

Der Brite James Wade irritiert an der Darts-WM mit aggressivem Verhalten. Den Grund dafür liefert er am Tag danach.

James Wade gewinnt den zweiten Satz und brüllt seinen Gegner an. Seigo Asada nimmt es stoisch zur Kenntnis. James Wade gewinnt den entscheidenden fünften Satz und brüllt seine Freude ins Publikum. Seigo Asada nimmt es stoisch zur Kenntnis. Er gibt dem Sieger die Hand und verbeugt sich. Kurz darauf brüllt James Wade seinen Gegner im Vorbeigehen noch einmal an. Seigo Asada registriert das nicht mehr.

Es ist nicht die feine Art, wie der Brite im Zweitrundenspiel der Darts-WM mit seinem japanischen Widersacher umgeht. Wer denkt, seine Aussetzer seien der Anspannung, dem Adrenalin geschuldet, irrt. Als Wade die Bühne verlässt und vor der johlenden Menge im Londoner Alexandra Palace zum Interview erscheint, sagt er ins Sky-Mikrofon (im Tweet unten ab 1:16): «Ich habe kein grosses Spiel gezeigt. Aber ich wollte ihm wehtun. Ich wollte ihm wirklich im Gesicht wehtun und weiterkommen. Das war für meinen Sohn und auch für das Vereinigte Königreich.»

Die Aggressivität, mit der Wade aufgetreten war, und seine befremdlichen Worte stiessen in der Szene auf Unverständnis. John Lowe, eine ehemalige Weltnummer 1, twitterte: «Schreckliches Interview, James. Ich bin nicht beeindruckt und enttäuscht von einem Profi.»

Der frühere Profi Wayne Mardle reagierte ähnlich entgeistert und sagte bei Sky: «Was meint er mit seinen Aussagen? Dass er ihm ins Gesicht schlagen wollte? Ich hoffe, er wacht morgen auf und wird sich bewusst, dass er einen Fehler gemacht hat.»

Tatsächlich, am Tag danach erklärte sich Wade in einem ausführlichen Statement auf Twitter. Darin entschuldigte er sich bei Asada, den Fans und der PDC, dem veranstaltenden Verband. «Jeder, der meine Profikarriere verfolgt hat, weiss, dass dieses Verhalten nicht meinem Charakter entspricht. Ich bin sehr enttäuscht von mir.» Den Grund für sein Benehmen lieferte der 35-Jährige ebenfalls: «Bereits vor der Partie habe ich im Rahmen meiner Hypomanie mit mir gekämpft. Diese Schübe können mir jederzeit passieren, und niemand ist mehr verärgert darüber als ich.» Charakteristische Symptome sind eine gehobene Stimmung und gesteigerter Antrieb, zudem neigen Betroffene zu Grenzübertretungen im sozialen Bereich.

In der 3. Runde trifft der als Nummer 9 gesetzte Wade am Sonntag auf den Sieger des Duells zwischen dem Holländer Jelle Klaasen und dem Briten Keegan Brown, das am Freitagabend stattfindet.

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