Volleyball

Im Spagat zwischen Feld und Umfeld

In der NLB der Frauen kann der VBC Aadorf viel erreichen. Rahel Oswald hatte als Teammanagerin wesentlichen Anteil an der Zusammenstellung der Mannschaft und führt sie auf dem Platz als Captain an.

Doppelrolle als Captain und Teammanagerin beim VCB Aadorf: Rahel Oswald.

Doppelrolle als Captain und Teammanagerin beim VCB Aadorf: Rahel Oswald. Bild: Urs Kindhauser

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Am Samstag beginnt für den VBC Aadorf die NLB-Saison mit dem Heimspiel gegen Volleya Obwalden. Mittendrin Rahel Oswald: als Spielerin, Captain und neuerdings auch als Teammanagerin. «Es ist ein schwieriger Spagat», sagt die 31-jährige Glarnerin. «Als Captain und Teammanagerin versuche ich für alle da zu sein, das mache ich von ganzem Herzen. Als Spielerin kämpfe ich aber auch um meinen Platz im Team.»

Zufall ist es nicht, dass Oswald in diese anspruchsvolle Position bei Aadorf gelangt ist. «Meine Arbeit hilft mir, mit der Situation umzugehen», erklärt sie. Die vielseitige Aussenspielerin ist als Pflegefachfrau auf der Intensivstation des Zürcher Triemli-Spitals tätig, mittlerweile auch als Ausbildnerin. Ihr Studium absolvierte sie an der ZHAW in Winterthur. Die Berufsausbildung ging einher mit einigen Vereinswechseln. Sie begann bei Näfels, war im NLA-Kader von Wattwil, wechselte aber ins NLB-Team von Volero Zürich. «Damals habe ich mir nicht zugetraut, das Studium zusammen mit einem NLA-Pensum zu schaffen», erklärt sie. Als sie ins Berufsleben eintrat, ging sie sogar in die 1. Liga. «Aber da fehlte mir dann doch das Feuer. Ich bin eben eine Perfektionistin und bin immer in Klubs gewesen, bei denen ehrgeizig gearbeitet wurde».

Wandervogel wird sesshaft

Aadorf als nächste und bisher letzte Adresse war deshalb eine naheliegende Wahl. «Ich kannte den VBC Aadorf als Gegnerin und hatte immer das Gefühl, es gehe sehr fair her und zu und es sei attraktiv da zu spielen.» Schliesslich kam zusammen, was zusammen gehört, weil der damalige Aadorf-Trainer Frieder Strohm etwas schneller war mit seiner Anfrage an Rahel Oswald als umgekehrt.

Das war 2014. Aadorf wurde in jener Saison auf Anhieb NLB-Meister. Jetzt beginnt Rahel Oswald ihre fünfte Spielzeit als Aadorferin. Von der Meistermannschaft ist sie als einzige noch im Fanionteam aktiv. Als Teammanagerin ist es jetzt sie, die erste Kontakte zu möglichen neuen Spielerinnen knüpft, diese für das Aadorfer Team begeistert und mögliche Verträge vorbespricht – Tätigkeiten, die sie in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand um Präsidentin Sonja Mathis erledigt. Schwer fällt ihr das nicht. «Ich habe ein grosses Beziehungsnetz, auch aus dem Beachvolleyball.» Wichtig sei es, immer die Teamkonstellation im Auge zu behalten. «Wir wollen einen guten Mix haben zwischen jungen Spielerinnen mit Potenzial und Spielerinnen, die schon Erfahrung mitbringen.»

Muriel Grässli zurück

Eine, die sehr viel Erfahrung hat und auf diese Saison hin zu Aadorf gestossen ist, ist die langjährige Spitzen-Beachvolleyballerin Muriel Grässli. Auch in der Halle spielte Grässli auf NLA-Niveau, bei Aadorf war sie schon vor knapp zehn Jahren einmal. «Ich kenne sie schon lange, wir haben den selben Jahrgang», erzählt Rahel Oswald. Da war der Kontakt schnell geknüpft. Vom NLB-Konkurrenten Steinhausen stiess Vanessa Gwerder zu Aadorf. Sie gilt als Verstärkung in der Mitte. Aus dem eigenen Nachwuchs wurde Viviane Habegger ins Fanionteam befördert. Als Libera hatte sie schon letzte Saison einige NLB-Auftritte. Dieses Trio ersetzt Lara Hasler (Franches-Montagnes/NLA), Alexandra Schaber (Lugano/NLA) sowie die beiden Ausländerinnen Merlin Hurt und Juliennis Regelado, die nach Estland respektive Venezuela zurückkehrten.

Keine Ausländerin

Dass Aadorf mit Ausnahme der Deutsch-Türkin Filiz Yürükalan, die die dritte Saison im Thurgau in Angriff nimmt, keine Ausländerin mehr hat, stört die Teammanagerin nicht: «Ich finde nicht, dass wir eine Ausländerin brauchen. Wir haben ja Cao,» scherzt Oswald. «Cao» ist Gilman Cao Herrera, der Trainer, der mit den Aadorferinnen in die zweite Saison geht und auf der ersten aufbauen kann. Mit Florian Heidrich hat er einen neuen Assistenztrainer erhalten.

Bei den Spielerinnen gab es diesmal im Vergleich zum Vorjahr, als nicht nur der Trainer, sondern ein erheblicher Teil des Teams neu waren, nicht allzuviele Wechsel. «Wir haben zusammen schon etwas erreicht. Das ist eine Stärke von uns», glaubt Oswald. Von der Qualität der Zugänge und überhaupt in der Mannschaft ist sie überzeugt, gibt aber zu bedenken: «Viele gute Einzelspielerinnen machen noch kein Team.»

Zielsetzung schwierig

Letztlich weiss man auch nicht genau, wie stark die Gegnerinnen sein werden, zumal es in der NLA zwei Teams weniger gibt als letzte Saison und die eine oder andere ehemalige NLA-Spielerin in der zweithöchsten Spielklasse Unterschlupf gefunden haben dürfte. Deshalb ist es schwierig, ein konkretes Saisonziel zu benennen. «Einige Spielerinnnen wollen NLB-Meister werden, andere unter die ersten Drei und wieder andere zuerst einfach einmal die Finalrunde erreichen», erklärt Oswald. Sie selber ist ehrgeizig und doch diplomatisch: «Ich will einfach jedes Spiel gewinnen.» Aber von einer Sache ist sie überzeugt: «Wenn wir uns finden, dann können wir viel erreichen.» (Der Landbote)

Erstellt: 11.10.2018, 18:12 Uhr

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