Squash

Nicht mehr unbesiegbar

Gaby Huber vom SRC Winterthur ist als Schweizer Einzel-Meisterin abgelöst worden. Dank einer Willensleistung reichte es der 37-Jährigen in Uster aber noch zu Platz drei.

Trotz gesundheitlichen Problemen Dritte: Gaby Huber.

Trotz gesundheitlichen Problemen Dritte: Gaby Huber. Bild: Stefan Kleiser

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Eine neue Generation an Spielerinnen übernimmt die Herrschaft im Schweizer Frauen-Squash. Am Sonntag gewann die 20-jährige Pfäffikerin Cindy Merlo erstmals die Goldmedaille an der Schweizer Einzel-Meisterschaft. In der Squash Arena Uster bezwang sie im Final die zweieinhalb Jahre ältere Nadia Pfister. Die Fricktalerin war zum ersten Mal in ihrer Karriere ins Endspiel vorgerückt - dank eines Sieges über Titelverteidigerin Gaby Huber.Die Spitzenspielerin vom Squash Racket-Club Winterthur hatte gehofft, den Lauf der Dinge ein weiteres Mal stoppen zu können. Schliesslich hatte die 37-Jährige die nationalen Titelkämpfe ja vor einem Jahr zum achten Mal in zehn Jahren zu ihren Gunsten entschieden. Es war ein fulminantes Comeback gewesen. Gaby Huber konnte nach einer im Dezember 2015 erlittenen Verletzung am Knie mehr als ein Jahr keine Wettkämpfe bestreiten.

Der Körper widersetzt sich

Das hinderte die Ausnahmespielerin jedoch nicht daran, nach der Rückkehr weiter die Aussstrahlung der Unbesiegbarkeit zu besitzen. An der Schweizer Einzel-Meisterschaft vor einem Jahr war Gaby Huber erst ein paar Monate zurück im Wettkampf und gleich wieder die Beste. Doch an diesem Wochenende war es anders. Der Vorsprung auf die jungen Widersacherinnen ist aufgebraucht.

Das ist nicht erstaunlich, hat die Winterthurerin doch den Aufwand für Squash auf ein überschaubares Mass reduziert. Dagegen trainieren die Gegnerinnen teilweise zwei Mal am Tag. Halbfinal-Bezwingerin Nadia Pfister etwa hat den Squashsport vor zwei Jahren zum Beruf gemacht. So wie einst auch Gaby Huber, die im Januar 2012 im World Ranking Position 29 belegte. Viele Jahre reichte die Erfahrung von der Profi-Tour, um alle anderen Schweizerinnen zu dominieren.

In Uster war Huber, die Nummer zwei der Setzliste, zunächst mit einem Freilos in die zweite Runde aufgerückt und danach erneut ohne Match in den Halbfinal vorgestossen – weil ihre Gegnerin zum vorgesehen Spieltermin nicht antreten konnte. Im Halbfinal widersetzte sich dann aber der Körper. Die Winterthurerin hatte gerade einen 0:1-Satz-Rückstand in einen 2:1-Satz-Vorsprung umgewandelt, als die Achillessehnen zu schmerzen begannen.

Jetzt schonen für die EM

Diese hatten ihr schon während der Zeit auf der Profi-Tour Probleme bereitetet. «Am Ende des vierten Satzes war es nicht mehr gut», sagt Gaby Huber. Sie unterlag der Nummer drei der Setzliste in fünf Sätzen. Und überlegte sich, am Sonntag gegen die 16-jährige Sportschülerin Ambre Allinckx gar nicht mehr anzutreten. Der Schrei nach der ohne Satzverlust gewonnenen Partie um Platz drei sei kein Freudenschrei über den dritten Platz gewesen, erklärt Huber.

Die Emotionen hätten sie vielmehr überkommen, «weil ich nicht gewusst habe, ob ich überhaupt spielen kann». Wieso sie dies trotz der Schmerzen tat? «Ich wollte es einfach probieren.» Wären die Schmerzen zu gross gewesen, hätte sie aufgeben. So freute sie sich am Ende, «dass ich eine gute Leistung gezeigt habe». Es war ein weiterer Sieg des Willens, der Gaby Huber immer ausgezeichnet hat. Nun muss sie aber pausieren. Ob die Achillessehnenprobleme den Start an der Team-Europameisterschaft von Anfang Mai gefährden, «das weiss ich noch nicht».

(Der Landbote)

Erstellt: 15.04.2018, 22:10 Uhr

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