Football

Nichts für schwache Nerven

Die Winterthur Warriors gewinnen in Basel 65:62, aber erst nach der Overtime.

Moritz Boller (rechts) realisierte in der Verlängerung den entscheidenden Touchdown.

Moritz Boller (rechts) realisierte in der Verlängerung den entscheidenden Touchdown. Bild: Urs Kindhauser/Archiv

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Dieses Spiel war nichts für schwache Nerven und wies zwei ziemlich gegensätzliche Halbzeiten auf. In der ersten Halbzeit dominierten die Warriors die Gastgeber und gingen rasch in Führung und lagen zur Pause eigentlich komfortabel 34:21 vorne, doch der Vorsprung schmolz wie Eis in der Sonne, weil die Warriors den Start zur zweiten Hälfte verschliefen, während die Basel Gladiators hellwach aus der Kabine kamen. Plötzlich konnten die Gladiators schalten und walten, wie sie wollten, während den Warriors gar nichts mehr zu gelingen schien. Basel holte auf und zog auf 42:34 weg.

Man fragte sich: Was war los mit der Winterthurer Defense? Die Antwort: Aufgrund zahlreicher Absenzen mussten Umstellungen vorgenommen werden. Verschiedene Spieler mussten Offense wie auch Defense spielen. Immerhin: Trotz des Rückstandes gaben die Warriors nicht auf, gingen 52:49 in Führung und lagen 51 Sekunden vor Schluss doch wieder 52:56 hinten. Da hatte Quarterback Zach Shaw alle Zeit der Welt. Seine Receiver liefen in Stellung, er fand Alexander Meier, eigentlich ein Rookie, der noch vor einem Jahr Unihockey gespielt hatte, und dieser brachte den Ball in die Endzone. Wieder Führung Warriors, 59:56. Doch das sollte noch immer nicht reichen. Basel stürmte erfolgreich in die Hälfte der Warriors, man entschied sich für ein Field Goal und erzielte dies aus über 30 Metern, ganze 7 Sekunden vor Schluss. Es ging in die Verlängerung.

Touchdown in der Overtime

In der Overtime bekommt jede Mannschaft einmal das Angriffsrecht. Von der 25-Yard-Linie wird gestartet und man versucht Punkte zu erzielen. Basel war zuerst an der Reihe und entschied sich nach drei erfolglosen Versuchen für ein Field Goal – was auch erfolgreich war: Basel 62, Warriors 59. Nun bekamen die Warriors noch einmal die Chance auszugleichen oder mit einem Touchdown das Spiel für sich zu entscheiden. Ein Field Goal hätte lediglich zu einer weiteren Overtime geführt, ausserdem ist bekannt, dass den Warriors ein spezialisierter Field Goal Kicker fehlt. Deshalb musste ein Touchdown her. Und tatsächlich: Von der 21-Yard-Linie avisierte Quarterback Shaw seinen Lieblings­receiver dieses Spiels, Moritz Boller. Dieser warf sich in die Endzone und sicherte mit einem weiteren Touchdown den Warriors-Sieg in extremis.

Für die Warriors bedeutet der fünfte Sieg im neunten Spiel Platz vier. Das ist klar weniger, als man sich noch vor der Saison erhofft hat. Daran dürfte sich kaum noch etwas ändern. Und da die Broncos bereits als Qualifikationssieger feststehen, stehen den Warriors nun noch zwei Spiele gegen die stärkste Mannschaft der Schweiz bevor, eben die Calanda Broncos. Zuerst das Heimspiel der Regular Season am Samstag und dann das Halbfinalspiel Anfang Juli.

Sichtbares Personalproblem

Die Warriors haben ein massives Personalproblem, sowohl in der Offense, viel stärker aber noch in der Defense. Linebacker und Defensive Backfield sind reihenweise verletzt ausgefallen. Dies führt dazu, dass beispielsweise der Import-Lineman Jeffrey Stephens sich nach hinten orientieren muss. Die Warriors verfügen zwar über ein ansprechend grosses Kader – aber die Saison ist weit fortgeschritten. Verletzungen gibt es immer, es ist jedoch auffällig, dass es in diesem Jahr insbesondere eine Reihe bestens trainierter Starter trifft. Rookies können die fehlenden Stammspieler nur punktuell ersetzen. Weiter ist man auf Positionen wie dem Kicker nicht optimal besetzt, es fehlt auch hier ein Spezialist, der nicht weitere Aufgaben auf dem Feld übernehmen muss. (Der Landbote)

Erstellt: 12.06.2018, 14:44 Uhr

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