Unihockey

Rychenberg steht definitiv im Playoff

Mit einem 5:3-Sieg in Thun sichert sich der HC Rychenberg definitiv die Teilnahme am Playoff. Gegen Malans unterlag er tags darauf nach einer frühen 0:4-Rückstand mit 4:5.

Pascal Kern verkürzte gegen Malans 27 Sekunden vor Schluss auf 4:5. Doch der Ausgleich fiel nicht mehr.

Pascal Kern verkürzte gegen Malans 27 Sekunden vor Schluss auf 4:5. Doch der Ausgleich fiel nicht mehr. Bild: Urs Kindhauser/Archiv

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Der HC Rychenberg hatte sich mit zuletzt guten Resultaten nahe an eine Playoff-Teilnahme gespielt. Am Samstag gelang es dem Team von Philipp Krebs nun in Thun, die letzten noch nötigen Punkte zu holen und sich damit aus eigener Kraft in den Top 8 zu halten. Nach zwei klar überlegen geführten ersten Dritteln und einem Nachlassen im letzten Abschnitt setzte er sich verdientermassen mit 5:3 durch. Ganz anders verlief tags darauf die Partie in Maienfeld: Wie schon im Hinspiel erwischte der HCR einen schwachen Start, und rannte danach dem eingehandelten Rückstand über fünfzig Minuten lang hinterher. Trotz viel Kampfgeist kam er nicht näher als auf ein Tor heran.

Nur 40 Minuten lang bei der Sache

Der HCR ging in Thun so ins Spiel, wie es von seinem Trainer im Vorfeld gefordert worden war: «Es gilt, nach der Natipause den Rhythmus schnellstmöglich wiederzufinden.» Seine Mannschaft kam diesem Ansinnen vom Anpfiff an sehr gut nach und trat geduldig, fokussiert und – nach einer kurzen Eingewöhnungszeit – auch mit dem nötigen Tordrang auf. Derart unterwegs bestimmte der HCR in den ersten zwanzig Minuten nahezu ohne Unterbruch die Gangart und gestand dem Gegner auch so gut wie keine und schon gar keine gefährlichen Offensivaktionen zu. Folgerichtig führten die Winterthurer nach dem ersten Drittel dank einer Triplette in der 14. Minute mit 3:0.

Im zweiten Abschnitt wurde Thun etwas aktiver und den Winterthurern unterliefen anfangs ein paar Fehler mehr, richtig gefährlich wurde es vor ihrem Tor deswegen freilich kaum. Diese – das Geläuf imitierende – etwas holperige Phase endete nach fünf Minuten. Der HCR wurde wieder stilsicherer und präziser und gewann so wieder die klare Oberhand. Was er sich für den Rest des Mitteldrittels allerdings vorzuwerfen hatte, war, dass er sehr sorglos mit seiner Vielzahl an aufgelegten Torchancen umging. Allein zwischen der 32. und 39. Minute konnten die Winterthurer ein halbes Dutzend Mal solo, in ein- oder in mehrfacher Überzahl auf das Thuner Tor zulaufen, ohne dass dabei etwas herausschaute. Nicht einmal der Keeper musste eingreifen, da den Abschlüssen die Genauigkeit fehlte.

«Wir zeigten zwei sehr souveräne erste Drittel, in denen wir einzig ein bisschen zu wenig konsequent waren. Nach vierzig Minuten müsste der Abstand grösser sein.»HRC-Trainer Philipp Krebs

So blieben die Treffer von Tobias Studer und Michel Wöcke eine ungemein karge Ausbeute und Krebs konstatierte: «Wir zeigten zwei sehr souveräne erste Drittel, in denen wir einzig ein bisschen zu wenig konsequent waren. Nach vierzig Minuten müsste der Abstand grösser sein.» Trotzdem, beim Stand von 5:0 schien die Begegnung dennoch vorentschieden. Zu eindeutig waren die Vorteile auf Seiten der Winterthurer gewesen.

Doch der HCR wog sich in zu grosser Sicherheit, verlor im letzten Drittel den Fokus und baute signifikant ab. Thun witterte seine Chance und kam bis zur 54. Minute durch ein Distanzschusstor, eines in doppelter Überzahl und ein Eigentor auf 3:5 heran. Krebs war – nicht verwunderlich – vom Umschwung wenig begeistert, umso mehr aber von der Reaktion: «Da war jene Phase mit der Doppelstrafe, was unnötig war. Da wurde es kurz hektisch. Positiv war, dass wir uns danach sehr gut fingen, das Spiel in den letzten sechs Minuten wieder kontrollierten und nichts mehr anbrennen liessen.» Alles in allem zeigte er sich zufrieden mit dem ersten Auftritt nach der Natipause: «Wir waren in einem nicht einfachen Auswärtsspiel einigermassen souverän, und die definitive Playoff-Qualifikation zwei Runden vor Schluss hätten die meisten nach den ersten sechs Runden der Saison wohl nicht erwartet.»

Charakter gezeigt, aber nicht belohnt

Ein Déjà-vu erlebte der HCR gegen Malans. Mitte November hatte er im Hinspiel den Start völlig verpatzt und im Rückspiel war er anfangs erneut nicht auf der Höhe seiner Aufgabe. Zweimal passte er nicht recht auf und so hiess es aus seiner Sicht nach 66 Sekunden 0:2. Zwar stabilisierten sich die Winterthurer kurz darauf, doch der Schaden war bereits angerichtet. Erst recht da die Bündner, bestärkt durch die frühen Tore, weiterhin äusserst effizient blieben und bis zur 14. Minute noch zwei ihrer nächsten drei Chancen nutzten.

Allerdings zeichnete sich bereits da ab, dass der HCR trotz des Fehlstarts und eines Eigentores die Ruhe bewahrte. Er bekam das betont vertikale Spiel des Gastgebers sukzessive besser unter Kontrolle und erarbeitete sich ab Drittelshälfte ein Chancenplus. Dem 1:4 standen aber entweder eine falsche Entscheidung oder die mangelnde Genauigkeit im Abschluss im Wege.

Das Verpasste holten die Winterthurer im zweiten Abschnitt nach. Malans schien mehrheitlich bloss den Vorsprung zu verwalten, während der HCR gelegentlich gefährlich wurde. Zwei Einwechslungen brachten ab Spielhälfte neuen Schub und es war prompt der lange verletzte Verteidiger Luca Dall'Oglio, der Tuomas Iiskola in der 36. Minute das 1:4 auflegte. Tobias Studer liess in der 40. Minute einen zweiten Treffer folgen, wodurch der HCR auch resultatmässig wieder im Spiel war.

Schwer nachvollziehbare Schiedsrichter-Entscheidung

Der HCR fand auch im Schlussdrittel öfter den Weg zu gefährlichen Offensivaktionen und verdiente sich so in der 44. Minute das Anschlusstor durch den ebenfalls zur Spielhälfte eingewechselten Jonas Lutz. Bei diesem 3:4 blieb es bis 104 Sekunden vor dem Schlusspfiff. Der HCR spielte seit Kurzem mit einem sechsten Feldspieler und drängte auf den Ausgleich, da griffen die Schiedsrichter ins Geschehen ein: Nino Vetsch beförderte Studer in zwei Anläufen unsanft über die Bande und bekam dafür zurecht eine Strafe. Warum auch Studer für zwei Minuten raus musste, das wussten wohl nur die Götter.

«Was nach dem verschlafenen Start kam, war ziemlich stark, gerade auch mental. Vor allem zeigten wir heute auch vieles, was es in den Playoffs braucht.»HCR-Trainer Philipp Krebs

Mit fünf statt sechs gegen vier Feldspieler schaffte der HCR nach einem Empty Netter nur noch den Anschlusstreffer zum 4:5. Die letzte Ausgleichschance verpasste Iiskola 13 Sekunden vor dem Abpfiff, indem er am weiten Pfosten einen Flippass Pascal Kerns verfehlte. Es resultierte eine Niederlage, die wenig zwingend war, aber mit dem Kaltstart und dem lange Zeit ungefährlichen Powerplay zu begründen war. Trotzdem zeigte Krebs ein zufriedenes Gesicht: «Was nach dem verschlafenen Start kam, war ziemlich stark, gerade auch mental. Vor allem zeigten wir heute auch vieles, was es in den Playoffs braucht: Die Special Teams sind auf einem guten Weg und die Mannschaft ist einigermassen ausgeglichen über drei Linien.» Noch sind die Viertelfinals freilich ein Qualifikationsspiel entfernt.

Erstellt: 09.02.2020, 21:59 Uhr

NLA

UHC Thun – HC Rychenberg 3:5 (0:3, 0:2, 3:0)

MUR, Thun. - 210 Zuschauer. - Tore: 14. (13:13) Püntener (Nussbächer) 0:1. 14. (13:24) Schaub 0:2. 14. (13:54) Wöcke (Iiskola) 0:3. 30. Studer (Püntener) 0:4. 38. Wöcke (Braillard) 0:5. 44. Fankhauser (Ammann) 1:5. 54. (53:11) Mendrek (?eho?; Ausschlüsse Ott und Grunder) 2:5. 54. Eigentor Rychenberg (Ausschluss Grunder) 3:5. - Strafen: 2-mal 2 gegen Thun, 4-mal 2 gegen Rychenberg. - Rychenberg: Schüpbach; Nils Conrad, Levin Conrad; Gutknecht, Nussbächer; Noah Aeschimann, Tim Aeschimann; Wöcke, Braillard, Iiskola; Püntener, Dóža, Studer; Kern (48. Lutz), Krebs, Schaub; Grunder, Ott. - Bemerkungen: Rychenberg ohne Schwerzmann (verletzt), Keller, Neubauer (krank), Sager (U21). 14. Time-out Thun. 42. Schüpbach pariert Penalty ?eho?s. 51. Schüpbach pariert Penalty Mendreks. 58. Pfostenschuss Studer. Thun ab 58:07 in Ballbesitz mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. 60. Pfostenschuss Levin Conrad. .


Alligator Malans – HC Rychenberg 5:4 (4:0, 0:2, 1:2)

Lust, Maienfeld. - 390 Zuschauer. - Tore: 1. (0:48) Schnell (Tromm) 1:0. 2. (1:06) Vetsch (Veltšmíd) 2:0. 9. Nurmela (Schnell) 3:0. 14. Eigentor Rychenberg 4:0. 36. Iiskola (Dall’Oglio) 4:1. 40. Studer (Ausschluss Eriksson-Elfsberg) 4:2. 44. Lutz (Braillard) 4:3. 60. (59:07) Schnell (Ausschlüsse Vetsch und Studer; ins leere Tor) 5:3. 60. (59:33) Kern (Dóža; Ausschlüsse Vetsch und Studer; Rychenberg ohne Torhüter) 5:4. - Strafen: Je 4-mal 2. - Rychenberg: Gruber; Nils Conrad, Levin Conrad; Gutknecht (32. Dall’Oglio), Nussbächer; Noah Aeschimann, Tim Aeschimann; Wöcke, Braillard, Iiskola; Püntener (32. Lutz), Dóža, Studer; Kern, Krebs, Schaub; Grunder. - Bemerkungen: Rychenberg ohne Schwerzmann (verletzt), Keller, Neubauer (krank), Sager (U21). 22. Pfostenschuss Schaub. 34. Pfostenschuss Veltšmíd. 44. Lattenschuss Nylund. 57:43 Time-out Rychenberg. Rychenberg von da an in Ballbesitz mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. 59:33 Time-out Malans.

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