Leichtathletik

Team-Meistertitel mit Emotionen

Die Stabspringer der LV Winterthur wurden Schweizer Mannschafts-Meister. Teamleader Patrick Schütz kam so zu einem späten Erfolgserlebnis.

Im letzten Wettkampf der Saison übersprang der 36-jährige Patrick Schütz 5,05 m.

Im letzten Wettkampf der Saison übersprang der 36-jährige Patrick Schütz 5,05 m. Bild: Heinz Diener

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Er schüttelt den Kopf. «Ich kann’s nicht glauben», sagte er und untermauerte das Ganze mit seiner Körpersprache. Bei 4,75 m überquerte Patrick Schütz die Latte in Extremis. Sie wippte auf und nieder, blieb aber auf dem Ständer. Dasselbe bei 4,90 m und besonders eng bei 5,05 m. «Eigentlich schaffte ich es mit kaum einem Körperteil richtig», sagte er. Hinzu kam, dass es sich stets um die zweiten oder dritten Versuche handelte. Der Druck auf Schütz also besonders gross war.Aber auf einige Faktoren baute der 36-jährige Routinier: die Anlage, die Erinnerungen und die Emotionen. Vor 18 Jahren sprang Schütz auf dem Wisacher in Regensdorf 4,88 m. Das ist bis heute Schweizer Bestleistung auf Stufe U18. Ein weiteres Erfolgserlebnis kam vier Jahre später hinzu, als Schütz ebenfalls in Regensdorf 5,30 m meisterte. Und obwohl der heutige Jurist und Coach der LV Winterthur die Besthöhe drei Jahre später nochmals um 5 Zentimeter hochschraubte, es ist ein Topwert in der Karriere geblieben. 2009 übersprang er in Regensdorf nochmals 5,30 m, wiederum den besten Wert des Jahres. «Die Anlage liegt perfekt», sagt er.

Erfolgsdruck standgehalten

Den Meistertitel hatten Schütz und seine Teamkollegen Adrian Kübler, Andrin Frei und Silas Keller bei 4,75 längst gesichert. Die Winterthurer waren erwartungsgemäss hoch überlegen. Mit der Durchschnittshöhe von 4,75 m der drei besten Springer wiesen sie am Schluss ein Plus von 50 Zentimentern auf die nächsten Verfolger LV Fricktal auf. Ganz so reibungslos verlief der Wettkampf allerdings auch aus Teamsicht nicht. Weil Keller als Nummer 4 in der internen Hierarchie auf der Anfangshöhe scheiterte, war das Streichresultat gegeben und ein weiterer Nuller tabu. Kübler (Schlusshöhe 4,60 m), Frei (4,60) und Schütz schafften diese Hürde mit Bravour.

Für Schütz stand sodann das persönliche Erfolgserlebnis im Zentrum. Zu diesem kam er, und es freute ihn explizit: Seit 2001 übersprang er in jeder Freiluftsaison 5 m und mehr. In diesem Jahr fehlte dieses Erfolgserlebnis bis Regensdorf. «Ein solches Ziel im letzten Wettkampf und auf diese Art und Weise schaffen, das bereitet Freude», sagte er. Und er hob hervor, «dass in diesem Jahr die Bedingungen nicht ganz perfekt waren». Es herrschte leichter Gegenwind. Auch darum sagte Schütz: «Ich hatte heute riesiges Glück, aber irgendwie das Glück des Tüchtigen.»

«Ich hatte heute riesiges Glück, aber irgendwie das Glück des Tüchtigen.»Patrick Schütz

Die einzigen LVW-Vertreter waren die Stabspringer nicht bei dieser Team-SM mit je sechs Titelmöglichkeiten bei den Männern und Frauen. Ohne die verletzte Mehrkämpferin Valerie Reggel blieben aber Medaillenhoffnungen im Weit- und im Hochsprung unerfüllt. Die Winterthurerinnen hatten zuviel Durchhänger. Es gab zwei fünften Ränge mit dem Durchschnittswert von 1,55 m (Hoch) und 5,36 m (Weit) fest. Platz 6 schaute für die 800-m-Läuferinnen (ohne die Saisonbeste Lisa Kurmann) heraus.

Für das beste Ergebnis hinter den Stabspringern sorgten die Diskuswerfer mit Rang 4. Allerdings war die Differenz zum Bronzeplatz beträchtlich und waren auch nur vier Teams dabei. Einer freute sich dennoch: Mathias Knöri übertraf erstmals die 40-m-Marke (40,28 m).

Erstellt: 16.09.2018, 18:43 Uhr

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