Winterthur

Ungewöhnlich guter Einstand im Weltcup

Nach seinen ersten drei Weltcupeinsätzen geht es für Kalle Koblet vorerst im Europacup weiter. Der Winterthurer hat geschafft, was noch keinem Schweizer Snowboardcross-Fahrer gelungen ist.

Am Snowboardcross-Weltcup in Feldberg stiess der 18-jährige Winterthurer Kalle Koblet (rechts) im ersten Rennen bis in die Viertelfinals vor.

Am Snowboardcross-Weltcup in Feldberg stiess der 18-jährige Winterthurer Kalle Koblet (rechts) im ersten Rennen bis in die Viertelfinals vor. Bild: Christine Bilecki

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Dreimal stand Kalle Koblet an einem Snowboardcross-Weltcup am Start, dreimal überstand er die Qualifikation für die Achtelfinals der besten 48 Fahrer. Das habe noch kein Schweizer geschafft, lobte Cheftrainer Mario Fuchs den 18-Jährigen aus Seen.

Mehr als Glück

Sein Debüt auf der höchsten Stufe verlief nach Mass. Mitte Dezember am Weltcup im Montafon beendete er die Qualifikation als Elftschnellster, das Rennen schloss er im 15. Platz ab. «Diesen Einstieg hätte ich nicht erwartet», blickt Koblet zurück. «Im Montafon wäre ich schon mit einem 40. Platz zufrieden gewesen.»

An seinem zweiten Weltcupeinsatz, letztes Wochenende in Feldberg (Deutschland), versuchte er, «das erste Resultat unbedingt zu bestätigen», erklärt er. «Ich wollte nicht, dass es heisst, ich hätte im Montafon einfach Glück gehabt.»

Es ging auf. Mit der 14. Zeit in der Qualifikation stieg er in dieses Weltcup-Wochenende im Schwarzwald. Im ersten Rennen überstand er die Achtelfinals, schied im Viertelfinallauf als Fünfter aus und schloss auf dem 18. Platz ab. Weniger gut liefs tags darauf. Durch einen Fahrfehler blieb er schon im ersten Lauf hängen. «Der Kurs war sehr kurz, man konnte sich nichts erlauben.»

Bester Schweizer

Seine Zwischenbilanz lässt sich sehen. «Ich bin sehr zufrieden», sagt Koblet nach den drei ersten Weltcup-Erlebnissen. In der Gesamtwertung ist er auf dem 23. Platz aktuell der am besten klassierte Schweizer.

Der Winterthurer bestreitet nicht die komplette Weltcup-Tour. Die nächsten Rennen in der zweiten Februarhälfte in Russland und Südkorea lässt er, wie geplant, aus. Nur die Pro-Team-Fahrer Jérôme Lymann und Tim Watter treten dort an. Koblet, der noch zum Challenger-Team gehört, steigt am ersten März-Wochenende in Veysonnaz wieder ein. Die Weltcups sind für ihn vorderhand nur ein Thema, wenn sie in der Nähe stattfinden.

Auf diese Saison ist Koblet vom Schweizer C- ins B-Kader aufgestiegen, was unter anderem den Vorteil hat, dass er nun im Kleinbus des Nationalkaders an die Rennen reisen darf. Fahrkosten also kann er sich mittlerweile sparen. Für den grossen Rest aber muss er weiterhin selbst aufkommen. Sogar fürs Startgeld. Jenes im Montafon belief sich auf 70 Euro. Als Mitglied des Pro-Teams des Schweizer Verbandes bekäme er alles bezahlt, ausser Flugreisen.

Den Kurs halten

Pro Saison belaufen sich seine Kosten «auf über 10 000 Franken», bemerkt er. Den grössten Teil zahlen die Eltern. Immerhin ist der Materialbereich abgedeckt: Das Sportfachgeschäft in Hegi unterstütze ihn «sehr gut» und ein Zürcher Produzent liefere Bretter, die «für mich gebaut sind und ausgezeichnet laufen», sagt Koblet, der nach zwei Jahren in der United School of Sports im Sommer sein 2-jähriges Praktikum im Sportamt der Stadt Zürich begonnen hat. Der Arbeitgeber komme ihm sehr entgegen, betont er. «Derzeit kann ich nicht einmal zu fünfzig Prozent arbeiten.»

Denn die nächsten Rennen stehen schon bald bevor. Bereits an diesem Wochenende geht es im Europacup in Grasgehren, auf seiner Lieblingsstrecke, weiter. In Deutschland tauchen auch die meisten Weltcuprider auf, sie nutzen den Europacup als Wettkampftraining. «Das Feld wird stark sein», meint Kalle Koblet, der sich vornimmt, «wieder gut zu fahren».

Er möchte den eingeschlagenen Kurs halten. «Momentan bin ich auf gutem Weg ins Pro-Team», denkt er. «Das heisst allerdings noch nicht, dass ich schon in der nächsten Saison dort dabei sein kann.»

Erstellt: 28.01.2016, 16:48 Uhr

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