Vor grossen Herausforderungen

Am Samstag trägt der HC Rychenberg gegen die Tigers Langnau zum vierten Mal ein Event-Heimspiel in der Eulachhalle aus. Der Traditionsverein steht vor einem Umbruch – nicht nur, aber auch wegen Win4,der neuen Spielstätte auf dem Deutwegareal.

Eine grosse Kulisse erwartet der HC Rychenberg auch zu seinem vierten Eventheimspiel.

Eine grosse Kulisse erwartet der HC Rychenberg auch zu seinem vierten Eventheimspiel. Bild: Marc Dahinden

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Der 17. August dieses Jahres ist nicht nur für die Handballer von Pfadi Winterthur ein besonderes Datum, sondern auch für Rychen­berg. Dann wird auf dem Deutwegareal Win4 eröffnet, die neue Ballsportarena mit einer Kapazität von 2000 Zuschauern. Die Unihockeyaner werden da mit ihrem Fanionteam spielen und trainieren. Die Vorfreude ist gross. «Es wird eine ganz andere Atmosphäre sein, für die Spieler aber auch für die Zuschauer», sagt Mario Kradolfer, der beim HCR fürs Marketing zuständig und seit kurzem auch Sportchef ad interim ist.Der Zuschauerschnitt ist beim HCR in den letzten Jahren stark gestiegen. Letzte Saison betrug er klar über 600, die Saison davor dank der Halbfinal-Heimspiele in der Eishalle gegen GC waren es gar 800 im Schnitt. Dazu trugen die Eventspiele bei. Am Samstag steht gegen die Tigers Langnau das nächste an, das letzte in der Eulachhalle. Auch dank der Partien in der Eulachhalle ist es dem HCR gelungen, neues Publikum anzuziehen. Die Frage ist, was punkto Zuschauer mit dem Umzug in die neue Ballsportarena passiert. Kradolfer: «Die Halle ist eine grosse Chance für uns und für den Unihockeysport. Die Frage ist, was wir daraus machen.»

Win4 ist nicht billig

Die Herausforderung für Ry­chen­berg mit Win4 ist: In der neuen Halle zu spielen ist deutlich teurer als bisher in Oberseen, und ob die Einnahmen steigen, das kann im Voraus niemand mit Sicherheit sagen. Man wird den Gürtel vernünftigerweise also eher enger schnallen. Für Kradolfer ist klar: «Wir müssen unsere Mittel gut einteilen, um in der neuen Halle spielen zu können.» Oder neue Einnahmequellen erschliessen. Das ist nicht leicht in einer Stadt, in der Klubs wie der FCW, Pfadi, der EHCW, die Basketballer mit ihren zwei Teams, die Volleyballer, die Footballer oder auch die Red Ants bei den Frauen das Gleiche vorhaben.

Nicht zuletzt aufgrund der finan­ziellen Unwägbarkeiten wird die Gelegenheit zu einem Stra­tegiewechsel genutzt. Nachstossenden Talenten «eine ­optimale Perspektive bieten» will Rychenberg nun und teilte das in einem Communiqué im Dezember mit, als der Rücktritt des langjährigen Sportchefs Patrick Albrecht und die interims­weise Ausübung des Amtes durch Kradolfer bekannt gegeben wurde.

Eine Verjüngung des Teams ist also angesagt. Dazu muss man wissen: In der Unihockeyszene wurde Rychenberg in den letzten Jahren gerne vorgeworfen, allzu sehr auf Verstärkungen aus dem Ausland und zu wenig auf den eigenen Nachwuchs zu setzen – eine Kritik, die nur teilweise zutrifft. Tatsächlich stehen bei den Winterthurern mit den Schweden Rasmus Sundstedt und Fredrik Holtz sowie den Finnen Niklas Niiranen, Mikko Hauta­niemi und Kari Koskelainen fünf Ausländer unter Vertrag. Sie alle gelten­ als Leistungsträger. Viele ihrer Mitspieler sind aber von Rychen­berg ausgebildet worden oder spielen schon lange da.

Erfolgreicher Nachwuchs

Vermehrt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen macht aber nicht nur aus finanziellen Gründen Sinn. Denn Rychenberg ist schon seit Jahrzehnten in den Nachwuchsmeisterschaften vorne mit dabei. In der Saison 2015/16 fei­erte das U-18-Team den Schweizer-Meister-Titel. Die Basis ist also­ vorhanden. «Wenn man auf junge Spieler setzen will, muss man sie auch haben», meint Kradolfer. Beim HCR scheint das der Fall zu sein. «Die Frage ist, ob sie die von ihnen erwartete Leistung dann auch bringen.»

Für einen Umbruch sprach auch der Umstand, dass Trainer Rolf Kern nach sechs Jahren im Amt seinen Rücktritt per Ende der laufenden Saison ankün­digte. Als Nachfolger präsen­tierte Sportchef Kradolfer noch im alten Jahr Jukka Kinnunen – kein Unbekannter beim HCR. Für den 37-jährigen Finnen sprach nicht nur der Umstand, dass er früher schon für die Winterthurer gespielt hat, die Verhältnisse hier demnach kennt und die Sprache spricht, sondern: «Jukka hat schon mit jungen Spielern gearbeitet und hat nun die Aufgabe, Junge in die NLA-Mannschaft zu integrieren», so Kradolfer.

Die Ausländerfrage

Auf junge Spieler zu setzen heisst freilich nicht, auf Verstärkungen aus dem Ausland zu verzichten. Kradolfer weiss genau, dass es die auch im Unihockey braucht, wenn man konkurrenzfähig sein will. «Die Ausländer müssen Verstärkungen auf dem Feld und Vorbilder auch daneben sein», fordert der Sportchef. Diese Rolle könnten, so Kradolfer, auch die Bisherigen ausfüllen. Gespräche seien im Gange, heisst es seitens des Vereins. Aber in der Szene brodelt die Gerüchteküche. Sicher ist einzig: Nicht mehr spielen wird Koskelainen, der dem Klub aber als Assistent des neuen Chefs Kinnunen erhalten bleibt.

(Der Landbote)

Erstellt: 18.01.2018, 18:25 Uhr

Eventheimspiel in der Eulachhalle

Für den HC Rychenberg wurden am vergangenen Wochen­ende in zwei Derbys gegen GC zwei für den weiteren Saisonverlauf zentrale Fragen beantwortet: Zum einen wird es nichts mit dem zweiten Cupfinal in Folge, zum anderen steht die Teil­nahme an den Playoffs so gut wie fest. In diesen träfe Rolf Kerns Team nach derzeitiger Tabellenlage auf seinen häufigsten und auch letztjährigen Viertelfinalgegner, den überraschenden Dritten Tigers Langnau.


Wenn sich die beiden Mannschaften am Samstag um 19 Uhr in der Winterthurer Eulachhalle gegenüberstehen, geht es daher nicht nur um drei Punkte und eine möglichst gute Positionierung am Ende der Qualifikation. Das alljährliche Eventheimspiel des HCR könnte auch das Prälimi­nare für die erste Playoff-Runde sein, was ihm zusätzliche Brisanz verleiht.


Wovon die erneut in Scha­ren erwarteten Zuschauer aus­­gehen können, ist, dass die Begegnung auf entschieden höherem Niveau sein wird als jene in der Hinrunde. Im Oktober befand sich der HCR in einer ­Baisse und verlor mit 6:8, was seine vierte Nieder­lage in Serie war. Jetzt haben­ die Winterthurer vier der letzten fünf Partien gewonnen. Die Emmentaler ihrerseits holten im selben Zeitraum gar noch einen Punkt mehr. Das Duell der beiden schwedischen Doppelweltmeister Johann Samuelsson (Langnau) und dem immer besser in Form kommenden Ras­mus Sund­stedt verspricht ein spannendes und hochklassiges zu werden.rab

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