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«Wir können, wir müssen einfach gewinnen»

Gewinnen die Winterthurerinnen am Samstag zum zweiten Mal den Meistertitel? Captain Benigna von Ballmoos spricht vom Druck. Und vom Wissen, dass der Sieg wieder möglich ist.

Benigna von Ballmoos: Über die Jahre zu einer Teamleaderin geworden.
Benigna von Ballmoos: Über die Jahre zu einer Teamleaderin geworden.
Stefan Kleiser

«Es war in unserer Familie normal, dass man abends ins Training geht», erzählt Benigna von Ballmoos. Einen ihrer zwei Brüder zog es ins Handball, sie selbst zum Kunstturnen. «Manchmal vermisse ich das Kunstturnen», gesteht die 22-jährige Elggerin. «So fit war ich nie mehr. Und ich hatte dieses tolle Körpergefühl.» Wegen Rückenproblemen musste Benigna von Ballmoos das Kunstturnen als Teenagerin sein lassen. Sie ging schwimmen und entdeckte Wasserball. «Ein spannender Sport, jede Situation ist anders», sagt die Centerbackspielerin. 2007 bestritt sie ihre ersten Matches in der Damenequipe des Schwimmclubs Winterthur. Acht Jahre später ist Benigna von Ballmoos Nationalspielerin und Captain des Teams.

«Immer etwas Grosses»

«Ich bin eine derjenigen, die das Ganze zusammenhält», sagt von Ballmoos. Sie trage «Verantwortung für alle», schaue, «dass wir etwas machen und ein Team sind, das es gut hat». Die Bedeutung von Wasserball habe sich über die Jahre aber nicht verändert. «Ich habe von Anfang an jeden Tag trainiert, mit den Junioren und den Frauen. Schon da war Wasserball etwas Grosses.» Nur eine Saison war Benigna von Ballmoos weg. Bereiste Mexiko und Zentralamerika. Und arbeitete in Honduras. Als Tauchlehrerin. «Es ist eine Arbeit, die Spass macht, an Orten, die teilweise atemberaubend sind», sagt sie, die taucht, seit sie zwölf ist. «Auf der Insel in Honduras hatte es aber nur Tauchschulen und Backpacker», lacht sie. Zurück in der Schweiz, begann die 22-Jährige ein Studium in Agrarwissenschaften an der ETH. Bis zum Master wird es noch vier bis fünf Jahre dauern. Nach dem Reisen habe der Erfolg im Wasserball begonnen, erinnert sich von Ballmoos. Und der Sport habe sie noch einmal richtig gepackt. Zuvor waren die Winterthurerinnen nie besser als im dritten Rang klassiert gewesen. Im Mai 2013 stieg die Rückkehrerin wieder ins Becken – und stand zwei Monate später mit dem SCW im Playoff-Final. 2014 gewann das Team Cup und Meisterschaft. «Es war die perfekte Saison mit dem perfekten Team.»

Nur am Anfang ohne Druck

Am Samstag kann Winterthur erneut gewinnen. Vom letztjährigen Team fehlen aber einige Leistungsträgerinnen. Und es gibt keinen Trainer. «Vor dem ersten Spiel haben wir aber gemerkt, dass wir immer noch Qualität haben», sagt von Ballmoos. Doch nun müssen es junge Spielerinnen richten. Zum Beispiel Topskorerin Katja Rauber, 20. «Katja machte früher auch fünf Tore. Aber damals war das ein Bonus. Wenn sie die Tore jetzt nicht macht, fehlen sie für den Sieg.» Diesem Druck kann sich auch Benigna von Ballmoos, die ruhige Leaderin, nicht entziehen. «Am Anfang der Saison war es anders: Wir konnten ohne Druck und ohne Erwartungen spielen», sagt sie. Jetzt, als Tabellenführer und mit dem Wissen um die eigene Stärke, ist das anders. «Ich spüre den Druck extrem. Und als Captain noch viel mehr. Es ist so nahe, und wir wissen, dass wir gewinnen können. Wir müssen einfach gewinnen.» Auch, weil der Umbruch danach weitergeht.

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