Zwei Punkte dank Widerstandskraft

Der HC Rychenberg stemmt sich gegen Köniz vehement gegen alle Unbill und setzt sich nicht unverdient 6:5 nach Penaltyschiessen durch. Damit hält er den Anschluss ans hintere Mittelfeld.

Der eingewechselte Ruven Gruber sicherte mit seinen Paraden dem HC Rychenberg den Sieg im Penaltyschiessen.

Der eingewechselte Ruven Gruber sicherte mit seinen Paraden dem HC Rychenberg den Sieg im Penaltyschiessen. Bild: Urs KIndhauser

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Hast du schon kein Glück, kommt auch noch Pech dazu, lautet ein Bonmot aus dem Sport. Genauso mussten sich die Spieler des HC Rychenberg in Bern gefühlt haben. Fünf der sechs Gegentore, die die Mannschaft von Philipp Krebs zugestehen musste, fielen aus der Sicht von Köniz ziemlich glückhaft. Die Winterthurer liessen sich jedoch nicht hängen, sondern kämpften sich im Schlussdrittel mit grossem Engagement zurück. Für diesen Kampfgeist wurden sie am Ende auch belohnt, indem sie über den Umweg der Verlängerung und des Penaltyschiessens den so wichtigen zweiten Saisonsieg holten. Matchwinner waren mit je zwei Toren Patrik Dóža und Tuomas Iiskola sowie Torhüter Ruven Gruber, der im Penaltyschiessen eine reine Weste behielt.

Zwei mässige Drittel

Beiden Mannschaften war von Beginn an deutlich anzumerken, dass sie einerseits am (verlängerten) Wochenende bereits ein Spiel bestritten hatten und andererseits derzeit nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Hüben wie drüben war das oberste Gebot, geduldig zu agieren und übermässiges Risiko und damit Ballverluste tunlichst zu vermeiden. Das Spieltempo war dementsprechend in den ersten zwei Dritteln eher gering, und Torchancen entstanden vorwiegend dann, wenn sich eben doch Konzentrationslücken und Ungenauigkeiten einschlichen. Eine solche sorgte in der 14. Minute denn auch zum 1:0 für Köniz.

Der HCR antwortete auf den Rückstand mit zwei schnellen Kombinationen, die Tobias Studer und Dóža gewinnbringend zum Abschluss brachten. Diese lehrbuchmässigen Angriffe über mehrere Stationen blieben aber, auf beiden Seiten, die rare Ausnahme. Es scheint, dass der HCR derzeit seine PS nicht aufs Feld bringen kann. «In den ersten zwei Dritteln ging es so weiter wie am Freitag gegen Waldkirch», konstatierte Krebs nach dem Spiel. «Wir traten etwas fahrig auf. Woran dies lag, ist noch schwierig zu sagen. Vielleicht ist schon eine gewisse Verunsicherung vorhanden.» Ähnliches liesse sich von Köniz sagen, doch schien es dank drei Toren im Mitteldrittel, bei denen eine Portion Glück dabei war, auf bestem Weg zum Sieg.

Gekämpft und drangeblieben

Immerhin entdeckte der HCR im Schlussdrittel noch seine kämpferische Ader und wehrte sich energisch gegen die drohende Niederlage. «Unser letztes Drittel war sehr stark», fand Krebs, «gerade auch im Kopf. Es war von der Spielanlage her nicht besser als die ersten zwei, von den kleinen Dingen her aber schon.» Der HCR kämpfte und rackerte nun, glich bis zur 49. Minute zum 4:4 aus und liess sich auch nicht mehr vom eingeschlagenen Weg abbringen, als er wenig später durch ein Eigentor erneut ins Hintertreffen geriet. 57 Sekunden vor dem Schlusspfiff, als der HCR ohne Torhüter angriff, rettete Dóža sein Team in die Verlängerung.

Von den Bernern war im Schlussdrittel offensiv so gut wie nichts zu sehen gewesen. In der Verlängerung standen sie dem «Golden Goal» dann allerdings näher. Nicolas Schüpbach im Winterthurer Tor, der bei den Gegentoren kein Wettkampfglück besessen hatte, bewahrte sein Team vor dem Verlust des Bonuspunktes. Diesen sicherte der eingewechselte Gruber im abschliessenden Penaltyschiessen souverän.

Für Krebs war es ein enttäuschendes verlängertes Wochenende: «Wir lieferten in den zwei Begegnungen fünf schlechte Drittel und nur ein gutes ab. Erst im Schlussdrittel gegen Köniz waren viele jener Dinge vorhanden, die vorhanden sein müssen, wenn man Spiele gewinnen will. Aber es ging auch diesmal wieder zwei Drittel lang, bis es soweit war.» Dennoch blickt er optimistisch in die Zukunft: «Dass wir nach fünf derartigen Dritteln so reagieren konnten, spricht sicher für uns. Es gilt mitzunehmen, dass die Spielanlage nicht besser war, viele andere Sachen aber schon.»

Erstellt: 13.10.2019, 22:18 Uhr

Telegramm

Floorball Köniz – HC Rychenberg 5:6 n.P.
(1:2, 3:0, 1:3, 0:0). – Sporthallen Weissenstein, Bern. – 420 Zuschauer. – SR Anderegg/Röder. – Tore: 14. Schmocker (Cedric Haldemann) 1:0. 15. Studer (Nils Conrad) 1:1. 18. Dóža (Studer) 1:2. 27. Münger (Bolliger) 2:2. 29. Nordh 3:2. 35. Nordh (Münger) 4:2. 42. Iiskola (Gutknecht) 4:3. 49. Iiskola (Nils Conrad; Ausschluss Ruh) 4:4. 52. Eigentor Rychenberg 5:4. 60. Dóža (Iiskola; Rychenberg ohne Torhüter) 5:5. – Penaltyschiessen: Ledergerber gehalten. Wöcke 0:1. Willfratt gehalten. Nils Conrad 0:2. Hutzli darüber. Studer vergibt. Münger darüber. – Strafen: 3x2 gegen Köniz, 1x2 gegen Rychenberg. – Rychenberg: Schüpbach; Nils Conrad, Levin Conrad; Gutknecht, Nussbächer; Aeschimann, Schaub; Dóža, Braillard, Studer; Püntener, Krebs, Iiskola; Kern, Grunder, Keller. – Bemerkungen: Rychenberg ohne Dall’Oglio (verletzt) und Sager (U-21). 12. Müller verletzt ausgeschieden. 29. Time-Out Rychenberg. 49. Time-Out Köniz. Rychenberg von 58:14 bis 59:03 mit zusätzlichem Feldspieler anstelle des Torhüters. 66. Pfostenschuss Hutzli.

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