Höhepunkt des Langlaufwinters schrumpft zum Höhepünktchen

Die Tour de Ski beginnt heute auf der Lenzerheide, findet aber bloss noch in zwei Ländern statt.

Dario Cologna an der FIS Tour de Ski in Lenzerheide, Schweiz, am 1. Januar 2018. Foto: Peter Schneider/Keystone

Dario Cologna an der FIS Tour de Ski in Lenzerheide, Schweiz, am 1. Januar 2018. Foto: Peter Schneider/Keystone

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Es passt zur Tour de Ski: Als das wichtigste Etappenrennen der Langläufer vor 13 Jahren initiiert wurde, musste der Auftakt mangels Schnee abgesagt werden. Bloss in Deutschland und Italien fand das neue Prestigeprodukt statt.

13 Jahre später ist man wieder am Anfang, wenn heute auf der Lenzerheide die 14. Austragung beginnt. Zwar blühte die Tour auf, was dem Sieger in den besten Jahren 160'000 Franken eintrug. Mittlerweile ist der Höhepunkt zum Höhepünktchen geschrumpft. 55'000 Franken bekommen der Beste und die Beste noch – und wie 2006/07 wird die aktuelle Version bloss in zwei Ländern stattfinden: an diesem Wochenende in der Schweiz (Lenzerheide), danach in Italien (Toblach und Val di Fiemme).

In einem Jahr ohne Gross­anlass ist das wenig, zumal sich das Finale im Fleimstal zwar für die Athleten als happig erweist, der erste Teil aber auch als sehr stimmungsarm. Nur das Schlusskraxeln hinauf zur Alpe Cermis zog die Massen an. Zuletzt liess der Zaubereffekt allerdings deutlich nach. Neu wird dieser finale Abschnitt im Massenstart-Format absolviert. Davor war es im Jagdstart, der Erste oben auf dem Berg war damit auch gleich der Gesamtsieger.

Das neue Format

Ohnehin muss man sich fragen, ob nicht allenfalls eine andere Serie der wahre Höhepunkt dieses Langlaufwinters darstellt: Neu wird eine Skandinavien-Tour mit sechs Etappen in Schweden und Norwegen ablaufen. Sie führt ab Mitte Februar von Östersund über Meraker nach Trondheim. Kernstück ist ein Massenstartrennen über 38 Kilometer, also eine richtig lange Distanz.

Ein solch langes Teilstück war in den Anfangsjahren auch ein Highlight der Tour Ski. Weil das italienische Fernsehen aber kein Geld mehr in die aufwendige Produktion stecken mochte, fiel diese Schlüssel­etappe weg – ohne Ersatz. Dass nun also ein zweiter Höhepunkt anstehen wird, freut die Athleten – auch finanziell. Immerhin kann der Gesamtbeste in Skandinavien noch einmal 47'000 Franken gewinnen.

Zumindest Aussenseiterchancen auf den grossen Honigtopf, erst einmal an der Tour de Ski, hat der vierfache Sieger Dario Cologna. Da die ersten drei Etappen im Skating stattfinden, wird sich erst danach zeigen, ob er seine Problemwade im Klassisch wirklich im Griff hat.

Erstellt: 28.12.2019, 09:42 Uhr

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