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Ferienhaus «Ob dem See»Stadt kauft Lagerhaus in Davos – will es aber nicht behalten

Die Stadt Winterthur macht von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch und sichert sich das Haus des Ferienkolonievereins Oberwinterthur in Davos. Bereits nächstes Jahr soll das Haus weiterverkauft werden.

Grosse Parzelle mit Seesicht: Das Ferienkolonieheim Oberi in Davos soll für die Stadt Winterthur zur Goldgrube werden.
Grosse Parzelle mit Seesicht: Das Ferienkolonieheim Oberi in Davos soll für die Stadt Winterthur zur Goldgrube werden.
Foto: Lena Alig

Idyllisch liegt es zwischen Wald und dem Davosersee am Fusse des Wolfgangs, das Haus «Ob dem See». Es gehört dem Verein Ferienkolonie Oberwinterthur, dies schon seit Jahren. Aber nicht mehr lange: Die Stadt Winterthur nutzt ihr Vorkaufsrecht und kauft den Oberianern das Ferienhaus ab. Das Vorkaufsrecht bestand seit 1948 und wurde 1990 nochmals bestätigt.

Genutzt werden sollte das stattliche Haus an der Totalpbachstrasse 4 in Davos-Wolfgang als Lagerhaus für die Oberwinterthurer Schüler. Dies sei jedoch kaum mehr der Fall, sagt Stadtrat Kaspar Bopp, darum habe sich der Verein Ferienkolonie zu diesem Schritt entschieden. Denn nur dank Fremdvermietungen im Winter, oftmals an andere Schulen für Skilager, war das Haus selbsttragend. Der Preis von rund einer Million Franken ist überschaubar, attraktiv macht das Geschäft für die Stadt Winterthur vor allem, dass sie bereits Eigentümerin des Nachbargrundstückes ist, zum Schnäppchen wird es gar, wenn man beachtet, dass der Verein Ferienkolonie Oberwinterthur der Stadt noch 720’000 Franken aus einem Darlehen schuldet. Diese Schuld soll mit dem Haushandel getilgt werden.

Ein Rohdiamant

Die Stadt Winterthur selbst sieht offenbar keine Verwendung für das Haus, es soll bereits nächsten Sommer wieder abgestossen werden. «Es ist örtlich zu weit weg, um selber etwas zu realisieren», sagt Beat Fehr, er ist stellvertretender Leiter des Bereichs Immobilien der Stadt Winterthur. Ähnlich sei man bereits mit einem vergleichbaren Objekt in Samedan vorgegangen.

Das Ferienheim in Davos befindet sich in der Bauzone und umfasst 1977 m² Land, daran angrenzend besitzt die Stadt Winterthur nochmals rund 2300 m² Bauland – mit Seesicht und verkehrstechnisch bestens angeschlossen, versteht sich. Bereits im letzten April titelte der «Landbote» darum «Der Rohdiamant ob dem Davosersee».

Damals ging man von einem Verkaufspreis von bis zu 1500 Franken pro m² aus, heisst: Etwas mehr als 6 Millionen Franken könnten für die Stadt rausspringen. Beat Fehr ist heute etwas zurückhaltender, er hofft auf rund 1000 Franken pro m², was immer noch gut vier Millionen ergäbe. Die Stadt lässt den Rohdiamanten durch einen Makler verkaufen, den Zuschlag bekommt der Höchstbietende, auch die Gemeinde Davos soll schon Interesse angemeldet haben.