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Abstimmung in ZürichStadt Zürich sagt Ja zur Velorouteninitiative

In den nächsten zehn Jahren werden mindestens 50 Kilometer neue Veloschnellrouten gebaut.

Separate Veloschnellrouten statt schmale Velostreifen: Die Stadtzürcher Stimmberechtigten haben am Sonntag der Velorouteninitiative zugestimmt.
Separate Veloschnellrouten statt schmale Velostreifen: Die Stadtzürcher Stimmberechtigten haben am Sonntag der Velorouteninitiative zugestimmt.
Symbolfoto: Keystone

Die Stadtzürcher Stimmberechtigten wollen mehr Vorfahrt fürs Velo: Sie haben Ja gesagt zur Volksinitiative «Sichere Velorouten für Zürich». Die Initiative fordert den Bau von mindestens 50 Kilometern Veloschnellrouten in den kommenden zehn Jahren.

Die Volksinitiative erreichte mit 70,5 Prozent Ja-Stimmen eine deutliche Mehrheit. Dafür stimmten 101’336 Zürcherinnen und Zürcher, dagegen 42’381. Die Stimmbeteiligung betrug 62,6 Prozent.

Die geforderten Veloschnellrouten sollen grundsätzlich autofrei sein. Entstehen soll ein Netz aus sternförmigen und tangentialen Velorouten. Der Gemeinderat stimmte der Initiative mehrheitlich zu, auch der Stadtrat unterstützte sie. Dagegen waren SVP, FDP und CVP.

Sieger machen Druck

Die Initianten zeigten sich erfreut über ihren Erfolg. Die Erwartungen der Veloroutenkoalition – sie besteht aus SP, Grünen, GLP, AL, EVP, Pro Velo, dem Verein Umverkehr, VCS und Greenpeace – an den Stadtrat seien klar: Bis Ende Jahr müsse ein Umsetzungsfahrplan vorliegen, und schon Ende 2021 müssten die ersten fünf Kilometer realisiert sein, schrieb das Initiativkomitee in einer Mitteilung: Die Stadtzürcher Bevölkerung habe mit dem Abstimmungsresultat deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es jetzt endlich vorwärtsgehen müsse.

Die FDP wiederum teilte mit, sie sei nach wie vor überzeugt davon, dass ihr Gegenvorschlag im Gemeinderat die sinnvollere Lösung gewesen wäre. Er hätte ein bedarfsgerechteres Netz vorgesehen statt fixe Streckenvorgaben wie in der angenommenen Vorlage. Durchgängige Velorouten seien wichtig, jedoch müsse dabei das gesamte Verkehrssystem im Auge behalten werden.

Auch die CVP sieht die Initiative als einseitige Lösung an. Mit ihr würden auf Kosten der anderen Verkehrsteilnehmenden «Veloautobahnen» gebaut. Die Partei fordert ein Überdenken des Konzepts, damit nicht nur die Velofahrenden im Mittelpunkt stünden, sondern alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt würden.

SDA