Zürichsee

Putzmittelskandal bei der ZSG hat Strafbefehl zur Folge

Der Einsatz von illegalen Putzmitteln auf Zürichsee-Schiffen hat Folgen: Die Staatsanwaltschaft hat einem Mitarbeiter der externen Reinigungsfirma eine Busse aufgebrummt.

Die Solothurner Firma Stampfli hat bei der derzeit laufenden Generalreinigung der ZSG-Flotte Putzmittel eingesetzt, die gegen die geltenden Gewässerschutzbestimmungen verstossen.

Die Solothurner Firma Stampfli hat bei der derzeit laufenden Generalreinigung der ZSG-Flotte Putzmittel eingesetzt, die gegen die geltenden Gewässerschutzbestimmungen verstossen. Bild: Conradin Knabenhans

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Reinigungsfirma der ZSG verliert ihre weisse Weste Zürichsee Der Einsatz von illegalen Putzmitteln hat juristische Folgen: Die Staatsanwaltschaft hat einem Mitarbeiter der externen Reinigungsfirma eine Busse aufgebrummt.

Seit Wochen werden die Schiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) nur noch mit Wasser gereinigt. Der Einsatz von Putzmitteln ist bei der Aussenreinigung derzeit nicht möglich. Der Grund: Die seit Anfang Jahr neu mit der Reinigung der Schiffe beauftragte Firma hatte bei der Generalreinigung der Flotte illegale Putzmittel eingesetzt, die gegen die geltenden Gewässerschutzbestimmungen verstossen.

Geldstrafe und Busse

Der Einsatz der illegalen Mittel hat nun für einen Mitarbeiter der Solothurner Firma Stampfli ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl hat gegen ihn einen Strafbefehl wegen des Verstosses gegen das Umweltschutzgesetz erlassen, wie die Strafbehörden auf Anfrage der «Zürichsee-Zeitung» bestätigen. Die Geldstrafe wird bedingt ausgesprochen, bezahlen muss der Mitarbeiter aber eine Busse. Über die Höhe der Strafen macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Der Mitarbeiter hat die Möglichkeit, das Verfahren weiterzuziehen.

Die betroffene Reinigungsfirma Stampfli liess eine Anfrage zum Thema am Mittwoch unbeantwortet, sie hatte auch früher zum Vorfall bei der ZSG keine Stellung bezogen.

Vertrag bleibt bestehen

Die Firma Stampfli ist seit dem 1. Januar für die Reinigung der ZSG-Flotte, der Werft in Wollishofen und der Verkaufsstelle am Zürcher Bürkliplatz verantwortlich. Die ZSG hat mit der Firma einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen. Aus diesem Vertrag auszusteigen ist für die ZSG trotz des Vorfalls kein Thema, sagt Sprecherin Wiebke Sander.

Der Strafbefehl mag juristisch die Vorfälle klären, ganz ausgestanden ist die Putzmittel-Affäre für die ZSG aber noch nicht. Laut Sprecherin Wiebke Sander arbeitet die beauftragte Firma und das Zürcher Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) derzeit an einem verbindlichen Reinigungsprozess.

Russ und Vogeldreck muss weg Das ist deshalb nötig, weil das Reinigen von Passagierschiffen besonders sensibel ist. Solch grosse Schiffe können nicht für jeden Reinigungsgang aus dem Wasser gehievt werden. Deshalb gelangt das Reinigungswasser ungefiltert in den See. Aufgrund von Russablagerungen oder Vogeldreck, kann aber trotz der Reinigung im Wasser nicht gänzlich auf Putzmittel verzichtet werden. Das AWEL betont auf Anfrage, die Abklärungen zum Reinigungsprozess seien noch nicht abgeschlossen.

Klar ist: Das AWEL wird nicht einfach ein Merkblatt erlassen, wie Schiffe geputzt werden müssen sondern die Regeln als verbindliche Verfügung erlassen. Sollten sich diese aus Sicht der ZSG als nicht praktikabel erweisen hat das Unternehmen die Möglichkeit, die Verfügung des AWEL dereinst anzufechten. Bis die Reinigung der Schiffe auch juristisch sauber geregelt ist, dürfte es noch eine Zeit dauern.

Erstellt: 12.06.2019, 17:03 Uhr

Artikel zum Thema

Reinigungsfirma sorgt bei der ZSG für einen Putzmittelskandal

Zürichsee Das neue Reinigungsunternehmen der ZSG-Flotte hat ein Problem: Die Firma hat mit verbotenen Putzmitteln die Schiffe geschrubbt. Die Behörden wollen bei der ZSG nun genauer hinschauen. Mehr...

Polizei ermittelt nach Putzmittel-Skandal auf dem Zürichsee

Zürichsee Der Einsatz von illegalen Putzmitteln bei der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft hat ein Nachspiel. Mehr...

Die grosse Rundfahrt auf dem Zürichsee steht auf der Kippe

Zürichsee Die Stadt Rapperswil-Jona bezahlt zwar zukünftig mehr an die Schifffahrt auf dem Zürichsee - für die ZSG dürften dennoch schwierige Zeiten anbrechen. Der Fahrplan muss erneut überarbeitet werden. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!