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Suizide verhindern«Suizide sind bei Jugendlichen die zweithäufigste Todesursache»

In der Schweiz nehmen sich täglich zwei bis drei Personen das Leben. Gregor Berger vom Notfalldienst der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich sagt, weshalb Jugendliche besonders gefährdet sind – und wo die Prävention ansetzen muss.

Depressionen stehen oft am Anfang von Suizidgedanken.
Depressionen stehen oft am Anfang von Suizidgedanken.
Themenfoto: Keystone

Herr Berger, am 10. September ist Welttag der Suizidprävention. Wie aktuell ist das Thema jetzt, während der Corona-Krise?

Als Leiter des Notfalldienstes der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie habe ich einen Anstieg suizidaler Absichten bei Jugendlichen festgestellt, als der Lockdown zurückgefahren wurde. Es gab eine richtige Welle von Jugendlichen, die überfordert waren, wieder in den Alltag einzusteigen. Meist handelt es sich um eher ängstliche und schüchterne Jugendliche. Ihnen kam der Lockdown entgegen. Sie erlebten nicht mehr jeden Tag den Druck der Schule. Vielleicht fühlten sie sich auch nicht wohl in der Klasse oder wurden gar gemobbt. Für manche ist die Schule wie ein Schlachtfeld, und dorthin mussten sie nun wieder zurück. Ebenso gab es Schüler, die bei der Rückkehr merkten, dass sie grosse Wissenslücken haben. Das war eine riesige Belastung. Viele dachten: Ich schaffe das nicht, lieber sterbe ich.

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