Zum Hauptinhalt springen

Industrie in WinterthurSulzer stärkt Wassergeschäft mit Zukauf in Schweden

Der Industriekonzern Sulzer baut das Wassergeschäft weiter aus und expandiert dazu in Schweden. Für 128 Millionen Franken übernimmt Sulzer das Unternehmen Nordic Water.

Die Sulzer übernimmt eine Firma in Schweden.
Die Sulzer übernimmt eine Firma in Schweden.
Melanie Duchene

Nordic Water hat den Sitz in Göteborg und beschäftigt an 13 Standorten in sechs Ländern rund 200 Mitarbeiter und ist im Bereich Gemeinde- und Industriewasser sowie Abwasser tätig, wie Sulzer am Montag mitteilte. Für das laufende Jahr strebt Nordic Water mit Sieb-, Sedimentations- und Filtrationslösungen für kommunale und industrielle Wasser- und Abwasseranwendungen einen Umsatz von etwa 80 Millionen Franken an sowie einen Betriebsgewinn (EBITDA) von 13 Millionen.

Im Vergleich zum Umsatz von Sulzer im Geschäftsjahr 2019 entspricht dies einem Anteil von gut 2 Prozent.

Mit dieser Übernahme will Sulzer das bereits bestehende Angebot im Bereich Abwasserbewirtschaftung erweitern. Die Produkte von Nordic Water seien zum Angebot von Sulzer komplementär. So sollen auch «signifikante» Synergien beim Umsatz und bei der Bewirtschaftung der Märkte möglich sein. Den Abschluss der Transaktion erwartet Sulzer noch im ersten Quartal 2021, dies unter Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen.

Stellung des Wassergeschäfts nimmt weiter zu

Sulzer hatte das Wassergeschäft mit der Akquisition der schwedischen Cardo Flow Solutions im Jahr 2011 stark ausgeweitet. Mit der damaligen Grossübernahme, welche in die Division Pumpen eingegliedert wurde, stärkte Sulzer vor allem das Abwassergeschäft. Beim traditionellen Sulzer-Geschäft im Wassermarkt ging es typischerweise um den Transport von Frischwasser.

Die Division Pumpen, bereits vor jener Akquisition die grösste Geschäftseinheit von Sulzer, machte davor mit dem Wassergeschäft einen Umsatz von rund 10 Prozent des Gesamtumsatzes. In der Folge wurde der Bereich Wasser zu einem der Schlüsselmärkte erklärt, nebst den Märkten Energie, Öl und Gas sowie allgemeine Industrien.

Inklusive der jüngsten Akquisition macht das Geschäft mit Wasserpumpen und der dazugehörenden Ausrüstung rund 40 Prozent des Umsatzes der Division Pumpen aus, wie Analysten schätzen. Die Abhängigkeit vom Öl- und Gasgeschäft vermindert sich dadurch weiter. Dieses trug 2019 noch etwas mehr als einen Viertel zum Umsatz von Sulzer bei. Für die UBS ist die Übernahme wegen der sinkenden Bedeutung des Bereichs Öl und Gas aus strategischer Sicht sinnvoll.

Die Börse zeigt sich indes vorerst wenig beeindruckt, die Aktie steht am Montagmorgen kaum verändert, mit immerhin leicht positiver Tendenz.

SDA