Kloten

Gutes Ergebnis, düstere Aussichten

Die Swiss hat gestern mit einem Gewinn von 561 Millionen Franken und einem Umsatz von rund 4,95 Milliarden Franken eines der besten Ergebnisse ihrer Geschichte präsentiert. Trotzdem ist CEO Thomas Klühr nicht rundum zufrieden: Die Rahmenbedingungen in Kloten machen im Sorgen.

Die Swiss hat 2017 eines ihrer besten Ergebnisse überhaupt gemacht.

Die Swiss hat 2017 eines ihrer besten Ergebnisse überhaupt gemacht.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Fast einen Drittel mehr Gewinn hat die Swiss im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr gemacht: Der Vorjahreswert von 429 Millionen Franken wurde um 31 Prozent auf 561 Millionen Franken gesteigert. Auch den Umsatz hat die Swiss von 4,8 Milliarden Franken auf 4,95 Milliarden erhöhen können. Auf den ersten Blick konnte man sich an der gestrigen Medienkonferenz der Geschäftsleitung der Fluggesellschaft also auf strahlende Gesichter einstellen.

Mit zumindest zufriedener Miene wurde CEO Thomas Klühr dieser Erwartung wenigstens zu Beginn der Präsentation am Hauptsitz in Kloten durchaus gerecht. «Wir können heute eines der besten Ergebnisse in der Geschichte der Swiss präsentieren», sagte er. Zum dritten Mal in Folge könne man eine EBIT-Marge (Verhältnis des Gewinns vor Zinsen und Steuern zum Umsatz) von über 8 Prozent festhalten: Nach 9 Prozent vor zwei Jahren und 8,9 Prozent im Vorjahr kletterte die Marge 2017 gar auf 11,3 Prozent.

Lohnende Flottenerneuerung

«Für das gute Ergebnis gibt es verschiedene Gründe», erklärte Klühr. Einer der Haupttreiber sind die neuen Flugzeuge, welche die Swiss in den letzten Jahren gekauft und zu einem grossen Teil auch bereits in Betrieb genommen hat. «Wir haben seit dieser Woche die zehnte Boeing 777 im Langstreckennetz in Betrieb, zudem sind auf dem übrigen Netz 16 Flugzeuge der Bombardier C-Series im Einsatz.» Die neuen Flugzeuge haben dazu geführt, dass die Swiss 2017 weniger Flüge durchgeführt hat, die aber mehr Fluggäste transportiert haben.

Insgesamt wurden 140 074 Swiss-Flüge gezählt, das sind 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Transportiert wurden aber 2,3 Prozent mehr Passagiere, insgesamt knapp 16,9 Millionen. Damit hat die Swiss zum dritten Mal in Folge ihren eigenen Rekord gebrochen. Möglich wurde dies, weil die neuen Flugzeuge mehr Menschen transportieren können. Unter dem Strich hat die Swiss dadurch zwar weniger Flüge gezählt, aber mehr Sitzplatzkilometer angeboten und auch verkauft.

Sorgenkind Kapazität

Die guten Ergebnisse sorgten bei Klühr aber nicht nur für Gelassenheit. Im Ausblick auf die Zukunft liess er erkennen, dass die Rahmenbedingungen in Kloten für ihn zu wünschen übrig lassen. «Ein nachfragegerechtes Wachstum ist in Kloten nicht möglich», sagte Klühr. Das Betriebskonzept sei bei gutem Wetter zwar in Ordnung, bei Bise oder Nebel brecke die Pünktlichkeit aber ein. Den Zielwert von 80 Prozent Pünktlichkeit hatte die Swiss auch letztes Jahr wieder verpasst, der Wert sank sogar um einen Prozentpunkt von 78 auf 77 Prozent. «Die Massnahmen, die im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) enthalten sind, werden zwar helfen. Aber wir bräuchten sie bereits heute», betonte Klühr.

Stattdessen müsse die Swiss damit rechnen, dass die Umsetzung der Massnahmen erst in sieben bis acht Jahren erfolge. «Und bei diesen Massnahmen reden wir noch nicht einmal über Wachstum. Um dieses längerfristig sicherzustellen, bräuchte es weitere Schritte, die über den SIL hinausgehen.» Um wenigstens in den nächsten Jahren eine höhere Pünktlichkeit erreichen zu können hofft Klühr, dass sich einige Änderungen schneller umsetzen lassen. «Eine Idee ist, einige dieser Massnahmen schon früher in einem Testbetrieb vorübergehend einzuführen. Dadurch könnten wir mehr Kapazitäten in der Mittagsspitze erzielen.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 15.03.2018, 09:19 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!