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Swiss erhält ihre erste A320neo

25 neue Flugzeuge aus der A320neo-Familie hat die Swiss bestellt. Mit der HB-JDA ist die erste der neuen Maschinen in Kloten gelandet. Ihr Markenzeichen: grössere Triebwerke und eine schwarze Zorro-Maske. Getauft ist sie auf den Namen Engelberg.

Das Flugzeug nach der Landung anlässlich der Flugzeug Taufe des ersten Airbus A320neo der Fluggesellschaft Swiss am Flughafen Zürich.
Das Flugzeug nach der Landung anlässlich der Flugzeug Taufe des ersten Airbus A320neo der Fluggesellschaft Swiss am Flughafen Zürich.
Keystone

Seit gestern hat also auch die Swiss die A320neo offiziell in ihrer Flotte. Das erste Exemplar mit der Lackierung der nationalen Fluggesellschaft ist um 10.57 Uhr Ortszeit in Kloten gelandet; mit Flugnummer LX7549 direkt vom Airbus-Werksflughafen im norddeutschen Hamburg-Finkenwerder. Zum Frust der zahlreichen Fotografen, Pressevertreter und Aviatikblogger, die den Empfang von der Zuschauerterrasse aus begleitet und dokumentiert haben, erfolgte der Anflug allerdings nicht wie angekündigt auf der Piste 16, sondern «stinknormal» auf der 14. Damit nahm das Rietholz-Wäldli dem Betrachter die Sicht, sodass sich die eigentliche Landung, also das erste Aufsetzen auf Schweizer Boden, den Kameraobjektiven entzog. Zumindest die obligate Empfangsdusche von der Flughafenfeuerwehr ging dann aber direkt vor der Terrasse über die Bühne.

Video: sda/keystone

Seis drum, Bildsujets gab es im Rahmen des eigentlichen Empfangs im Wartungshangar noch mehr als genug. Da wären zum Beispiel die fünf Alphornisten des Echos vom Spannort. Deren musikalische Umrahmung kam nicht von ungefähr, schliesslich wurde das Flugzeug feierlich auf den Namen Engelberg getauft, im Beisein der beiden Taufpaten Alex Höchli, seines Zeichens Talammann von Engelberg, und Bruder Meinrad Haberl als Vertreter des Klosters Engelberg. Sie partizipierten an der eigentlichen Taufzeremonie, samt Champagner-Gespritze über den Engelsberg-Schriftzug bei der Flugzeugtür und dem gegenseitigen Überreichen eines Flugzeugmodells beziehungsweise einer eigens für die Swiss gefertigten Trychle.

Das ist neu am «neo»

Insgesamt hat die Swiss 17 Stück des Airbus A320neo bestellt, hinzu kommen 8 Exemplare der längeren Variante A321neo. Die Auslieferungen erfolgen in Etappen bis 2024. Das Kürzel «neo» in der Typenbezeichnung steht für «New Engine Option», also für ein neues Triebwerk. Das PW1127G-JM aus dem Hause Pratt & Whitney ist, zusammen mit den markanten Sharklets an den Flügelenden, verantwortlich für eine Treibstoffreduktion von bis zu 20 Prozent pro Sitzplatzkilometer, verglichen mit den älteren Flugzeugen aus der A320-Familie. Zudem soll sich der Lärmteppich gegenüber vergleichbaren Flugzeugtypen um 50 Prozent reduzieren lassen. Zu den weiteren Erkennungsmerkmalen der «neo»-Airbusse zählt wohl auch die als «Sonnenbrille» oder «Maske des Zorro» bekannte schwarze Umrandung der Cockpitfenster.

Kabine der Einheit

Für die Passagiere soll sich primär das Raumgefühl in der Kabine ändern – und zwar aufgrund der neuen Sitze der italienischen Firma Geven. Diese verfügen über schlankere Rückenlehnen und nehmen damit weniger Volumen ein, was rein rechnerisch mehr Luft für den Fluggast lässt. Neu ist auch: Die Lehnen sind in der Economyclass in einer 20-Grad-Neigung fixiert – und lassen sich nicht mehr verstellen. Die Anzahl der Sitze bleibt indessen mit 180 gegenüber dem bisherigen A320 unverändert.

Die neuen Stühle der Italiener sind übrigens Konzernvorschrift bei der Lufthansa-Gruppe. Das heisst: Auch jedes neue Flugzeug der Kurz- und Mittelstrecke bei den Swiss-Schwestern Brussels Airlines oder Austrian Airlines, und natürlich bei der Konzernmutter Lufthansa, erhält exakt dieselben Sitze; bisher noch mit Ausnahme des Low-Cost-Carriers Eurowings. Dahinter steckt nicht zuletzt die Idee, einzelne Flugzeuge ohne grösseren Aufwand innerhalb des Konzerns zwischen einzelnen Fluggesellschaften verschieben zu können; Flexibilität heisst das Zauberwort. Aus demselben Grund ist auch das Weiss der Lackierung bei den besagten Airlines einheitlich.

Video: sda/keystone

Für die Swiss ist der Kauf der A320neo- und A321neo-Flugzeuge ein weiterer Schritt in der Verjüngung der Flotte. Über die letzten Jahre haben bereits die alten Jumbolinos den neuen Airbus A220 (ehemals C-Series) Platz gemacht, während auf der Langstrecke neue Boeing 777-300ER die meisten der Airbus A340-300 ablösten.

Die letzten Swissair-Flieger

Bei der A320-Familie soll die Anzahl der Flugzeuge unverändert bleiben. Das heisst: Parallel zur Einflottung der «neo»-Busse verlassen ebenso viele Maschinen der Typen A319-100, A320-200 und A321-100/200 die Flotte der Swiss, darunter die ältesten Arbeitstiere der Airline. Mit deren Ausscheiden werden nach und nach auch die letzten Flugzeuge ausrangiert, die einst noch unter der Flagge der Swissair geflogen sind. Derzeit ist der Airbus A321 mit der Kennung HB-IOC mit insgesamt 25 Dienstjahren die älteste Maschine der gesamten Swiss. Der flottenweite Altersdurchschnitt liegt aktuell bei knapp 10 Jahren – Tendenz sinkend.

Noch steht die Engelberg übrigens nicht im Liniendienst der Swiss. Nach den Empfangs- und Tauffestivitäten ging es gestern gegen 15.30 Uhr als Flug LX5182 nach Ljubljana. Dort werden noch einige technische Anpassungen und Einbauten vorgenommen, ehe der Jet dann seine Arbeit auf dem Europanetz aufnehmen kann. Der zweite A320neo (voraussichtlich HB-JDB) wird für März erwartet.

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