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Bundesrat zentralisiert AgrarforschungTänikon verliert bis zu 50 Arbeitsplätze

Um in der Agrarforschung effizienter zu werden, soll ein zentraler Hauptstandort in Posieux FR entstehen.

Beim Agroscope-Standort in Tänikon werden ab 2026 weniger Personen arbeiten.
Beim Agroscope-Standort in Tänikon werden ab 2026 weniger Personen arbeiten.
Foto: Christian Heeb

Der Bundesrat hat heute informiert, wie er die landwirtschaftliche Forschung neu organisieren will. Das Forschungszentrum Agroscope wird künftig aus einem zentralen Hauptstandort im freiburgischen Posieux und zwei regionalen Forschungszentren in Changins VD und Reckenholz (Zürich-Affoltern) bestehen.

Das hat auch Auswirkungen auf den Agroscope-Standort in Tänikon bei Aadorf TG. Gemäss dem Detailkonzept, das heute vom Bundesrat verabschiedet wurde, werden durch die Reorganisation 34 der 75 Arbeitsplätze von Tänikon nach Posieux verschoben. Dies allerdings erst im Jahr 2026, wenn die Sanierung und Aufstockung des Bürogebäudes im Welschland abgeschlossen ist. Bei den Stellen handelt es sich um sogenannt standortungebundene Tätigkeiten.

Am Ende sollen in Tänikon noch 25 bis 35 Personen arbeiten. Durch die Zentralisierung sollen von den schweizweit insgesamt 1000 Stellen 25 bis 30 im Bereich Infrastruktur abgebaut werden, heisst es im Konzept. Dies möglichst ohne Kündigungen.

Ebenfalls stark von der Zentralisierung betroffen ist Wädenswil, dort sollen über 100 Stellen verschoben werden.

Einsparung in Forschung investieren

In Tänikon arbeitet Agroscope seit 2017 mit dem Kanton Thurgau zusammen. Zudem befindet sich die Swiss Future Farm ebenfalls in Tänikon, die der Kanton zusammen mit zwei Industriepartnern aufgebaut hat. Der Fokus der Versuchsstation in Tänikon soll künftig auf der Digitalisierung liegen.

Ziel der Reform ist eine Stärkung der Schweizer Agrarforschung. «Dadurch werden die Infrastruktur- und Betriebskosten im Budget sinken, und mit den frei werdenden Mitteln werden die Forschung und der Wissensaustausch mit der Praxis gestärkt», heisst es in der Medienmitteilung des Bundes. Die Rede ist von rund 60 Millionen Franken bis 2028 und danach jährlichen Einsparungen von 13 Millionen Franken. Ein Teil dieses Geldes soll wiederum in den Aufbau von dezentralen Versuchsstationen wie jene in Tänikon investiert werden.

Hintergrund des neuen Standortkonzepts ist eine verunglückt kommunizierte Restrukturierung von Agroscope. Geplant waren eine Konzentration am Standort Posieux FR, der Abbau von Stellen und Einsparungen von rund 20 Prozent des Budgets. Unter Druck der Kantone, der betroffenen Branchen und des Parlaments musste der Bundesrat die Pläne fallenlassen.