Kreisgericht See-Gaster

Täter im Fall Walde erhält die Höchststrafe

Der IV-Rentner, der seine Stiefmutter mit einem Vorschlaghammer getötet und seinen Vater schwer verletzt hat, ist wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt worden. Der 47-Jährige wird verwahrt.

Der unscheinbare Täter sitzt neben seinem Verteidiger Ständerat Paul Rechsteiner (links). Das Gericht verurteilt den 47-jährigen Täter von walde zu 20 Jahre Gefängnis. Zusätzlich wird der 47-jährige Schweizer nach Verbüssung der Strafe verwahrt.

Der unscheinbare Täter sitzt neben seinem Verteidiger Ständerat Paul Rechsteiner (links). Das Gericht verurteilt den 47-jährigen Täter von walde zu 20 Jahre Gefängnis. Zusätzlich wird der 47-jährige Schweizer nach Verbüssung der Strafe verwahrt. Bild: Illustration Robert Honegger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Mann, der Anfang 2015 seine Stiefmutter tötete und zwei weitere Personen teils schwer verletzte wurde vom Kreisgericht See-Gaster schuldig gesprochen. Der heute 47-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt. Ausserdem soll er verwahrt werden, das teilte das Gericht am Freitag in schriftlicher From mit.

Die Bluttat geschah am 22. Januar 2015 auf einem abgelegenen Bauernhof im Eschenbacher Ortsteil Walde. Zuerst schoss der 47-jährige Bauer im Stall mehrfach auf den Pächter des elterlichen Hofs und verletzte diesen am Arm. Anschliessend richtete er im Wohnhaus seines Vaters ein regelrechtes Blutbad an.

An der Haustür erschlug der Mann mit einem Vorschlaghammer die betagte Partnerin des Vaters. Danach ging er in der Stube auf seinen Vater los. Der 84-Jährige überlebte den Angriff mit schwersten Schädel- und Hirnverletzungen, verstarb allerdings einige Monate später an einer anderen Krankheit.

Nach der Tat stieg der Bauernsohn in sein Auto und fuhr über Eschenbach Richtung Zürichsee. Dabei wurde er auf der Rapperswilerstrasse in Eschenbach mit 59 km/h geblitzt. Als er später auf dem Seedamm Richtung Rapperswil fuhr, stoppte ihn eine Fahndungspatrouille der Schwyzer Polizei bei der Lichtsignalanlage Hurden.

15 000 Franken Genugtuung

An der Gerichtsverhandlung vom 17. August gab der 47-jährige IV-Rentner an, «im Wahn» gehandelt zu haben. Auslöser sei ein auf dem Vorplatz des Hauses liegen gebliebenes Kabel gewesen. Das habe ihn fürchterlich aufgerecht, erklärte der Mann dem Gericht.

Der Staatsanwalt hingegen ging von einer geplanten Tat aus. Er bezeichnete den 47-Jährigen als Gefahr für die Öffentlichkeit. Der psychiatrische Gutachter stützte diese Meinung und bezeichnete den Mann als nicht therapierbar sei. Der Staatsanwalt fordert 20 Jahre Gefängnis und eine anschliessende Verwahrung.

Diesem Gesuch ist das Kreisgericht See-Gaster nachgekommen. Es erklärt den Eschenbacher wegen Mordes sowie des mehrfach versuchten Mordes schuldig. Zudem hat er der Erbengemeinschaft seines Vaters, die als Privatkläger aufgetreten war, eine Genugtuung von 15 000 Franken sowie einen Schadenersatz von 3000 Franken zu zahlen. Auch die Kosten des Verfahrens hat er selber zu tragen, rund 85 200 Franken. Eine detaillierte Urteilsbegründung steht noch aus.

Im Entscheid äussert sich der Verfahrensleiter denn auch nicht zum Antrag des Verteidigers. Dieser hatte am Prozesstag ein zweites Gutachten gefordert, nachdem eine Therapeutin auf eine mögliche Schizophrenie des geständigen Angeklagten verwiesen hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (landbote.ch)

Erstellt: 25.08.2017, 14:09 Uhr

Artikel zum Thema

Fall Walde: Vater ausser Lebensgefahr

Walde Im Januar hatte ein 45-Jähriger seinen Vater und dessen Lebenspartnerin angegriffen. Die Frau wurde dabei getötet, der 84-Jährige ist inzwischen ausser Lebensgefahr. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben