Rapperswil-Jona

«Tötungsdelikte sind meistens einfacher aufzuklären»

Die ominöse Brandserie der letzten Monate stellt die Polizei vor eine enorme Herausforderung. Die Ermittler stehen vor einem Puzzle, das aus Hunderten von Teilen besteht.

Am 21. Oktober brannte ein Container vor der Stadtverwaltung Rapperswil-Jona lichterloh.

Am 21. Oktober brannte ein Container vor der Stadtverwaltung Rapperswil-Jona lichterloh. Bild: Kapo St. Gallen

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Anfang Woche wurden in Rapperswil-Jona gleich fünf Brände gelegt. Es ist nicht der erste Fall von mutmasslicher Brandstiftung am Obersee, die die Kantonspolizei derzeit beschäftigt. Bereits im September gingen eine Kartonsammlung sowie zwei Plakatwände, in ein und derselben Nacht nur unweit voneinander, in Flammen auf. In den folgenden Monaten folgten weitere Brandstiftungen. Dabei wurden ein Unterstand, ein Sonnenschirm, zwei Papierkörbe und ein Sichtschutz einer Baustelle zerstört. Am Dienstag wurden zudem unter anderem eine Einstellhalle an der Güterstrasse in Brand gesetzt.

Aktenkundige Personen werden überprüft

Die Polizei ermittle derzeit, ob die diversen Brände einen Zusammenhang haben, sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage. Die Arbeiten seien äusserst aufwendig. An allen Tatorten wurden Spuren gesichert, welche nun miteinander abgeglichen werden. Zudem werden alle Anwohner, welche unweit einer Brandstelle wohnen, befragt.

«Unser Ermittlungsstand wird laufend mit den Erkenntnissen aus früheren Fällen abgeglichen», sagt Krüsi. Auch würden alle der Kantonspolizei bekannten Personen, die mit einem früheren Brand in Verbindung stehen, überprüft. Hunderte von Teile müssten zusammengesetzt werden, bevor das grosse Bild erkennbar werde, erklärt Krüsi. «Tötungsdelikte aufzuklären, stellt sich manchmal fast als die einfachere Sache heraus.» Dort sei oft sehr schnell ein Täter-Opfer-Bezug sichtbar. Bei den aktuellen Bränden sei ein solcher für die ermittelnden Beamten bisher noch nicht ersichtlich.

«Eine solche Untersuchung kann sich über eine sehr lange Zeit erstrecken.» Dies zeigt sich in einem ähnlichen Fall in Uznach. Im Mai brannte es dort im ehemaligen Restaurant Linthhof. Nach einem Anfangsverdacht, welcher sich nicht bestätigte, konnte in den Untersuchungen kein Durchbruch mehr erzielt werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.12.2015, 17:28 Uhr

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