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Neue Regionalpolitik WeinlandTourismus und regionale Produkte: konkrete Projekte gefragt

Seit diesem Jahr kann das Zürcher Weinland vom Förderprogramm Neue Regionalpolitik (NRP) des Bundes profitieren. Für gute Ideen steht bis 2023 eine Million Franken zur Verfügung.

Beliebtes Ausflugsziel im Zürcher Weinland: Ellikon am Rhein mit der Fähre über den Fluss.
Beliebtes Ausflugsziel im Zürcher Weinland: Ellikon am Rhein mit der Fähre über den Fluss.
Foto: Madeleine Schoder

Den Tourismus des Weinlandes und die Produkte der Region fördern – jetzt sind konkrete Ideen gefragt. Seit dem 1. Januar 2020 bis 2023 steht dafür gut eine Million Franken zur Verfügung. Das Geld stammt aus dem Programm Neue Regionalpolitik (NRP) des Bundes.

Seit dem 1. Mai leitet Giulia Balmer die NRP-Geschäftsstelle in Kleinandelfingen. Am Donnerstagvormittag stellten sie und Martin Erb die getane und noch anstehende Arbeit vor. Erb ist sowohl Präsident der Förderorganisation Pro Weinland als auch des NRP-Lenkungsausschusses.

In der Praxis angelangt

Die letzten Jahre seien «ziemlich theoretisch» gewesen, sagte Erb am Mediengespräch. Jetzt aber sei man in der Praxis angelangt. Auf der weissen Wand, so sein Vergleich, seien nun die ersten Pinselstriche gesetzt. Und Balmer sagte, dass es nun darum gehe, dem theoretischen NRP-Programm ein Gesicht zu geben.

Giulia Balmer leitet seit gut 100 Tagen die Weinländer Geschäftsstelle Neue Regionalpolitik.
Giulia Balmer leitet seit gut 100 Tagen die Weinländer Geschäftsstelle Neue Regionalpolitik.
Foto: PD

Obwohl die Aufbauarbeiten der nötigen Strukturen noch laufen, hat sie bereits Konkretes geschaffen. Dazu gehört etwa eine Onlinekarte für Weinländer Hofläden oder die Kommunikation von Tourismusangeboten. Es sei darum gegangen, «Trends im Kleinen abzuholen». Regionale Produkte und Binnentourismus: Gerade in der Corona-Zeit sei das Bewusstsein dafür gestiegen – Hofläden und regionale Ausflugsziele boomten tatsächlich.

«Sehr überzeugt»

Balmer ist «sehr überzeugt vom Potenzial der Region», wie sie am Donnerstag weiter sagte. Das Weinland sei ein «lässiger Ort», um die Freizeit zu verbringen. Jetzt müsse man noch daran arbeiten, das besser zu zeigen – auch über die Region hinaus.

Welche regionalen Produkte und touristischen Angebote gibt es im Weinland, und wie werden sie vermarktet? Die Erhebung solcher Daten gehört auch zur Grundlagenarbeit der NRP-Geschäftsstelle. Weinländer Produzenten und Anbieter können jetzt ihre Vorhaben zum Fliegen bringen, indem sie einen Antrag auf Unterstützung stellen. Für die Akteure aus den Bereichen Tourismus und Regionalprodukte findet am 16. September (Löwensaal Andelfingen, 19.30 Uhr) eine NRP-Informationsveranstaltung statt. Rund 150 Einladungen seien für diesen Anlass verschickt worden, sagte Balmer.

Spargel aus Flaach ist weit über das Weinland hinaus bekannt.
Spargel aus Flaach ist weit über das Weinland hinaus bekannt.
Foto: Enzo Lopardo

Einige Anträge zu regionalen Produkten seien bereits eingegangen, sagte Balmer. Ihre Aufgabe ist es, solche Projekte zu koordinieren und allenfalls miteinander zu verbinden. Dazu gehört auch die Schaffung von örtlich gut gelegenen Verkaufsstellen – etwa bei Ausflugszielen oder in Städten wie Winterthur. Konkret: Man besucht zum Beispiel einen schönen Ort am Rhein oder im Stammertal und kauft dort zugleich ein regionales Produkt wie Wein, Fleisch, Früchte oder Gemüse.

«Es spricht sich herum»

Langfristige Ziele der Geschäftsstelle sind der Aufbau einer eigenen Weinländer Tourismusorganisation sowie die Schaffung einer Marke für die Regionalprodukte. Balmer und Erb kamen am Mediengespräch wiederholt auf einen wesentlichen Punkt zu sprechen: Der Erfolg des Weinländer NRP-Programms hängt letztlich von den Herstellern regionaler Produkte und den Anbietern im touristisch-gastronomischen Bereich ab. Sie müssen die Ideen bringen. Doch Erb ist zuversichtlich: «Es spricht sich herum.» Man werde natürlich nicht alle Akteure gleich ins Boot holen können. Es gehe darum, «mal einen Kristallisationspunkt zu setzen».