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Stadtverbesserer«Tsiu-Tsiu!» Demokratie erlebbar gemacht

In den Eulachhallen lähmt der Sicherheitsabstand die politische Debatte. Die Gemeinderäte sollten den Platz auch nutzen, um ihre Etikette zu lockern, findet der Stadtverbesserer.

Der Stadtverbesserer: Die wöchentliche Kolumne jeden Donnerstag im «Landboten».
Der Stadtverbesserer: Die wöchentliche Kolumne jeden Donnerstag im «Landboten».
Foto: Der Landbote

Der Stadtverbesserer hat sich letzten Montag wieder einmal in eine Sitzung des Gemeinderats geschlichen. Es war kein sehr vergnüglicher Abend. Es tötelet in den schummrigen Eulachhallen. Man sitzt so weit auseinander, dass man ein Fernglas bräuchte, um eine Rednerin zu erkennen. Kein Getuschle, kein Augenverdrehen, keine Gesten, kaum Kontra-Voten, kaum Interaktion. Jeder für sich und alle auf Distanz – starren auf ihren Bildschirm. Der Gemeinderat war sich auffällig einig. Corona scheint auch die politische Debatte zu lähmen. Der Stadtverbesserer war schon im Begriff, wieder zu gehen – da rettete ihm Ratspräsident Daniel Oswald (SVP) den Abend: «Das Wort hat: Reto Grüner von den Diener.» Ein Versprecher! Danke! Es menschelt also doch noch im Rat. Und wie. Plötzlich erhob sich ungefragt Roman Hugentobler von der AL. Er reckte und streckte sich und machte ein paar Dehnübungen. Wipp, wipp. Links, rechts. Hats wohl im Rücken, mutmasste der Stadtverbesserer und fragte in der Pause nach. So kommt man mit Politikern ins Gespräch. Sie müssen nahbarer werden, wollen sie die Verdrossenen wieder aufwecken.

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