Zum Hauptinhalt springen

Öffentlicher VerkehrU-Bahn als Virenschleuder

Eine Studie aus New York City deutet auf eine zentrale Bedeutung der Subway bei der enorm schnellen Verbreitung des Coronavirus hin.

New York am 3. März, vor dem Lockdown: Die U-Bahnen waren voll, viele Menschen trugen keine Schutzmasken.
New York am 3. März, vor dem Lockdown: Die U-Bahnen waren voll, viele Menschen trugen keine Schutzmasken.
Foto: Eduardo Munoz (Getty Images)

Eine Studie deutet an, dass die Subway in New York City massgeblich an der raschen Verbreitung des Virus innerhalb der Stadt beteiligt gewesen sein könnte. Der Ökonom Jeffrey Harris vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) analysierte einerseits die Pendlerströme des New Yorker U-Bahn-Systems und anderseits die Zahl der Infektionen.

Die Pendlerströme in der Subway konnte Harris anhand der Drehkreuzbewegungen am Ein- und Ausgang der Stationen exakt verfolgen. Den Pendlerströmen stellte er die Infektionszahlen gegenüber. Auch diese lassen sich in New York City sehr genau lokalisieren. Das Resultat: Entlang jener Strecken, wo die Passagierzahlen höher blieben, verbreitete sich auch das Virus schneller unter der Bevölkerung.

Für den Infektiologen Philip Tarr vom Kantonsspital Baselland ist die Studie plausibel. «Sie quantifiziert, dass der öffentliche Verkehr bei der Virusausbreitung eine wichtige Rolle spielt.» Damit unterstreiche die Studie erstens, wie wichtig das Maskentragen im ÖV sei. Zweitens sollten Arbeitgeber gestaffeltes Arbeiten ermöglichen, damit sich die Nutzung des ÖV besser über den Tag verteile.

So trägt man eine Hygienemaske korrekt: Fachexpertin Dorothea Herb beantwortet die vier wichtigsten Fragen.
Video: Anja Stadelmann, Sarah Sbalchiero