Zürich

Auf dem SBB-Areal Neugasse gibt es mehr günstigen Wohnraum

Die SBB kommen der Initiative «Eine Europaallee genügt» ein Stück weit entgegen. Doch wie darin gefordert das Areal der Stadt verkaufen wollen sie nicht.

Wo heute das Reparaturzentrum der SBB seinen Standort hat, soll auf einer Fläche von mehr als vier Fussballfeldern ein neues Stück Stadt entstehen.

Wo heute das Reparaturzentrum der SBB seinen Standort hat, soll auf einer Fläche von mehr als vier Fussballfeldern ein neues Stück Stadt entstehen. Bild: Reto Oeschger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

100 Prozent gemeinnütziger Wohn- und Gewerberaum auf dem Neugasse-Areal bei den Bahngleisen im Zürcher Kreis 5: So lautet die Forderung einer vom Verein Noigass eingereichten Volksinitiative. Die Stadt solle den SBB das 29 000 Quadratmeter und über vier Fussballfelder grosse Areal zu diesem Zweck abkaufen oder im Baurecht erwerben.

Wohnungen "mit limitierten Preisen"

Die SBB wollten ursprünglich ein Drittel der dort geplanten 375 Wohnungen gemeinnützig erstellen lassen und zwei Drittel zum Marktmieten vermieten. Nun kommen sie den Initianten entgegen: Zusätzlich zu den 125 genossenschaftlichen Wohnungen würden sie ebenso viele Wohnungen mit limitierten Preisen anbieten, erklärte SBB-Immobilienchef Jürg Stöckli gestern vor den Medien. Er machte aber klar: «Wir sind nicht bereit, ein ganzes Areal, das so zentral gelegen ist, zu verkaufen.» Schliesslich müssten die SBB aus den Immobilienerträgen ihre Infrastruktur und Pensionskasse mitfinanzieren.

Mauch begrüsst das Angebot

Was limitierte Mieten sind, erläuterte er an einem Beispiel. Demnach würde eine 3-Zimmer Wohnung von 75 Quadratmetern pro Monat 1850 Franken kosten. Genaueres würde bei der Umsetzung des Vorschlags vertraglich festgelegt. Falls diese Lösung nicht umgesetzt werde, könnte das Areal gemäss Stöckli jahrelang brach liegen.

Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) erklärte, der Zürcher Stadtrat begrüsse das Angebot der SBB. Nun ist der Gemeinderat am Zug: Gemäss Stadtratsantrag soll er aus dem Kompromissvorschlag der SBB eine Umsetzungsvorlage erarbeiten. Würde diese sodann vom Stadtparlament angenommen, gälte die Initiative als erfüllt.

Nicht eins zu eins umsetzbar

Das Parlament kann aber auch die Initiative und einen Gegenvorschlag vors Volk bringen. Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) wies allerdings darauf hin, dass die Volksinitiative nicht eins zu eins umsetzbar wäre, da die SBB das Areal nicht vollständig abgeben wollen.

Der Gemeinderat hat nun bis 21. Dezember Zeit, Stellung zu nehmen. Erste Reaktionen zeigen, dass noch Klärungsbedarf besteht. Der Kompromissvorschlag der SBB gehe zwar in die richtige Richtung, schreibt die SP in ihrem Communiqué. Von der Forderung nach 100 Prozent gemeinnützigem Wohn- und Gewerberaum auf dem Neugasse-Areal sei er aber weit entfernt. Die SP, grösste Partei im Stadtparlament, werde die neuen Pläne prüfen und anschliessend entscheiden, ob damit die Grundlage für eine Unterstützung gegeben sei.

Initianten teils zufrieden

Ähnlich äusserten sich die Grünen und die AL, die zusammen mit der SP die Mehrheit im Parlament haben. Evtixia Bibassis, Vorstandsmitglied des Vereins Noigass, sagte auf Anfrage: «Wir freuen uns, dass der Stadtrat das Begehren ernst nimmt und sehen auch, dass die SBB sich bewegen.» Es sei aber noch zu unklar, was preislich limitierte Mieten bedeuten und wie lange sie gelten sollen. Nun müsse man abwarten, was der Gemeinderat aus dem Vorschlag mache.

SBB soll Beitrag leisten

Der Verein Noigass begründet seine Initiative damit, dass die SBB das Land bei den Bahngleisen vor gut 100 Jahren günstig erhalten haben. Daher sei es legitim, dass sie nun einen Beitrag dazu leisten sollen, den Anteil gemeinnütziger Wohnungen am gesamtstädtischen Wohnungsbestand wie vom Stadtzürcher Stimmvolk beschlossen auf ein Drittel zu erhöhen. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 12.07.2018, 18:30 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!