Zoo

Das neue Tigerweibchen erkundet alleine das Gehege

Der Amurtiger hat wieder eine Gefährtin. Weil er das letzte Weibchen tötete, ist der Zoo nun sehr vorsichtig.

Hält sich noch bedeckt: Die neue Amurtiger-Dame Irina ist seit Anfang Juli im Zoo Zürich. Foto: Zoo Zürich

Hält sich noch bedeckt: Die neue Amurtiger-Dame Irina ist seit Anfang Juli im Zoo Zürich. Foto: Zoo Zürich

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Derzeit gibt es wenig zu sehen in der Tigeranlage des Zoos Zürich. Nur wer genau hinschaut, könnte Irina erspähen, wie sie hinter Büschen versteckt das ihr unbekannte Gelände erkundigt. Noch ist sie aber sehr zurückhaltend.

Das vierjährige Amurtiger-Weibchen ist Anfang Juli vom dänischen Odense nach Zürich gekommen als neue Partnerin für den dreieinhalbjährigen Kater Sayan. Sie soll helfen, die letzte Tragödie im Tigergehege vergessen zu lassen.

Denn Irinas Vorgängerin Elena starb vor knapp einem Jahr an Bissverletzungen im Nacken- und Kehlbereich. Schuld daran war Sayan, der selber erst seit Februar 2018 im Zürcher Zoo ist. Der tragische Tod des Tigerweibchens war überraschend für den Zoo, denn die beiden Tiere hatten nach anfänglichen Raufereien ein gutes Verhältnis zueinander gehabt.

Vertrauen aufbauen

Wegen Sayans Vorgeschichte und weil Tiger grundsätzlich Einzelgänger sind, geht der Zoo Zürich bei der Eingewöhnung von Irina sehr sorgfältig vor. Nach der üblichen einmonatigen Quarantänezeit begannen erstmal die Tierpfleger im Stall ein Vertrauensverhältnis zu ihr aufzubauen.

«Sollte es nötig werden, würden wir die beiden mit einem Wasserschlauch auseinander treiben.»

Nun hat das Tigerweibchen Zugang zur Aussenanlage, erkundet diese aber noch alleine. Denn Sayan muss derzeit im nicht sichtbaren Hintergrundbereich bleiben, um ihr den nötigen Raum zu lassen.

Dennoch dürfte sie realisiert haben, dass sie sich in Ruf- und Riechdistanz eines Artgenossen aufhält, wie der Zoo in einer Mitteilung schreibt. Vereinzelt habe sie auch bereits gerufen, was wiederum dem Kater nicht entgangen sein dürfte. Durch das Gitter zwischen Stall und Aussengehege konnten die beiden Tiger bereits Kontakt aufnehmen, zeigten aber nicht sonderlich grosses Interesse, wie Zoodirektor Alex Rübel auf Anfrage sagt.

Nachwuchs erhofft

Bis sich die Tiger zum ersten Mal richtig treffen, dürften noch einige Wochen vergehen. Die Tierpfleger werden präsent sein und den Verlauf des Treffens genau beobachten, sagt Rübel. «Sollte es nötig werden, würden wir die beiden mit einem Wasserschlauch auseinander treiben.»

Der ideale Zeitpunkt für die Zusammenführung sei, wenn das Weibchen rollig ist, sagt Rübel. Denn zur Paarung würden sich die Tiger auch in freier Wildbahn treffen. Ultimativ hofft der Zoo auf Nachwuchs, denn er hat die Bewilligung dazu vom internationalen Zuchtprogramm. Es bestehe aber keinerlei Druck, sagt Rübel. Erstmals freue man sich, überhaupt wieder ein Tigerpärchen zeigen zu dürfen.

Erstellt: 15.08.2019, 17:04 Uhr

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