Verkehr

Die VBZ testet Stehtische im Bus

Beim Kaffee am Stehtisch stehen und sein Handy laden. Dies ist neu in einem Zürcher Bus möglich.

Bietet der neue Stehtisch mehr Komfort oder ist er im Weg? Der einjährige Pilotbetrieb soll es zeigen. Foto: VBZ

Bietet der neue Stehtisch mehr Komfort oder ist er im Weg? Der einjährige Pilotbetrieb soll es zeigen. Foto: VBZ

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Die VBZ sei immer auf der Suche nach Möglichkeiten, um den Passagieren einen Mehrwert zu bieten, sagt Christian Böckmann, Fachleiter Fahrzeugmanagement bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ). Dafür schaue man auch über die Stadtgrenzen hinaus. Die neuste Idee haben die VBZ aus Schweden importiert, wo sie sich bei einem Besuch im Frühling vergangenen Jahres inspirieren liessen.

Im Nahverkehrsbetrieb von Malmö werden Stehtische bereits serienmässig in Busse eingebaut. Nun kommen die Stehtische nach Zürich – zumindest als Test. Ab kommender Woche fährt der Hybrid-Gelenkbus Nummer 454 während eines Jahres mit einer Holz-Metallkonstruktion im hinteren Fahrzeugbereich herum.

Bequemer und sicherer

An den Metallstangen können sich Passagiere im Stehen besser festhalten und an der Holzwand bequemer anlehnen. Damit werde das Fahren im Stehen sicherer, und die Passagiere bewegten sich von den Türen weg ins Fahrzeuginnere. So tragen sie zu einer pünktlichen Abfahrt bei, sagt Christian Böckmann. In Schweden sei man mit dem positiven Effekt auf den Betrieb sehr zufrieden.

«Sobald an der ETH das neue  Semester beginnt, werden die Busse voll sein, und wir werden sehen, was die Stehtische taugen.»

In der kleinen Tischplatte sind Löcher für Kaffeebecher eingelassen, dahinter ragen Kabel aus der Wand, womit man das Handy aufladen kann. Darunter bieten etwa 20 Zentimeter breite Stangen Platz für Gepäck.

Allerdings verunmöglicht es der neue Stehtisch, einen Kinderwagen oder einen Rollstuhl im Zwischenraum zu parkieren. Deshalb sei bewusst ein Gelenkbus ausgewählt worden, sagt Böckmann, da bleibe der vordere Zwischenraum für solche Nutzungen frei. Diese und andere Fragen seien aber durchaus kontrovers diskutiert worden.

Mehrwert oder «Gstopf»?

Mehrwert oder Platzverschwendung? Dies möchten die VBZ mit dem Pilotbetrieb herausfinden. Bis August 2020 sind die Passagiere aufgefordert, ihre Meinung zu den neuen Stehtischen abzugeben über die herkömmlichen Kanäle oder direkt mittels QR-Code am Tisch. «Zudem werden wir die Nutzung genau beobachten», sagt Böckmann. Passen etwa die Kaffeebecher in die Halterungen oder fallen sie durch? Bleibt Abfall liegen? Kommt es tatsächlich zu einer besseren Verteilung der Passagiere oder zum «Gstopf»?

Der Bus Nummer 454 wird auf den Linien 80, 89 und 70 – und bis Anfang September als Tramersatz auf der Linie 2 – unterwegs sein. Gerade von der Linie 80, die vom Bahnhof Oerlikon über die ETH Hönggerberg zum Triemli führt, verspricht sich Böckmann viel: «Sobald an der ETH das neue Semester beginnt, werden die Busse voll sein, und wir werden sehen, was die Stehtische taugen.»

Erstellt: 15.08.2019, 17:07 Uhr

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