Zürich

Er soll seine WG-Mitbewohnerin erwürgt haben

Der 34-jährige Beschuldigte, der in Zürich seine WG-Mitbewohnerin umgebracht haben soll, leidet gemäss psychiatrischem Gutachten an einer schizoaffektiven Psychose.

Der 34-jährige Angklagte muss sich am Dienstag vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.

Der 34-jährige Angklagte muss sich am Dienstag vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Bild: Keystone

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Zum Zeitpunkt des Tötungsdelikts sei der Beschuldigte steuerungsunfähig gewesen, sagte der Gutachter am Dienstag beim Prozess vor dem Bezirksgericht Zürich. Als er sich anschliessend an der Leiche sexuell vergangen habe, sei die Steuerungsfähigkeit noch erheblich vermindert gewesen.

Der Ankläger will den 34-Jährigen in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen. Dagegen wehrt sich der Beschuldigte jedoch vehement. Er sei gesund, machte er in seiner Befragung geltend. Auch eine ambulante Therapie oder eine Medikamenteneinnahme im Gefängnis wolle er keinesfalls.

Nach der Befragung des Psychiaters verlangte der Beschuldigte, selbst noch Fragen zu stellen. Er durfte dies via seinen Anwalt tun. Nach einer Weile wollte der Gerichtspräsident ihn stoppen, da der Psychiater sich zu den Themen bereits geäussert habe.

Da fuhr ihm der Beschuldigte harsch über den Mund: Er bestehe darauf, seine Fragen zu stellen. Er wurde schliesslich auf das Plädoyer seines Anwalts verwiesen, das am Nachmittag folgt.

Herrischer Ton vor Gericht

Der Ausbruch passte zum Auftreten des Mannes während seiner eigenen Befragung. Der grosse, breite Mann mit kahlgeschorenem Schädel und Schnauz stand breitbeinig vor den Schranken. In zunehmend herrischem, arrogantem Ton antwortete er auf die Fragen des Vorsitzenden, der ihn deshalb zurechtwies. Er behalte sich vor, so zu antworten, wie er wolle, sagte der Beschuldigte.

Der Beschuldigte soll im September 2016 in einer Sozialwohnung in Zürich seine Untermieterin getötet haben. Gemäss Anklage würgte er die Französin zu Tode. Danach soll er sich an der Leiche sexuell vergangen haben. Indem er ein Springseil über der Leiche drapierte, hat er laut Anklage deren Würde verletzt.

Immer wieder mit Justiz in Konflikt

Der Mann ist zwar geständig. Er verneint jedoch jegliche Tötungsabsicht. Er habe aus Notwehr gehandelt, die Frau habe ihn angegriffen. In den ganzen drei Monaten, seit sie bei ihm zur Untermiete gelebt habe, habe sie ihn heruntergemacht und beschimpft. Der Beschuldigte wurde in Kolumbien geboren. Als Kleinkind wurde er von einem Paar in der Schweiz adoptiert und wuchs im Wallis auf. Immer wieder kam er mit der Justiz in Konflikt. Unter anderem wegen übler Nachrede.

Gegen alle Tatsachen verbreitete er, sein Vater sei der schillernde FC-Sion-Präsident Christian Constantin. Dieser habe ihn als Sklave verkauft. Für den Psychiater unter anderem ein Hinweis für seine Wahnideen. Der Prozess wird am Nachmittag mit Plädoyers fortgesetzt. Wann das Urteil eröffnet wird, ist offen. (pst/sda)

Erstellt: 11.09.2018, 11:28 Uhr

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