Zoo Zürich

Krokodil-Angriff war «tragischer Arbeitsunfall»

Weil die Absperrung Lücken hat, konnte das Krokodil zubeissen.

Ein Philippinen-Krokodil liegt regungslos in seinem Becken im Zoo Zürich, Bild von 2010.

Ein Philippinen-Krokodil liegt regungslos in seinem Becken im Zoo Zürich, Bild von 2010. Bild: Sabina Bobst

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Am 23. Dezember erschossen Tierpfleger das letzte Krokodil des Zoos Zürich. Das Philippinen-Krokodil hatte sich in die Hand einer Pflegerin verbissen (wir berichteten). Die interne Untersuchung zum Vorfall ist nun abgeschlossen, wie der Zoo mitteilt. Er wird als «tragischer Arbeitsunfall» eingestuft.

Laut Mitteilung hatte die Pflegerin das Krokodil vorschriftsmässig von ihrem Gehegeteil abgetrennt, um dort Arbeiten durchführen zu können. Die Abtrennung besteht aus einem Netzwerk aus künstlichen Mangrovenwurzeln. Als die Pflegerin in der Nähe dieser Trennwand Pflanzen ordnete, gelang es dem Krokodil durch einen der Zwischenräume hindurch mit der Schnauzenspitze ihre Hand zu fassen und hindurchzuziehen.

Tierpfleger musste Beine des Krokodils festhalten

Die zu Hilfe geeilten Tierpfleger befürchteten, das Reptil könnte sich im Wasser um die eigene Achse drehen. Das hätte für die gebissene Pflegerin wohl den Verlust der Hand bedeutet. Ein Kollege fixierte darum das Krokodil an dessen Vorderbeinen. Jedoch scheiterten alle Versuche, das Tier zum Loslassen zu bewegen. Die Pfleger sahen darum keine andere Möglichkeit, als es zu erschiessen.

Um das Krokodil zu betäuben, habe die Zeit gefehlt. Weil Krokodile wechselwarme Tiere seien, hätte es bis zu einer halben Stunde dauern können, bis die Narkose gewirkt hätte, sagt Zoo-Direktor Alex Rübel auf Nachfrage. «Wenn es aufgeregt ist, dauert es noch länger.» Auch das Ablassen des Wassers, um das Krokodil abzulenken, hätte eine halbe Stunde gedauert. Da die Gefahr gross gewesen sei, dass die Pflegerin ihre Hand verliert, sei das «keine Option» gewesen.

Direktor: «Abschrankung ist sicher.»

Trotz des Vorfalls sagt Rübel: «Die Gehegeabschrankung ist sicher.» Grundsätzlich sei nicht gedacht, dass eine Hand dort in die Nähe komme. Deswegen sei es etwa auch nicht nötig gewesen, einen zweiten Pfleger als Beobachter abzustellen, der die Pflegerin über allfällige Bewegungen des Krokodils informiert hätte. Die Abschrankung werde «gemäss dem neuen Besatz» des Geheges angepasst werden. Welches Tier die Anlage beziehen wird, steht aber noch nicht fest. Gegenüber Medien liess der Zoo verlauten, dass er das tote Philippinen-Krokodil gerne dem zoologischen Museum übergeben würde. Während der Untersuchung wurde es im Tiefkühler gelagert.

Die schwerverletzte Hand der gebissenen Pflegerin musste einer mehrstündigen Operation unterzogen werden. Sie sei wieder zuhause und es gehe ihr den Umständen entsprechend gut, teilt der Zoo mit. Der von Therapien begleitete Heilungsprozess werde allerdings längere Zeit in Anspruch nehmen.

Erstellt: 15.01.2020, 15:27 Uhr

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