Winterthur

Neuer Anlauf für das Jugendparlament

25 Jahre ist es her, dass das erste Winterthurer Jugendparlament im Rathaus tagte. Nach dessen Ende wagt ein fünfköpfiger Vorstand nun eine Neulancierung. Eine von ihnen ist Chantal Galladés 14-jährige Tochter Amélie.

Der Vorstand des neuen Jugendparlaments mit Amélie Galladé in der Mitte.

Der Vorstand des neuen Jugendparlaments mit Amélie Galladé in der Mitte. Bild: PD

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Man könnte fast sagen, die Geschichte wiederholt sich. Vor 25 Jahren gründete die Jugendlobby Kaktus ein städtisches Jugendparlament (Jupa). Ganz vorne mit dabei: Die Geschwister Nicolas Galladé (SP) und Chantal Galladé (GLP) als Initianten. Ein paar Jahre lang schien es gut zu laufen, dann 2002 die Enttäuschung: Mangels Interesse der Jugendlichen musste das Jupa eingestellt werden.

An der Stelle ihrer Mutter steht heute die 14-jährige Amélie Galladé, selbst bei den Grünliberalen aktiv. Ihr Engagement bei der GLP sei für das parteilose Jupa aber nicht von Belang, betont die Gymnasiastin. Im letzten Frühling habe sie über das Jupa des Kantons Zürich mit einer Gruppe von Jugendlichen zusammengefunden, mit dem gemeinsamen Wunsch, in Winterthur ein eigenes, städtisches Jugendparlament auf die Beine zu stellen. «Wir wollen regional etwas bewirken, dazu reicht das kantonale Jupa nicht aus.»

«Wir wollen die politische Partizipation der Winterthurer Jugendlichen fördern»Amélie Galladé

Aus der Idee wurde Realität. Aktuell ist Amélie Galladé eines von fünf Mitgliedern des Vorstands, insgesamt zähle das Jupa rund ein Dutzend beteiligte Jugendliche. «Ich bin eine der jüngsten, wir haben aber alles zwischen 12 und 25 Jahren», sagt sie. Der Gedanke hinter der Lancierung ist der Gleiche wie vor 25 Jahren: «Wir wollen die politische Partizipation der Winterthurer Jugendlichen fördern», sagt Galladé. Das Jupa will die Anliegen der Jugendlichen aufnehmen und diese wenn möglich umsetzen. Denn das politische Interesse der Jugendlichen sei da. «Das zeigen die zahlreichen Jugendparlamente der Schweiz und aktuelle Anlässe wie die Klimastreiks», sagt Galladé.

Fokus noch offen

Mit welchen Themen wird sich das Jupa beschäftigen? Das werde sich erst noch zeigen, dämpft Galladé allzu hohe Erwartungen. Denn richtig ins Rollen kommen solle das Ganze mit einem ersten Event am 27. September, an dem interessierte Jugendliche zu einer offenen Diskussion eingeladen werden.

Über diese App will auch der Stadrat Winterthur die Sorgen der Jugendlichen abholen. Bild: mke

Die dort zusammengetragenen Themen will das Jupa mit Winterthurer Politikerinnen und Politikern besprechen und mit ihnen wie auch innerhalb des Jupas diverse Arbeitsgruppen bilden. «Das könnten Arbeitsgruppen zu Bereichen wie Umwelt oder Mobilisierung sein.» Dafür arbeitet das Jupa eng mit der Stadt und dem Dachverband der Schweizer Jugendparlamente «Engage» zusammen.

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Galladé ist optimistisch, auch wenn die Ausbeute an Mitgliedern derzeit noch spärlicher ist als vor 25 Jahren. Damals hatte das Jupa zu den Spitzenzeiten rund 60 Mitglieder. Für ihre Sitzungen belegten die Jugendlichen den Gemeinderatssaal. Das zweite Jupa ist bisher noch bescheidener unterwegs.

Seit der Gründung im Frühling habe sich der Vorstand alle zwei Wochen in den Räumlichkeiten der Jugendinfo an der Wartstrasse getroffen. Er war in Gesprächen mit der Kinder- und Jugendbeauftragten Mireille Stauffer, Stadtrat Galladé und Gemeinderäten verschiedener Fraktionen. Eine Homepage ist aufgeschaltet, und auf Instagram hat «jupawinti» 130 Abonnenten und sechs Beiträge. «Was würdest du in Winterthur verändern» lautet die Überschrift eines Beitrags. Ein Mitglied des Jupa antwortet: «Ich würde vorschlagen, dass die Preise für ÖV Billette für Jugendliche unter 16 Jahren reduziert werden.» Ausserdem ermuntert Jupawinti die Jugendlichen dazu, sich als Mitglied zu melden. «Wir wollen möglichst viele verschiedene Meinungen vertreten, jeder darf mitmachen.»

Erstellt: 05.09.2019, 12:21 Uhr

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