Wädenswil/Pfäffikon SZ

Zürcher dürfen künftig im Kanton Schwyz an die Fachmittelschule

Mit der Eröffnung der Kantonsschule Zimmerberg fällt die Möglichkeit am linken Seeufer weg, die Matur in Pfäffikon zu absolvieren.

In Zukunft dürfen hier in Pfäffikon Schüler aus dem Kanton Zürich die Fachmittelschule besuchen.

In Zukunft dürfen hier in Pfäffikon Schüler aus dem Kanton Zürich die Fachmittelschule besuchen. Bild: Manuela Matt

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Der lange Schulweg ans Gymnasium nach Zürich bescherte Schülerinnen und Schülern aus Richterswil, Schönenberg und Hütten über viele Jahre ein Sonderrecht. Sie durften die Kantonsschule im schwyzerischen Pfäffikon besuchen. Rund 40 Schüler, über alle Klassenstufen verteilt, tun dies derzeit. Finanziert wird der Schwyzer Schulbesuch vom Kanton Zürich.

Mit der Eröffnung der Kantonsschule Zimmerberg im kommenden Sommer in der Au bricht aber ein neues Zeitalter an. Die Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk Horgen haben dann ein eigenes Gymnasium quasi vor der Haustür. Der Kanton Zürich wird deshalb das entsprechende Abkommen mit dem Kanton Schwyz auflösen. Beim Kanton Schwyz reagiert man mit Verständnis darauf: «Wir können nachvollziehen, dass der Kanton Zürich seine Schüler an der neuen Schule im Kanton Zürich beschulen möchte», sagt Kuno Blum, Amtsvorsteher für Mittel- und Hochschulen im Kanton Schwyz. Für die Schüler, die derzeit schon in Pfäffikon an der Kantonsschule Ausserschwyz (KSA)das Gymi besuchen, ändert sich bis zu ihrer Maturität nichts.

Verlust abfedern

Und dennoch: Langfristig muss der Kanton Schwyz den Verlust der zwei «Zürcher Schulklassen» abfedern – finanziell, aber auch um das Schulhaus in Pfäffikon auslasten zu können. Wie in Wädenswil plant auch der Kanton Schwyz einen Neubau der Kantonsschule, der politisch aber deutlich umstrittener ist als jener in Zürich. Am 24. November müssen die Schwyzer Stimmberechtigten über einen 92-Millionen-Baukredit befinden.

Die Schwyzer haben einen Plan ausgeheckt, wie sie den Verlust der Zürcher Schüler dämpfen können: «Wir haben mit dem Kanton Zürich vereinbart, dass Zürcher Schüler ab dem Schuljahr 2020/2021 die Fachmittelschule im Berufsfeld Pädagogik (FMS) in Pfäffikon besuchen können.» Die Regelung gilt nicht nur für die Jugendlichen aus den Nachbargemeinden, sondern für den ganzen Kanton Zürich. Bedingung ist allerdings, dass die Schüler die Aufnahmeprüfung in Pfäffikon schaffen und auch die übrigen Aufnahmebedingungen erfüllen. Der Kanton Zürich beabsichtigt, das bestehende Ostschweizer Schulgeldabkommen in den kommenden Monaten entsprechend anzupassen.

Lehrer gesucht

Der Kanton Zürich bietet Fachmittelschulen heute nur in Oerlikon und Winterthur an. Mit einer Maturität an der FMS steht der Weg an Fachhochschulen offen, mit dem Schwerpunkt Pädagogik öffnet sich die Tür zur Lehrerausbildung. Will der Kanton Zürich also die Lehrerausbildung mit dieser Massnahme besonders fördern? «Das Abkommen verfolgt nicht in erster Linie die Förderung des Nachwuchses im Lehrerberuf», sagt Niklaus Schatzmann, Amtsleiter des Zürcher Mittelschul- und Berufsbildungsamtes, «sondern soll den angehenden Mittelschülerinnen und -schülern ein zusätzliches Bildungsangebot eröffnen.» Aber: «Sollte durch die Zusammenarbeit das Interesse am Lehrerberuf gefördert werden können, begrüssen wir dies.»

Schatzmann rechnet damit, dass eine einstellige Schülerzahl das Angebot in Anspruch nehmen wird. Der Kanton Zürich muss dafür pro Schüler und Jahr einen Beitrag dem Kanton Schwyz entrichten. Derzeit wären das knapp 18'000 Franken. Kuno Blum vom Kanton Schwyz erhofft sich, dass auch Schüler vom rechten Zürichseeufer oder aus dem Zürcher Oberland das FMS-Angebot in Pfäffikon nutzen.

Dass umgekehrt Schwyzer Schüler das neue Gymnasium in Wädenswil besuchen,ist jedoch nicht vorgesehen, wie Blum sagt. Er verweist dabei auf die zahlreichen innerkantonalen Schwyzer Möglichkeiten, ein Gymnasium zu besuchen. Eine allfällige Zusammenarbeit in Schulprojekten – etwa mit gemeinsamen Themenwochen oder Ausflügen – zwischen den einzelnen Gymnasien Pfäffikon und Zimmerberg ist laut den Amtsleitern aber grundsätzlich möglich. Darüber entscheiden jedoch die Rektoren.

Erstellt: 23.10.2019, 15:03 Uhr

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