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An einem nebligen Tag vor 15 Jahren starben bei Bassersdorf 24 Menschen

Neun Personen überlebten den Crossair-Absturz bei Bassersdorf vor 15 Jahren. Eine davon ist die heutige Nationalrätin Jacqueline Badran. Sie bedauert, dass aus dem Unfall nicht mehr gelernt wurde.

Der Rumpf des abgestürzten Jumbolinos bliebt zu einem grossen Teil intakt. Hier sass auch die Überlebende Jacqueline Badran.
Der Rumpf des abgestürzten Jumbolinos bliebt zu einem grossen Teil intakt. Hier sass auch die Überlebende Jacqueline Badran.
Archiv

Dunkel und neblig war der Tag, daran kann sich Nürensdorfs alt Gemeindepräsident Franz Brunner noch genau erinnern. Er war draussen mit dem Hund unterwegs als er bemerkte, dass ein Jumbolino der Crossair unüblich tief über sein Dorf hinwegflog. Noch bevor er sein Zuhause erreichte, kam der Anruf, ein Flugzeug sei abgestürzt.

Das war genau vor 15 Jahren. Die Polizei fuhr Brunnner damals zur Unfallstelle. «Es war ein gespenstischer Anblick», erinnert er sich. Das dicht bewachsene Sumpfgebiet sei in dickem Nebel gelegen. 28 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder sassen in der von Berlin her kommenden Unglücksmaschine. Nur neun Personen überlebten den Aufprall.

Besuch der Absturzstelle

Eine davon ist die heutige SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Heute Donnerstag wird sie die Absturzstelle besuchen ­– gemeinsam mit ihrem damaligen Geschäftspartner, der den Absturz ebenfalls überlebte. Begleitet werden die Beiden von den damaligen Einsatzleitern von Polizei und Feuerwehr.

Ihr Leben habe sich nach dem Absturz nicht grossartig verändert, sagt die Politkerin. «Das Ereignis hat mir aber noch einmal vor Augen geführt, was ich für ein Glück in meinem Leben habe», erklärt sie. So sei sie gesund, leistungsfähig und in einem Land wie der Schweiz geboren.

Badran bedaurt allerdings, dass aus dem Flugunglück nur wenig gelernt worden sei. So hätte sie sich gewünscht, dass Fluggesellschaften oder Rettungsdienste auf sie als Überlebende der Katastrophe zurückgegriffen hätten. «Ich hätte zum Beispiel an Schulungen für Rettungskräfte über das Erlebnis sprechen können», sagt sie. Solche Anfragen seien aber nie gekommen.

Schlechte Sicherheitskultur

Die Nationalrätin ist zudem entäuscht, dass man auf die mangelhafte Sicherheitskultur bei der damaligen Crossair zu wenig einging. So war der Absturz auf einen Pilotenfehler zurückzuführen. Der Flugkapitän war schon zuvor wegen mehrerer Zwischenfällen negativ aufgefallen. «Als man nach dem Grounding die Swissair in die Crossair integrierte, übernahm man leider grosse Teile der schlechten Sicherheitskultur der Crossair und warf viele gute Errungenschaften der Swissair über Bord», kritisiert die Politkerin. «Wenn man nichts aus einem Unfall lernt, dann hat er nicht einmal den Sinn».

Gegenüber dem Piloten, der beim Absturz ums Leben kam, hegt Badran aber keinen Groll. «Menschliches Versagen kann immer und überall passieren und das weiss man, wenn man ein Flugzeug betritt», sagt sie. Dem schliesst sich auch Brunner an. Auch er stellt sich vor den Bruchpiloten.

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