Embrach

Angriff im Asylzentrum kam aus heiterem Himmel

Für die Verantwortlichen kam der Angriff auf die Betreuerin im Durchgangszentrum Embrach völlig überraschend. Das Opfer ist noch immer im Spital.

Hier im Durchgangszentrum Embrach ereignete sich der Angriff.

Hier im Durchgangszentrum Embrach ereignete sich der Angriff. Bild: Archiv ZU

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Der Schreck steckt den Verantwortlichen im kantonalen Durchgangszentrum für Asylbewerber (DZ) in Embrach noch immer in den Knochen. Am Mittwoch hat eine Asylbewerberin bei einem Gespräch eine 26-jährige Betreuerin mit einer Stichwaffe angegriffen und sie dabei schwer verletzt. «Der Angriff auf die Betreuerin hat beim Betreuungsteam, aber auch bei den Asylsuchenden im DZ grosse Betroffenheit ausgelöst. Es deutete absolut nichts darauf hin, dass die Klientin die Betreuerin derart heftig angreifen würde», sagt Roman Della Rossa, Mediensprecher der Firma ORS Service AG, die das Durchgangszentrum betreibt. Es handle sich um einen ausserordentlichen Vorfall, den niemand erwartet habe und den man bei der ORS noch nie so erlebt habe. Bei der Mitarbeiterin handle es sich um eine erfahrene und auch beliebte Betreuerin, die einen sehr guten Zugang zu den Asylbewerbern habe. «Unsere Gedanken sind bei der Betreuerin und ihren Angehörigen.» Die Frau sei noch immer in Spitalbehandlung. Ihr Gesundheitszustand sei stabil.

Nicht das erste Gewaltdelikt im Durchgangszentrum

Die mutmassliche Täterin, eine 34-jährige Frau von der Elfenbeinküste, konnte von der Polizei am Mittwochabend in Kloten verhaftet werden. Sie war nach der Tat geflüchtet. Zum Tathergang und zur Ursache machen die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft weiterhin keine Angaben. Die Ermittlungen laufen.

Es ist nicht das erste Gewalt-delikt, das sich im Embracher Durchgangszentrum ereignet hat. Im Dezember 2012 eröffnete ein 22-jähriger Schweizer mit einer Pistole das Feuer auf einen tunesischen Asylbewerber und tötete ihn. Der Täter hielt sich auf dem Areal auf, weil er seine dort untergebrachte Freundin besuchte. Das Obergericht verurteilte ihn im letzten September zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren.

Bevorstehende Umwandlung in ein Bundeszentrum

Zurzeit sind im Embracher Durchgangszentrum rund 600 Asylbewerber untergebracht. Nächstes Jahr sollte es in ein Bundeszentrum umgewandelt werden und hauptsächlich Asylbewerber mit negativem Entscheid beherbergen. Durch die aktuelle Flüchtlingswelle verzögert sich das Unterfangen allerdings.

Erstellt: 19.11.2015, 18:17 Uhr

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