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Bedingte Geldstrafe für falsche Terrorwarnung gegen Ringier

Ein 43-jähriger Mann ist vom Bezirksgericht Zürich zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte das Medienhaus Ringier angerufen und vor Terrorakten gewarnt.

Der Verurteilte hatte Drohungen gegen das Medienhaus Ringier in Zürich ausgesprochen.
Der Verurteilte hatte Drohungen gegen das Medienhaus Ringier in Zürich ausgesprochen.
Keystone

Am 21. Januar 2015, zwei Wochen nach den blutigen Attacken in Paris, rief der Mann im Ringier Medienhaus in Zürich an. Er erklärte, in nächster Zeit werde es in der Schweiz grosse Unruhen geben. Es könnte «etwas Ähnliches wie in Paris» geschehen.

Die Frau, die den Anruf entgegengenommen hatte, informierte umgehend die Polizei. Diese rückte mit schwer bewaffneten Sondereinheiten aus. Sie sperrten das Areal ab und umstellten das Gebäude.

Pech für den Anrufer war, dass er nicht mit unterdrückter Nummer angerufen hatte. Wenige Stunden nach dem Zwischenfall wurde er festgenommen. Er räumte ein, er habe der Blick-Redaktion einen Schrecken einjagen wollen.

Die Anklage lautete auf Schreckung der Bevölkerung. Weil der Mann während seiner Haft eine Zelle demoliert hatte, kam Sachbeschädigung dazu. Der Verteidiger machte geltend, der psychisch angeschlagene Mann habe bloss vor einer Gefahr warnen wollen, habe aber nie gedroht. Er plädierte deshalb auf Freispruch.

Anruf ernst nehmen

Das Gericht liess sich davon aber nicht überzeugen. Es folgte weitgehend der Anklage. Das Vorgehen des Beschuldigten sei als schwere Androhung zu verstehen. Die schrecklichen Ereignisse von Paris seien damals grade mal zwei Wochen zurückgelegen. Die Mitarbeitenden einer Zeitung hätten zu den Opfern gehört - «man musste den Anruf ernst nehmen», sagte der Gerichtsvorsitzende.

Das Gericht attestierte dem Türken eine leichte bis mittlere Einschränkung der Schuldfähigkeit. Der psychisch labile Mann soll vor dem Anruf rund zwei Dutzend Tabletten eines Beruhigungsmittels geschluckt haben. Es sei ihm schlecht gegangen und deshalb habe er gewollt, dass es anderen auch schlecht gehe.

Die Tat zeuge von einer verwerflichen Haltung des Beschuldigten. Dessen Geständnis und seine Reue veranlassten die Richter aber dazu, eine bedingte Geldstrafe zu erlassen und auf eine Freiheitsstrafe zu verzichten.

(SDA)

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