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Bevölkerung soll sich möglichst sicher fühlen

Als neustes Puzzleteil im kantonalen Bedrohungsmanagement präsentierte Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) am Donnerstag die Interventionsstelle gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus.

Der Zürcher Sicherheitsdireltor Mario Fehr (SP) präsentierte am Donnerstag die neue Interventionsstelle.
Der Zürcher Sicherheitsdireltor Mario Fehr (SP) präsentierte am Donnerstag die neue Interventionsstelle.
Keystone

«Wir unternehmen alles Mögliche, um die Zürcher Bevölkerung vor Gewalt zu schützen», sagte Sicherheitsdirektor Mario Fehr am Donnerstag vor den Medien.

Die Interventionsstelle gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus (IRE) befindet sich seit Anfang März im Aufbau. Bereits aufgeschaltet ist die Website unter www.kapo.zh.ch/ire, wie der Leiter der IRE, Daniele Lenzo ausführte.

Auch hat die Fachstelle bereits einige niederschwellige Angebote für die Bevölkerung bereitgestellt, die über den Umgang mit Radikalisierung und Extremismus informieren. Ab Herbst sollen dann Deradikalisierungsmaterialien wie der Elternleitfaden «Wie spreche ich mit meinem Kind» (beispielsweise über Terrorismus) sowie ein Video vorhanden sein.

Zehn Leute im Visier

Derzeit hat die Gewaltschutzstelle rund zehn Leute im Visier, bei denen islamistische Radikalisierungstendenzen festgestellt wurden. Dies gab Reinhard Brunner, Chef Präventionsabteilung der Kantonspolizei Zürich, am Donnerstag bekannt. Seit 2015 habe man rund 50 Fälle bearbeitet.

Ein typisches Profil von Personen, die sich radikalisieren, gibt es laut Lenzo nicht. Ein wichtiger Faktor sei allerdings das Umfeld. Wer gemobbt werde, sei in der Regel anfälliger für Formen der Radikalisierung – egal ob von links, rechts oder von einer religiösen Gruppierung.

Und da bereits Schülerinnen und Schüler Mobbingopfer werden können, sei es wichtig, auch die Schulen in die Prävention einzubinden, betonte Brunner.

Vertrauen in Brückenbauerinnen und Brückenbauer

Präventionsarbeit ist umso erfolgreicher, je mehr Vertrauen Involvierte in die Polizei haben. Hier leisten die sogenannten Brückenbauerinnen und Brückenbauer der Kantonspolizei seit zehn Jahren wichtige Arbeit. Sie pflegen Kontakte zu Menschen und Organisationen aus anderen Kulturkreisen. Durch das gegenseitige Vertrauen sollen Gefahren rechtzeitig erkannt werden.

Die Brückenbauer sind – wie die IRE – bei der Präventionsabteilung der Kantonspolizei angesiedelt. Zwei Fachverantwortliche und 14 im Nebenamt tätige Polizisten stehen im Einsatz.

Eine von ihnen ist Susanna Contesse. Sie ist im Hauptamt Verkehrspolizistin und im Nebenamt im Bezirk Bülach als Brückenbauerin unterwegs, meist in Zivil, «aber immer als Polizistin erkennbar», wie sie vor den Medien ausführte.

Zur Arbeit der Brückenbauerin gehören auch Informationen für Migranten über Rechte und Pflichten sowie die Arbeit der Polizei. Von Migrantenseite höre sie dabei immer wieder, dass sich die hiesige Polizei stark von der Polizei in den Herkunftsländern unterscheide. «Wir werden als nicht korrupt und nicht gewalttätig wahrgenommen», freut sie sich.

SDA/mst

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