Zürich

Erfolg für Spar-Filiale beim Schauspielhaus

Die bereits seit zwei Jahren geplante Spar-Filiale beim Schauspielhaus hat vor Gericht einen weiteren Sieg errungen. Der Rekurs eines benach­barten Restaurants wurde abgelehnt.

Das leere Lokal an der Ecke des Schauspielhauses gibt seit Jahren zu reden.

Das leere Lokal an der Ecke des Schauspielhauses gibt seit Jahren zu reden. Bild: Archiv/Keystone

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Schon seit rund zwei Jahren ist die Eröffnung einer Spar-Express-Filiale neben dem Schauspielhaus in Zürich geplant. Eine Beschwerde des Schauspielhauses dagegen wurde im Juni abgelehnt. Das Schauspielhaus verzichtete auf einen Weiterzug des Entscheids.

Gleichzeitig war aber noch eine weitere Beschwerde hängig: Die Betreiber des Restaurants Santa Lucia Teatro, welches sich im Gebäude des Schauspielhauses befindet, störten sich an der geplanten Lüftungs- und Kühlanlage, die an der Fassade des Gebäudes im Innenhof montiert werden soll. Das Restaurant, das zur Bindella-Gruppe gehört, bewirtet im Innenhof auf einer Terrasse seine Gäste.

Lüftung könnte stören

Wie dem am Mittwoch veröffentlichten Entscheid des Baurekursgerichts zu entnehmen ist, befürchteten die Restaurantbetreiber, dass der Lärm und die Abluft der Anlage die Gäste stören könnten. Zudem werde das optische Erscheinungsbild durch die geplante Anlage beeinträchtigt. Das ­Gericht hat den Rekurs in seinem Entscheid vom vergangenen Freitag abgewiesen. Die zulässigen Lärmgrenzwerte würden eingehalten. Zudem sei die Terrasse des Restaurants kein lärmempfindlicher Ort gemäss Lärmschutzverordnung. Laut einem Gutachten seien die Lärmemissionen durch die Gäste des Aussenrestaurants erheblich höher als diejenigen des Rückkühlers bei Maximallast.

Hans Beer, Geschäftsleiter der Spar Handels AG Schweiz, zeigte sich gestern auf Anfrage erfreut über den Entscheid. «Wir gehen davon aus, dass die Sache nun erledigt ist», sagte er. Allerdings besteht die Möglichkeit, den Entscheid an die nächsthöhere Instanz weiterzuziehen.

Bindella will sich mit dem künftigen Nachbarn lieber ohne Gerichtsprozess einig werden. Man sei bemüht, mit Spar eine Lösung zu finden, hiess es bei Bindella am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Urteil werde man deshalb akzeptieren.

Zudem habe man überhaupt nichts gegen Spar als Nachbarn, betonte eine Sprecherin. Das Problem sei einzig die Kühlanlage. Bindella befürchtet, dass die Anlage warme Abluft auf die Restaurant-Gäste blasen könnte. Zudem sei die Anlage optisch und akustisch störend.

«Wir rechnen mit rund sechs Monaten von dem Moment an, an dem wir grünes Licht erhalten», sagt Hans Beer, Geschäftsleiter der Spar Handels AG Schweiz.

Die geplante Spar-Express-Filiale wird rund 120 Quadratmeter Verkaufsfläche aufweisen und unter anderem Take-away-Essen und Getränke anbieten. Im Vergleich zu normalen Filialen des Unternehmens sind die Express-Filialen zwar kleiner, haben aber meist längere Öffnungszeiten als diese.

Zur Zielkundschaft der neuen Filiale dürften auch die zahlreichen Schüler und Studierenden der nahe gelegenen Bildungseinrichtungen zählen.

Lange Auseinandersetzung

In dem Gebäude direkt neben dem Schauspielhaus befand sich früher eine Filiale der Bank Leu. Ursprünglich war geplant, dort ein McDonald’s-Restaurant einzurichten. Das Schauspielhaus wehrte sich nicht nur juristisch gegen das Vorhaben, sondern sammelte auch über 6000 Unterschriften dagegen. McDonald’s hat das Projekt wegen Protesten und Rekursen schliesslich fallen gelassen. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 11.08.2016, 11:07 Uhr

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