Nationalratswahlen

Böse Überraschung für die Zürcher SP

Während die Sitzverluste für die SVP im erwarteten Rahmen ausfielen, erwischte es die SP unvorbereitet: Sie verliert ebenfalls zwei Sitze. Grosse Gewinner sind Grüne und Grünliberale

Unerwarteter Absturz der SP: Die Co-Präsidenten Priska Seiler Graf und Andreas Daurù gestern im Walcheturm. Foto: Michele Limina

Unerwarteter Absturz der SP: Die Co-Präsidenten Priska Seiler Graf und Andreas Daurù gestern im Walcheturm. Foto: Michele Limina

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In den groben Zügen sind die Nationalratswahlen im Kanton Zürich so ausgefallen, wie es aufgrund der nationalen Trends zu erwarten war: Grün gewinnt, SVP verliert. Die Grünen (+7,2 Prozentpunkte Wähleranteil) und die Grünliberalen (+5,8 Prozentpunkte) sind die grossen Sieger. Beide haben je drei Sitze gewonnen. Obwohl die Grünen einen minimal höheren Wähleranteil haben als die Grünliberalen, hat die GLP insgesamt einen Sitz mehr. Grund dafür sind Listenverbindungen.

GLP-Co-Präsidentin Corina Gredig sprach von einem «gewaltigen Resultat». Den Erfolg habe man nicht nur dem Klimathema zu verdanken, die GLP sei auch Brückenbauer zwischen den politischen Lagern. Marionna Schlatter, Parteipräsidentin der kantonalen Grünen und Ständeratskandidatin, sagte, dass auch der Zeitgeist zum guten Abschneiden ihrer Partei beigetragen habe.

Die Zürcher SVP verliert zwei Nationalratssitze, das Minus von 4 Prozentpunkten beim Wähleranteil liegt leicht unter dem schweizweiten Durchschnitt.

SP schockiert von Verlusten

Zur überraschend deutlichen Wahlverliererin wurde gestern die SP. Die Sozialdemokraten mussten gemäss Umfragen im Vorfeld der Wahlen eigentlich keine grösseren Verluste befürchten. Entsprechend gross war der Schock, als Hochrechnungen gestern Nachmittag der neunköpfigen Zürcher SP-Delegation zwei, zwischenzeitlich sogar drei Sitzverluste prognostizierten. Bei den Kantonsratswahlen im Frühling konnten die Sozialdemokraten ihren Wähleranteil halten. Eine Erklärung für das Minus von 4,1 Prozentpunkten, das deutlich höher liegt als im Schweizer Durchschnitt, hatte Co-Präsidentin Priska Seiler Graf gestern nicht. «Es ist sicher so, dass wir ein Stück weit zwischen den beiden grünen Parteien zerrieben worden sind», sagte sie. Angesichts der Tatsache, dass die SP schon sehr lange auch grüne Politik betreibe, sei dies frustrierend. Sie zeigte sich aber auch erfreut darüber, dass der ökologische Block im Nationalrat gestärkt worden sei.

Ihre Sitze knapp halten konnte die FDP, beim Wähleranteil resultierte ein Minus von fast 1,7 Prozentpunkten.

Einziger BDP-Sitz ist weg

Einen Totalverlust gab es für die BDP. Mit Rosmarie Quadranti wurde die einzige Nationalrätin der Partei abgewählt. Sie glaubt trotzdem an eine Zukunft für die Partei: «Die BDP macht gute Sachpolitik und setzt sich für pragmatische Lösungen ein.»

Die CVP-Kantonalpartei wird künftig nur noch mit einem Vertreter im Nationalrat sein. Stabil schnitt die EVP ab: Sie konnte ihren einzigen Sitz halten und den Wähleranteil leicht steigern.

Erstellt: 21.10.2019, 08:26 Uhr

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