Wetter

Föhn treibt Temperaturen in die Höhe

Über den Alpen hat sich kräftiger Föhn eingestellt. Der warme Fallwind sorgt am Mittwoch für stürmische und gebietsweise sommerliche Verhältnisse.

Klassische Föhnbewölkung zeigt sich heute Morgen am Zürichsee. Der kräftige Südwind reisst Löcher in die Bewölkung.

Klassische Föhnbewölkung zeigt sich heute Morgen am Zürichsee. Der kräftige Südwind reisst Löcher in die Bewölkung. Bild: Martin Steinegger

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Der Föhn drückt über den Alpen: In den klassischen Südtälern bläst der warme Fallwind bereits seit der Nacht in Sturmstärke. In Altdorf (Urner Reusstal) erreichten die Böen mehr als 100 km/h. In Meiringen (Haslital), Vaduz (Rheintal) und Glarus werden Böen von 60 bis 90 km/h gemessen.

Aber auch an Orten, die normalerweise keine Föhnböen abbekommen, hat sich der Südwind durchgesetzt. In der Stadt St. Gallen etwa blies der Wind den Passanten am Morgen mit Böen um 50 km/h um die Ohren.

Gemäss Einschätzung der Meteorologen von Meteoschweiz wird sich der Föhn im Verlauf des Tages noch verstärken. Seinen Höhepunkt dürfte er am Nachmittag und Abend erreichen. Es ist sogar möglich, dass sich der Föhn bis ins Alpenvorland (Linthgebiet, Zürichseeregion, Zürcher Oberland) vorarbeitet. Auch ein kurzzeitiger Vorstoss bis ins Mittelland wird nicht ausgeschlossen. In den genannten Regionen wird der Föhn aber nicht die selbe Kraft erreichen, wie in den Alpentälern.

Grosser Druckunterschied zwischen Nord und Süd

Nur bei sehr starken Föhnlagen schafft es der Wind über die klassischen Alpentäler hinaus bis ins Mittelland. Diese Bedingung ist gemäss Meteorologen heute erfüllt: Der Druckunterschied zwischen der Alpennordseite- und der Alpensüdseite beträgt heute etwa 13-14 Hektopascal (hpa). Je stärker dieser Druckunterschied ist - gemessen wird dafür in der Regel in Lugano und Zürich - desto kräftiger bläst der Föhn. Zum Vergleich: Bei der letzten Föhnlage Anfangs dieser Woche lag der Druckunterschied nur bei knapp 8 Hektopascal.

Das Föhndiagramm von Meteocentrale zeigt eindrücklich den Druckunterschied, der sich heute zwischen Zürich und Lugano einstellen wird

Förderlich für einen Föhnvorstoss bis ins Mittelland ist auch, dass sich die Luft in der Nacht im Flachland nicht stark abgekühlt hat. Dies verhindert im Winter normalerweise, dass der Föhn es bis über die Alpentäler hinaus schafft. Derzeit liegt keine «dicke» Kaltluftschicht über dem Mittelland - eine Hindernis weniger für den warmen Fallwind.

Auswirkungen hat der Föhn auch auf die Temperaturen: In den Föhntälern ist das Thermometer auf sommerliche Werte gestiegen. In Vaduz und Chur wurden nach dem Mittag fast 27 Grad erreicht. Aber auch ausserhalb der Föhngebiete kletterten die Temperaturen auf über 20 Grad.

(landbote.ch)

Erstellt: 16.09.2015, 09:28 Uhr

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