Zürich

Der Schritt auf die grosse Bühne

Er ist ein Ermöglicher. Der Zürcher Produzent Darko Soolfrank steht hinter «Break the Tango» – und bringt die Tanzshow in Umlauf: von Hamburg bis Paris. Zürich ist hier mehr als nur eine Zwischenstation.

Weltklasse in Hamburg - und auch Zürich: «Break the Tango» ist wieder unterwegs.

Weltklasse in Hamburg - und auch Zürich: «Break the Tango» ist wieder unterwegs. Bild: René Tanner

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Die Schweiz exportiert manche grossen Sachen nach Hamburg: Die Architektur der Elbphilharmonie ist zum Beispiel von Herzog & de Meuron. Neuestes Exportprodukt ist die Tanzshow «Break the Tango», die in Zürich entwickelt wurde und jetzt von Hamburg aus ihren Weg in die Welt geht.

Es ist ein Schritt in die Europe League der Unterhaltung. Ortstermin, Hamburg, Kulturzentrum auf Kampnagel. Hier gibts, laut Eigenwerbung, die volle Ladung Theater, Tanz, Musik, Film, Performance. In der grossen Halle hängen noch Plakate von Milo Raus Auftritt mit seinen «Five Easy Peaces», auch er ist ein Schweizer-Kunstweltreisender.

Tango geht eine Beziehung mit Streetdance ein, es ist eine Hochzeit der Bewegungen. 

Jetzt ist aber Sommer, angesagt ist die Deutschland-Premiere der Tanzshow «Break the Tango». Alle sind ein bisschen aufgeregt. Denn das hat es noch nie gegeben: Tango geht eine Beziehung mit Streetdance ein, es ist eine Hochzeit der Bewegungen. «Das ist Tanz von einem anderen Stern» – dieser Ruf geht der Produktion voraus.

Der Ruf ist auch gehört worden. Das Publikum strömt nur so ins Kulturzentrum auf Kampnagel hinein, die Premiere ist ausverkauft, und ein paar VIPs lassen sich in VIP-Pose noch vor der Vorstellung fotografieren. Da sind auch die deutschen Promoter, die sich für die Show interessieren.

Und mitten drin: Darko Soolfrank, der Produzent der Show. Er hat «Break the Tango» auf die Reise gebracht. Die Stationen der Tournee heissen: Hamburg, Berlin, Wien, Paris. Und das ist nur ein Anfang.

Die Reise begann in Zürich mit «Flames of Desire». Im Januar 2013 gastierte der argentinische Tänzer und Choreograf German Cornejo mit seiner Truppe Tango Fire in der Maag-Halle, er zeigte Tango in High-Speed-Qualität.

Nach der Vorstellung sprach Darko Soolfrank, Produzent und Co-Betreiber der Maag-Halle, mit Cornejo über neue Formen des Tanzes. Welche Einflüsse haben Elektrotango, Hip Hop und Breakdance auf die Tradition des Tangos? Eine erste Antwort sollte ein Workshop in Buenos Aires geben.

Mit Kunst allein kommt eine Show nicht weit

Die Idee war natürlich schön, wie viele Ideen schön sind. Die Umsetzung aber verlangt viel. Und da sind wir dort, was Darko Soolfrank aus der Idee gemacht hat: Er hat die besten Tänzerinnen und Tänzer engagiert. Er hat das beste Orchester bekommen. Er hatte die richtigen Leute im Hintergrund, die Schritt für Schritt die Produktion zur grossen Show zusammensetzten, von der Choreografie über das Bühnenbild über die Kostüme bis zur Technik. Darko Soolfrank hatte ein Auge für alles und war überall auch selber präsent. Denn hier muss bis ins Detail alles stimmen, damit eine solche Show auf die Reise gehen kann.

Mit Kunst allein kommt man nicht weit. Und Darko Soolfrank weiss auch: die Reise muss auch bezahlt werden. Und sie ist, wie im Fall von «Break the Tango», eine grosse Reise.

«Das Publikum entscheidet, ob Daumen hoch oder Daumen runter – da interessiert es niemanden, ob man Millionen investiert hat.»Darko Soolfrank

Solche Unternehmen sind immer auch ein Abenteuer, sagt Darko Soolfrank. Er ist seit mehr als 20 Jahren ein Reisender im Unterhaltungsbereich. 1995 hat er das Musical «Space Dream» in Baden mit auf die Beine gestellt, dann kam «Deep» in der Maag Halle, vieles andere mehr – Zürich hatte von nun an ein neues Epizentrum für die volle Ladung Tanz und Musik. Hier machten die grossen Shows in der Schweiz Station – von Ballet Revolucion bis Swanlake Reloaded.

In der Maag Halle wurde auch «Ewigi Liebi» produziert und gezeigt – das erfolgreichste Schweizer Musical aller Zeiten. Da gab es auch «Die Schweizermacher», das Stück war richtig gut, aber viel weniger erfolgreich. «Das Publikum entscheidet, ob Daumen hoch oder Daumen runter – da interessiert es niemanden, ob man Millionen investiert hat», hat einmal Darko Soolfrank gesagt.

In der Europe League der Unterhaltung

In Zürich, wo «Break the Tango» den Weg auf der Bühne der Maag Halle begann, gingen vor einem Jahr die Daumen hoch. Die Show war beim Publikum die Sensation – die meisten Vorstellungen waren ausverkauft. Und zur Premiere kamen auch Veranstalter aus Deutschland und England. Tango ist eine Sprache, die überall verstanden wird. «Ewigi Liebi» kann nach Bern exportiert werden, kommt aber nie nach Hamburg oder Berlin.

«Shows in der Schweiz zu produzieren, ist wie einen Skilift in Marokko zu betreiben.»Darko Soolfrank

Ein anderes Zitat von Darko Soolfrank ist: «Shows in der Schweiz zu produzieren, ist wie einen Skilift in Marokko zu betreiben». Nun, im Atlasgebirge gibt es im Winter vielleicht ein bisschen mehr Schnee als im Tösstal. Aber es ist doch eine einzigartige Sache, dass «Break the Tango» den Weg auf die grossen Bühnen findet. Denn die Produktion muss neben anderen grossen Produktionen bestehen. Und in der Europe League der Unterhaltung wird mit harten Bandagen gekämpft.

Dieser Tango macht fröhliche Menschen

Dieser Tango aber hat Punch. Und so schlägt auch die Deutschland-Premiere ein. «12 Weltklasse-Tänzer, 1 Liveband und eine Show, welche die Zuschauer von den Sitzen reisst», schreibt das Hamburger Abendblatt. «Übertrifft die Erwartungen», schreibt die Welt. Von «Weltklasse-Niveau» schreibt die Hamburger Morgenpost. Aber der schönste Kommentar kommt von den Kellnerinnen im Bistro auf Kampnagel, sie sagen, dass sie seit langem keine so fröhlichen Gesichter nach einer Vorstellung gesehen haben.

Nun macht «Break the Tango» Zwischenstation in Zürich. Nächste Station ist dann: Casino de Paris. Darko Soolfrank wird wieder dabei sein.


Break the Tango: Maag Halle, Zürich, 3. bis 22. Oktober

(Der Landbote)

Erstellt: 01.10.2017, 18:32 Uhr

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