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Die Leihvelos dürfen rollen

Zwei Jahre lang ist die Einführung eines Veloverleihsystems in Zürich blockiert gewesen. Nun sind die rechtlichen Fragen geklärt und in der Stadt sollen bald 2250 Leihvelos an 150 Stationen verfügbar sein.

«Über zwei Jahre haben wir gewartet, jetzt können wir endlich loslegen», sagte Stadtrat Filippo Leutenegger – selber passionierter Velofahrer – am Dienstag.
«Über zwei Jahre haben wir gewartet, jetzt können wir endlich loslegen», sagte Stadtrat Filippo Leutenegger – selber passionierter Velofahrer – am Dienstag.
Keystone

Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) stellte am Dienstag vor den Medien die Zusammenarbeit mit der PostAuto-Tochter PubliBike vor. Die Firma hatte bereits 2015 den Zuschlag der Stadt Zürich erhalten, um ein öffentliches Veloverleihsystem auf Stadtgebiet zu installieren. PubliBike verfüge über die Erfahrung und das entsprechende Personal, hiess es damals.

«Über zwei Jahre haben wir gewartet, jetzt können wir endlich loslegen», sagte Leutenegger am Dienstag. In den Zentren City, Oerlikon und Altstetten sowie in den Korridoren, welche die Zentren verbinden, werden in den nächsten Jahren 150 Stationen für 2250 Leihvelos entstehen. Auch in Zürich Nord und am See werden Stationen eingerichtet.

Jedes zweite Leihvelo ist ein E-Bike

PubliBike hofft darauf, dass die erste Etappe mit 35 Stationen und 500 Velos im Mai 2018 in Betrieb genommen werden kann. Gleichzeitig bedeutet dies das Ende des Projekts «Züri rollt»

PubliBike wird in Zürich neu entwickelte Velos einsetzen. Sie sind mit kleinen 20-Zoll-Rädern versehen und sind kürzer als normale Velos, um im Stadtverkehr wendig zu sein. Die Ballonreifen sollen Stürze auf den Tramschienen verhindern. Die Hälfte der Leihvelos wird aus Komfortgründen mit einem Elektroantrieb ausgerüstet sein, der das Fahrrad bis 25 Kilometer pro Stunde beschleunigen kann.

Aufschliessen mit der Karte

Die Velos sind mit einem sogenannten «Smart Lock» versehen. Sie werden über eine App, eine Kreditkarte oder den SwissPass freigeschaltet. Dafür muss man sich einmal über die Website oder die App registrieren.

Ein Jahresabonnement kostet je nach Art 50 oder 200 Franken. Die Bezahlung erfolgt mittels Kreditkarte, wobei bei jeder Ausleihe für Abonnenten die ersten 30 Minuten gratis sind. Ohne Abo kosten sie 3 Franken.

Der PubliBike-Account ermöglicht die Nutzung von PubliBike-Netzen in anderen Städten: Wer in Zürich künftig das Leihvelo benützt, kann es beispielsweise auch in Bern tun.

Der Stadt Zürich entstehen keine Betriebskosten durch des Ausleihesystem. Sponsoring und Nutzergebühren decken den Aufwand. Die Sozialen Einrichtungen und Betriebe der Stadt Zürich erledigen Wartung und Betrieb im Auftrag der PublikBike. Hauptsponsorin ist die Zürcher Kantonalbank. Auch Grossverteilerin Migros ist beteiligt.

Jahrelange Verzögerung

Die Umsetzung des Veloverleihs in Zürich hat sich verzögert, weil gegen den Entscheid des Stadtrats im Jahr 2015 Beschwerden erhoben wurden. Drei unterlegene Mitbewerber der PubliBike hatten sich ans Zürcher Verwaltungsgericht gewendet. Zwei Beschwerden erledigte das Verwaltungsgericht, doch für die dritte sei es nicht zuständig. Die Beschwerdeführerin rief das Bundesgericht an. Die Einführung des Verleihsystems verzögerte sich deshalb.

Eigentlich hätten die Leihvelos bereits im Juni 2016 im Angebot stehen sollen. Doch das Bundesgericht entschied erst im Juni 2017, dass der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme.

SDA/mst

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