Rapperswil-Jona

«Ein Volksfest, wie es sein sollte»

Feuchtfröhlich, aber friedlich feierten Lakersfans, Fasnächtler und Stadträte den ersten Titelgewinn ihrer Mannschaft. Für die Kantonspolizei war das Fest der «Prototyp eines gelungenen Grossevents».

Friedlicher Freudentaumel: Ob Lakersfans, Fasnächtler oder Stadträte, alle liessen sie ihren Club am Sonntagabend auf dem Rapperswiler Hauptplatz hochleben.

Friedlicher Freudentaumel: Ob Lakersfans, Fasnächtler oder Stadträte, alle liessen sie ihren Club am Sonntagabend auf dem Rapperswiler Hauptplatz hochleben. Bild: Michael Trost

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Die Rapperswil-Jona Lakers haben mit ihrem Sieg im Schweizer Eishockey Cup vom Sonntag Geschichte geschrieben. Genau so legendär, wie die Leistung der Mannschaft auf dem Eis, war auch die anschliessende Siegesfeier. Zu tausenden machten die Fans in der Rapperswiler Altstadt die Nacht zum Tag.

Und auch die Stadt selber trug das ihrige zur ausgelassenen Atmosphäre bei. So spendierte sie während rund 30 Minuten Freibier für alle. Auch Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP) liess es sich nicht nehmen, ins rot-blaue Fanmeer auf dem Hauptplatz einzutauchen. Davon zeugt am morgen danach vor allem eines: die angeschlagene Stimme. Er habe im Sog des Erfolges «euphorisch mitgeschrien», erzählt er. Es habe eine einmalige Atmosphäre geherrscht.

Stöckling und die Idee mit dem Freibier

Der Stadtpräsident war aber längst nicht das einzige Mitglied der städtischen Exekutive, der im und ums Stadion mit den Lakers mitgefeiert hat. Auch seine Stadtratskollegen Thomas Furrer (parteilos), Thomas Rüegg (FDP) und Roland Manhart (CVP) liessen sich das historische Ereignis nicht entgehen – was sich im Nachhinein als Glücksfall für die Fans erwies. Denn als der Sieg quasi in trockenen Tüchern schien, habe er spontan die Idee mit dem Freibier gehabt, erzählt Martin Stöckling. Also habe er sich kurzer Hand mit den ebenfalls anwesenden Stadtratskollegen besprochen. «Der Beschluss war schnell gefasst.»

Fast ebenso schnell dürfte das Gratis-Bier etwas später über die Theken der Fasnachtsstände gegangen sein. Reisst die Aktion nun etwa ein Loch ins städtische Portemonnaie? Der Stadtpräsident winkt ab: «Ich habe die Abrechnung zwar noch nicht erhalten, aber es dürfte sich um einen tiefen vierstelligen Betrag handeln», mutmasst Stöckling.

Der Alkohol dürfte aber so oder so nicht zu knapp geflossen sein. Dennoch kam es gemäss Angaben der St.Galler Kantonspolizei zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. «Es war ein Volksfest für gross und klein, so wie es sein sollte», fasst Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen zusammen

Krüsi war selber in Rapperswil-Jona vor Ort. Auch ihn scheint das Hockeyfieber gepackt und auch am Tag danach noch nicht losgelassen zu haben. «Es war einfach eine unglaubliche Stimmung.» Besonders «eingefahren» ist dem Kapo-Sprecher, der Moment, als das eins zu null für das Heimteam fiel. «Die Jubelschreie der Fans haben wir selbst ausserhalb der Stadionmauern wahrgenommen.» Für Krüsi ist der vergangene Sonntag der Prototyp eines gelungenen Grossevents. «Der ganze Tag ist sehr gut abgelaufen.»

Grosseinsatz für die Mitarbeiter des Werkdienst

Als sich die Lakers vor gut einem Monat für den Cupfinal qualifizierten, waren die Befürchtungen gross, die Terminkollision mit der Rapperswiler Fasnacht könne zu einem Sicherheitsproblem werden. Dementsprechend akribisch haben sich Fasnächtler, Stadt und Kantonspolizei auf das gemeinsame Bestreiten der beiden Grossanlässe vorbereitet. Der Aufwand scheint sich ausbezahlt zu haben. «Wir waren mit einem Grossaufgebot in Rapperswil-Jona anwesend», erklärt Hanspeter Krüsi.

Sport bedeute schliesslich Emotionen und die würden nun einmal auch eine gewisse Unsicherheit mit sich bringen. Mit dem erhöhten Aufgebot habe man den Leuten Sicherheit vermitteln wollen. «Wir wären auf alle Eventualitäten vorbereitet gewesen. Umso schöner, dass es für uns ein absolut ruhiger Sonntag geworden ist.»

Einen Grosseinsatz hatten hingegen die Mitarbeiter des städtischen Werkdiensts zu leisten. Kaum waren die letzten Fasnächtler und Lakersfans ins Bett gefallen, zogen sie bereits mit Kehrmaschinen, Besen und Schaufeln durch die Strassen der Stadt. Und was für die Polizei zu Anfang eher ein Horrorszenario war, kam dem Werkdienstleiter Corsin Tuor gerade recht. «Dass Cupfinal und Fasnacht zusammenfielen ist für uns eigentlich ein Segen.» Denn nach dem alljährlichen Fasnachtsumzug müsse die Altstadt so oder so komplett gereinigt werden. «Da machen die paar herumliegenden Bierbecher dann nicht mehr viel aus», sagt Tuor.

Zwar habe man rund ums Eishockeystadion eine erhöhte Verschmutzung festgestellt, als dies etwa nach einem Ligaspiel der Lakers der Fall sei. Mehr Leute aufbieten musst der Werkdienstleiter aber trotzdem nicht. Wie viel Tonnen Abfall bei den sonntäglichen Feierlichkeiten zusammengekommen ist, kann Tuor nicht sagen. «Es dürften aber auf jeden Fall das eine oder andere Kilo mehr sein als sonst.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.02.2018, 17:21 Uhr

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Nach dem Cup ist vor dem Aufstieg

«Wir wollen im Frühling noch einmal so ein Fest erleben»

Zum ersten Mal in der über 70-jährigen Clubgeschichte holten sich die SC Rapperswil-Jona Lakers einen nationalen Titel. Was danach passierte, können die Verantwortlichen am Morgen danach noch immer nicht fassen. «Es war schlicht bombastisch. Das ist gar nicht in Worte zu fassen», sagt René Schmid, Medienverantwortlicher der SCRJ Lakers. Als die Mannschaft das Festzelt hinter dem Stadion betreten habe, seien die Fans während rund 30 Minuten in völliger Ekstase auf- und abgesprungen. «Und der Hauptplatz, der hat richtig gebrannt.» Die Region sei definitiv erwacht, lautet Schmids Fazit. «Endlich ist Rapperswil-Jona wieder eine Hockeystadt.»

Vor allem aus finanzieller Sicht dürfte sich der Cupsieg für den Club bezahlt machen. Neben dem Preisgeld für den Finaleinzug von 120 000 Franken erhalten die Lakers auch eine Siegesprämie von 100 000 Franken. Hinzu dürfte ein mittlerer sechsstelliger Betrag an Einnahmen aus dem Cupfinal kommen. Aber auch der «Marke» Lakers hat der Sieg nicht geschadet. «Der Titel hilft sicherlich bei künftigen Verhandlungen mit Sponsoren und solchen, die es noch werden könnten», sagt Schmid.

Trotz aller Euphorie über den Cupsieg, ist das Saisonziel der Lakers nach wie vor der Aufstieg. «Der Sonntag war für uns alle ein wunderschönes Erlebnis, aber die grösste Aufgabe haben wir noch vor uns», sagt Schmid. «Schliesslich wollen wir im Frühling noch einmal so ein Fest erleben.» (fse)

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