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Eine kleinliche Strafaktion

Der Kanton kürzt dem Theater Neumarkt die Subventionen einmalig um 50 000 Franken. Diese versteckte Bestrafung für die "Entköppelungs-Aktion" ist ein peinlicher Missgriff.

Handelte mit seinem Gastspiel dem Neumarkt-Theater viel Ärger ein. Regisseur Philipp Ruch (mitte).
Handelte mit seinem Gastspiel dem Neumarkt-Theater viel Ärger ein. Regisseur Philipp Ruch (mitte).
Keystone

Natürlich war die «Entköppelung» am Neumarkt-Theater mehr als unsäglich. Die gegen SVP-Nationalrat Köppel gerichtete Aktion rief zu Gewalt auf und überschritt damit eine Grenze. Auch im Namen der künstlerischen Freiheit geht das nicht. Die Neumarkt-Leitung hat das eingesehen – wenn auch viel zu spät.

Und jetzt kürzt die Regierung dem Theater ein bisschen die Subventionen: 50 000 Franken zwackt sie ihm 2017 mit der Begründung ab, mit diesem einen Fall Verwaltungsaufwand verursacht zu haben. Das ist mutlos und kleinlich. Mutlos, weil sie in populistischer Manier jenen Zugeständnisse macht, die das Neumarkt-Theater schon immer auf der Latte hatten. Mutlos vor allem auch, weil die Regierung nicht offen von einer Strafaktion spricht, sondern kleinkrämerisch mit dem Aufwand argumentiert.

Sicher, die Regierung musste sich mit dem Fall befassen, musste Red und Antwort stehen, einen SVP-Vorstoss beantworten und ein paar Polizisten aufbieten. Das kostet, gehört aber zum Alltag. Dafür leisten wir uns eine gut bezahlte Regierung und einen anständig dotierten Verwaltungs- und Polizeiapparat.

Wo kämen wir hin, wenn die Regierung anfinge, für politische Vorstösse und Polizeiaufgebote konsequent Rechnungen zu stellen? Zudem wäre hier zu klären, ob nicht eher die vorstössigen Politiker den Aufwand verursacht haben als die Teufelsaustreiber.Was es zur Aktion zu sagen gab, sagte die Regierung deutsch und deutlich: Unsäglich und daneben. Das hätte genügt. Der leicht verschämte Griff zum Rotstift ist ein peinlicher Missgriff.

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