Wetter

Eine Regenwoche, die Probleme beseitigt

Bis Freitag wird es in der Region mehr oder weniger durchregnen. Für alle, die sich nach Wärme und Sonne sehnen ist das schlecht – für die Natur aber perfekt.

Diese Woche die Standart-Ansicht durchs Fenster: Regentropfen.

Diese Woche die Standart-Ansicht durchs Fenster: Regentropfen. Bild: Archiv Melanie Duchene

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Der April macht auch weiterhin, was er will: Auf die Frostnächte der letzten Woche folgt nun der Regen. Gemäss den Prognosen der Wetterdienste regnet es von Dienstag bis Freitagmorgen fast ohne Unterbruch und teilweise intensiv. Verantwortlich für das nasse Wetter ist ein Tiefdruckgebiet mit Kern über Skandinavien. Dieses schickt eine Kaltfront zu den Alpen. Bis mindestens Donnerstag wird diese dann stationär über unseren Köpfen verharren.

Derartige Wetterlagen bedeuten vor allem eines: Viel Regen. Gemäss den derzeitigen Berechnungen dürften die Niederschläge vor allem in der Nordostschweiz ergiebig ausfallen. Gemäss Einschätzung der Wetterdienste fallen bis Freitagabend am zentralen und östlichen Alpennordhang 60 bis 80 mm Niederschlag, im östlichen Flachland ergeben sich Summen von 30 bis 60 mm.

Die zu erwartenden Regenmengen von Dienstag bis Freitag in Mitteleuropa gemäss dem US-Wettermodell GFS. Je violetter die Farbskala, desto intensiver die Niederschläge. Quelle: Wetterzentrale.de

Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen April regnet es im Grossraum Zürich im Schnitt etwa 70 bis 110 mm. Dabei gilt die Faustregel: Je näher an den Voralpen, desto höher die Niederschlagsmenge. In Wädenswil ist es also nässer als in Kloten oder Winterhur.

Schneefallgrenze sinkt in Schauern bis «ganz runter»

Bis am Freitagmorgen dürfte somit mindestens die Hälfte des sonst im ganzen April zu erwartenden Niederschlages zusammenkommen. Und nicht nur das: Da die herangeführte Luft relativ kalt ist für die Jahreszeit, muss speziell am Mittwoch und Donnerstag sogar mit Schnee bis in tiefere Lagen gerechnet werden. Die Schneefallgrenze pendelt dabei zwischen 500 und 800 Meter, in kräftigeren Schauern sind Flocken bis «ganz runter» möglich. Dass es im Flachland für eine Schneedecke reichen wird, ist aber unwahrscheinlich.

Das gilt aber nicht für die Täler der Alpen und Voralpen, wo der Wind weniger gut durchgreifen kann. Vor allem in intensiven Niederschlagsphasen dürfte die Schneefallgrenze hier durch die Niederschlagsabkühlung (siehe Video) bis ins Tal sinken und sogar eine dünne Schneedecke ist möglich.

Das Phänomen der Niederschlagsabkühlung, erklärt vom Meteorologen Jörg Kachelmann – zwar anhand einer anderen Wetterlage, aber das Prinzip bleibt dasselbe. Quelle: Youtube

Und in höheren Lagen kann sowieso die Skisaison wieder eröffnet werden: Oberhalb von 800 Metern sind 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee möglich.

Kein Fluch, sondern ein Segen

Problematisch ist die anstehende «Regenwoche» aber nicht. Ganz im Gegenteil. Zwar hat Meteoschweiz für die Nordostschweiz eine Regenwarnung der Stufe 2 herausgegeben (30 bis 50 mm von Dienstagmittag bis Mittwochabend). Wegen des bislang sehr trockenen Frühlings ist der Regen aber durchaus willkommen.

Zur Erinnerung: Die Phase von Dezember 2016 bis März 2017 war speziell im Weinland und im Zürcher Unterland stellenweise so trocken, wie seit 40 Jahren nicht mehr. In diesen Regionen bringt die nun anstehende Niederschlagsphase eine deutliche Entspannung bei Trockenheit und Waldbrandgefahr – und ist somit nicht als Fluch, sondern als Segen anzusehen.

Quellen: Wetterzentrale.de, Meteoschweiz, Meteonews (landbote.ch)

Erstellt: 25.04.2017, 14:15 Uhr

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