Energieversorgung

EKZ planen neue Mega-Batterie

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) bauen den grössten Batteriespeicher der Schweiz. Dieser soll helfen, Schwankungen im Netz auszugleichen. Der Bedarf an solcher Regelenergie ist infolge der Energiewende deutlich gestiegen.

Drei Schiffscontainer vollgepackt mit Akkus bilden das Herzstück des Batteriespeichers.

Drei Schiffscontainer vollgepackt mit Akkus bilden das Herzstück des Batteriespeichers. Bild: zvg

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Die Bauarbeiten auf dem Gelände des EKZ Unterwerks Volketswil laufen bereits. Im Frühling 2018 soll dort der grösste Batteriespeicher der Schweiz in Betrieb genommen werden. In drei jeweils 12 Meter langen Schiffscontainern werden zigtausend Lithium-Ionen-Akkus, wie sie beispielsweise auch in Smartphones oder Elektromobilen verwendet werden, installiert und zusammengeschaltet.

Deren Speicherkapazität von 7,5 Megawattstunden würde ausreichen, um 600 durchschnittliche Vierpersonenhaushalte einen ganzen Tag lang mit Strom zu versorgen. Die EKZ haben mit der neuen Mega-Batterie jedoch etwas anderes im Sinn: «Der Speicher wird Regelenergie für die nationale Netzgesellschaft Swissgrid zur Verfügung stellen und damit zur Stabilisierung des Stromnetzes von Lissabon bis Istanbul beitragen», sagt Marina González Vayá, Fachspezialistin Smart Grid bei den EKZ. Ist zu viel Strom im Netz, werden die Akkus geladen. Im gegenteiligen Fall gibt der Speicher Strom ans Netz ab. Der Wechsel zwischen Laden und Entladen ist innert sehr kurzer Zeit möglich.

Stromnetze brauchen jederzeit ein Gleichgewicht von Produktion und Verbrauch. Bei zu grossen Abweichungen droht schlimmstenfalls der Zusammenbruch des Netzes.

Stärke des Batteriespeichers ist sein Tempo

Dieses Gleichgewicht zu erhalten ist in den vergangenen Jahren durch die Energiewende anspruchsvoller geworden: Die europaweit stark zunehmende Nutzung von Winkraft- und Photovoltaikanlagen führt zu häufigeren Schwankungen, die praktisch in Echtzeit ausgeglichen werden müssen. «Batteriespeicher haben sehr kurze Reaktionszeiten, die Leistung kann innert Millisekunden angepasst werden», sagt González Vayá.

Bei voller Leistung ist aber auch ein grosser Batteriespeicher, wie derjenige der jetzt in Volketswil realisiert wird, relativ rasch entladen. Dann können jedoch trägere und stärkere Systeme, beispielsweise Pumpspeicherwerke oder andere Kraftwerke, einspringen und zur Stabilisierung des Netzes beitragen.

In den vergangenen Jahren haben die EKZ bereits Erfahrung mit einer kleineren Speicherbatterie gesammelt. 2012 wurde eine solche Anlage in Dietikon in Betrieb genommen. Die Erfahrungen damit sind laut González Vayá positiv. Zu Beginn des Projekts war beispielsweise nicht ganz klar, wie lange die Akkus halten werden. Gerechnet wurde mit einer Lebensdauer von etwa 5 Jahren. Diese sind nun vorbei. «Bisher mussten wir allerdings keine Akkus austauschen», sagt González Vayá. Da es sich bei den Akkus um das Herzstück und eine der teuersten Komponenten einer Speicherbatterie handelt, ist deren Haltbarkeit für einen rentablen Einsatz entscheidend.

Die neue Anlage soll Gewinn abwerfen

Seit der Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2012 hat sich vieles getan. «Die Speicher sind deutlich günstiger geworden und haben eine längere Lebensdauer», sagt González Vayá. Für die neue Anlage, in die rund 6 Millionen Franken investiert werden, garantiert der Akku-Hersteller eine Lebensdauer von 10 Jahren. Im Gegensatz zum bereits bestehenden Batteriespeicher soll der neue einen Gewinn abwerfen. Denn die Regelenergie ist auf dem Markt gefragt, bis 2015 sind die durchschnittlichen Preise dafür jahrelang gestiegen. Seither hat die Zusammenlegung mehrerer Märkte die Preise etwas gedämpft.

Batteriespeicher sind eines der Puzzleteile der EKZ Strategie für die Energiezukunft. Für die Umsetzung der Energiewende braucht es zahlreiche weitere kleinere und auch grössere Massnahmen.

Batteriespeicher beispielsweise können in kleinerem Massstab auch zu Hause eingesetzt werden, beispielsweise um Strom von der Solaranlage auf dem Dach zu speichern. Ein weiteres Beispiel ist ein EKZ-Pilotprojekt, bei dem 30 Warmwasserboiler innerhalb eines Quartiers gezielt angesteuert werden. Diese heizen das Wasser immer dann auf, wenn eine nahe gelegene grössere Photovoltaikanlage genügend Strom produziert.

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 10.08.2017, 17:48 Uhr

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