Zürich

«Enttäuschung wäre vermessen»

Ständeratswahl Bastien Girod (Grüne) startete vom vierten Platz noch hinter Hans-Ueli Vogt (SVP) in den zweiten Wahlgang. Nun hat er hinter Ruedi Noser (FDP) das zweitbeste Resultat erreicht.

«Ich bin kein Social-Media-Geek»: Der 34-jährige Bastien Girod verpasste den Einzug in den Ständerat.

«Ich bin kein Social-Media-Geek»: Der 34-jährige Bastien Girod verpasste den Einzug in den Ständerat. Bild: Keystone

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Sind Sie enttäuscht über die Nichtwahl oder doch zufrieden mit dem beachtlichen Resultat?
Bastian Girod: Ich bin sicher zufrieden. Natürlich hatte ich für die Sensation gekämpft, aber dafür hat es nicht gereicht. Es wäre vermessen, zu sagen, ich sei enttäuscht. Wir haben gewonnen, ohne einen Sitzgewinn. Wir haben eine gute Kam­pa­gne gemacht und viel Unterstützung erhalten. Das hat uns geholfen, im zweiten Wahlgang nochmals deutlich zuzulegen.

War­um hat es nicht gereicht?
Zum einen war Ruedi Noser zu stark, andererseits war Hans-­Ueli Vogt zu schwach. Das hat dazu geführt, dass viele SVP-Wähler wohl strategisch gewählt haben. So ist unsere Rechnung nicht ganz aufgegangen. Aber im Grossen und Ganzen hatten wir recht, dass Hans-Ueli Vogt keine Chance haben wird.

Man hat gemerkt, dass Sie Freude am Wahlkampf hatten.
Ich bin etwas enttäuscht, dass es keinen dritten Wahlgang gibt. Nein, der Wahlkampf hat mir tatsächlich Spass gemacht. Ich sehe ihn als Austausch mit der Bevölkerung, als Diskussion, nicht als Monolog. Ich habe viel gelernt und werde noch viel lernen können. Ich weiss jetzt auch, wo ich mich noch verbessern kann. Das werde ich in den nächsten vier Jahren tun.

Was wäre so ein Punkt?
Etwa mein Auftritt oder auch gewisse Themen und berufliche Kompetenzen, wie meine wirtschaftliche Kompetenz, die ich noch stärker in den Fokus rücken könnte. Ich habe auch von den anderen Kandidaten gelernt.

Sie haben den Ruf als Social-Media-König von Zürich. Worauf führen Sie das zurück?
Wir haben eine aktive Social-Media-Kampagne geführt und viel gewonnen in den sozialen Medien. Das ist ein Kapital, das uns für künftige Kam­pa­gnen bleibt. Wir haben uns viel Wissen angeeignet. Allerdings ist diese Kam­pa­gne eher aus der Not heraus entstanden, denn ich bin kein Social-Media-Geek oder IT-Nerd. Aber ich wusste, das ist meine einzige Chance, bei diesem Rennen einen Unterschied zu machen.

War der Kanton Zürich noch nicht bereit für eine solche Kam­pa­gne?
Ich weiss nicht, ob es daran lag. Für mich wäre es besser gewesen, in vier Jahren für den Ständerat zu kandidieren. Vielleicht war es auch ich, der noch nicht so weit war.

Was sagen Sie zur Zürcher Vertretung mit Daniel Jositsch und Ruedi Noser im Ständerat?
Ich hoffe, dass sie sich für die Anliegen der Zürcher Bevölkerung einsetzen. Denn die sind jetzt gefährdet nach dem starken Rechtsrutsch im Parlament. Ich hoffe auch, dass uns Ruedi Noser noch überrascht und vielleicht bei der einen oder anderen Frage von der Parteimeinung abweicht mit der neuen Unabhängigkeit, die er als Ständerat hat.

Wie weiter mit Bastien Girod?
Das werden wir sehen. In den Nationalrat wurde ich ja wiedergewählt. In meinen Anliegen, mit denen ich Wahlkampf gemacht habe, wurde ich jetzt nochmals demokratisch bestärkt. An diesen Inhalten werde ich weiterarbeiten, denn diese sind der Bevölkerung wichtig. Da wird es noch einiges zu tun geben. (landbote.ch)

Erstellt: 23.11.2015, 11:32 Uhr

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