Kloten

Fliegen ohne Lärm und Kerosinverbrauch

Rechtzeitig steht der neue Simulator für die Ausbildung der Bombardier CS-100 Piloten bereit. Zurzeit bereiten sich darin 34 Fluginstruktoren auf den Einsatz vor.

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Unspektakulär steht er auf seinen Stelzen in einem fensterlosen Raum. Der zehnte Flugsimulator des Swiss Aviation Training SAT an der Balz Zimmermann-Strasse in Kloten. Am Montag wurde der CS-100 Simulator für die Pilotenschulung feierlich eingeweiht und freigegeben.

Allerdings zerschellten keine Champagnerflaschen an der Bordwand, wie dies bei Schiffstaufen üblich ist. Dafür ist der 15 bis 20 Millionen Franken teure Simulator zu fragil. Nicht ohne Stolz verkündete David Birrer, Cief Operations Officer der SAT, dass das Schulungszentrum seit zehn Jahren jedes Jahr einen neuen Simulator dem Betrieb genommen hat, einer davon steht in Wien, einer in Frankfurt und nun acht in Kloten.

«Anspruchsvolles Unterfangen»

Die Projektarbeiten für den neuen CS-100-Simulator begannen vor sieben Jahren. Das Unterfangen stellte sehr grosse Herausforderungen an alle Beteiligten. Denn das neu entwickelte Flugzeug der kanadischen Bombardier-Werke hob erst Ende 2013 erstmals ab. Während der nachfolgenden Testflüge mussten zuerst alle Flugdaten aufgezeichnet werden, um die Software für den Simulator überhaupt herstellen zu können.

Birrer hob hervor: «Es ist ein äusserst anspruchsvolles Unterfangen, ein Trainingsgerät zu bauen, wenn das Flugzeug noch nicht fertig gestellt ist. Aber heute ist ein Tag der Entspannung und der Freude.»

Beeindruckend ist die «Sicht» durch die Cockpitfenster. Auf stromsparenden, langlebigen LCD-Bildschirmen werden Landschaften oder Pisten wirklichkeitsgetreu abgebildet. Früher wurden die «Flugbewegungen», die den Piloten das Fluggefühl vermitteln, hydraulisch produziert. Beim neuen Simulator sind dafür weniger störungsanfällige Elektromotoren eingesetzt.

Schulung bald nur noch im Simulator

Noch hat der durch das Bundesamt zertifizierte Simulator die höchste Zulassungsstufe nicht erreicht. In einem Jahr wird es soweit sein, dann sind Schulungen bis zum Abschluss ohne zusätzliche Landetrainings mit echten Flugzeugen möglich. Es ist auch vorgesehen, den neuen Simulator mit der Software für die später von der Swiss eingesetzten, grösseren CS-300- Flugzeuge auszustatten, denn die Cockpit-Ausrüstungen beider Modelle sind identisch.

Landekarten und Tabellen brauchen die Piloten im neuen Flugzeug keine mehr. Alle für den Flug nötigen Informationen sind gespeichert und nachgeführt. (landbote.ch)

Erstellt: 20.06.2016, 16:31 Uhr

Selbstversuch

Olav Brunner im Simulator

Ich muss ehrlich gestehen, ganz ohne Hemmungen setzte ich mich nicht in den
Cockpitsitz. Seit meinem letzten Flug im Jumbo von New York nach Zürich sind
immerhin 23 Jahre vergangen.

Seither habe ich kein Cockpit mehr betreten. Und ein Flugzeug mit einem Sidestick habe ich noch nie geflogen. Doch die Überraschung war gross. Alle für das Fliegen nötigen Informationen sind auf einem einzigen Bildschirm zusammengefasst. Und die Sicht aus den «Fenstern» ist schlicht phantastisch.

Ganz ohne Hilfe ging es natürlich nicht. Chef-Fluginstruktor Daniel Nater gab die Flugroute und Navigationshilfen ein. Nach einer Volte über dem Zürcher Unterland erfolgte die Landung in Kloten. Nicht sehr elegant, aber die Unebenheiten mangels Routine lösten jedenfalls bei der mitfliegenden Fotografin Madeleine Schoder keine spitzen Schreie aus.
Olav Brunner

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